(sab)
Die Ausstellung so
genannter "wilder"Völker war im 19. und frühen 20. Jahrhundert
in Europa ein verbreitetes Phänomen. In Deutschland erreichte diese
Form der "Volksbelustigung"zwischen 1880 und 1910 ihren
Höhepunkt. Völkerschauen fanden im Zirkus, im Theater, im Rahmen
von Varietéveranstaltungen, in Gaststätten, auf Jahrmärkten, auf
Welt-und Kolonialausstellungen, in Panoptika und zoologischen Gärten
statt.
Der "fremde Mensch''
als Ausstellungsobjekt diente als exotisches Vergnügen für ein
breites Publikum, als ethnologisches Objekt der Wissenschaft oder als
ethisch-moralisches Rechtfertigungskonstrukt des Kolonialismus und
Imperialismus.2 Die oft von Zehntausenden Menschen besuchten und in
der Presse ausführlich thematisierten Zurschaustellungen
außereuropäischer Völker waren fester Bestandteil einer frühen
Unterhaltungs- und Vergnügungsindustrie, die heute längst zu einem
der mächtigsten Gewerbe des 21. Jahrhunderts mutierte.
1.
Einleitung
"But, today, the gods would be angry with
us if we did not, on the banks of the Gamtoos River, at the grave of
Sarah Bartmann, call out for the restoration of the dignity of Sarah
Bartmann, of the Khoi-San, of the millions of Africans who have known
centuries of wretchedness. […]
Indeed, where did the
monstrosity lie in the matter of the gross abuse of a defenceless
African woman in England and France! It was not the abused human
being who was monstrous but those who abused her. It was not the
lonely African woman in Europe, alienated from her identity and her
motherland who was the barbarian, but those who treated her with
barbaric brutality. […]
It is a story of our reduction to
the status of objects that could be owned, used and disposed of by
others, who claimed for themselves a manifest destiny "to run
the empire of the globe."1
Thabo Mbeki spricht in diesem
Zitat ein dunkles und meiner Meinung nach nur unzureichend
thematisiertes Kapitel der europäischen Geschichte an. Den
Missbrauch von Menschen als "Schauobjekte"einer neugierigen und
sensationslüsternen Öffentlichkeit.
Die Ausstellung so
genannter "wilder"Völker war im 19. und frühen 20. Jahrhundert
in Europa ein verbreitetes Phänomen. In Deutschland erreichte diese
Form der "Volksbelustigung"zwischen 1880 und 1910 ihren
Höhepunkt. Völkerschauen fanden im Zirkus, im Theater, im Rahmen
von Varietéveranstaltungen, in Gaststätten, auf Jahrmärkten, auf
Welt- und Kolonialausstellungen, in Panoptika und zoologischen Gärten
statt. Der "fremde Mensch"als Ausstellungsobjekt diente als
exotisches Vergnügen für ein breites Publikum, als ethnologisches
Objekt der Wissenschaft oder als ethisch-moralisches
Rechtfertigungskonstrukt des Kolonialismus und Imperialismus.2 Die
oft von Zehntausenden Menschen besuchten und in der Presse
ausführlich thematisierten Zurschaustellungen außereuropäischer
Völker waren fester Bestandteil einer frühen Unterhaltungs- und
Vergnügungsindustrie, die heute längst zu einem der mächtigsten
Gewerbe des 21. Jahrhunderts mutiert ist.
Im frühen 20.
Jahrhundert sollten zudem die Reichtümer und Absonderlichkeiten der
eroberten unter eiserner Faust verwalteten Kolonien abgebildet
werden. Die Völkerschauen boten die Möglichkeit dem "einfachen
Volk"die imperiale Größe der jeweiligen Kolonialmacht
vorzuführen. Ebenso mussten die immensen Kosten, die mit der
Eroberung immer größerer Gebiete einhergingen, gerechtfertigt und
der heimischen Bevölkerung verständlich gemacht werden. Der Blick
auf den "wilden"und "unzivilisierten Menschen"ist somit nicht
zuletzt ein Blick der Selbstvergewisserung der eigenen politischen,
kulturellen und militärischen Überlegenheit, der eine moralische
Legitimation, einer an gewaltsamer Eroberung, Unterdrückung und
Ausbeutung anderer Länder und deren Bevölkerungen verpflichteten
Kolonialpolitik, darstellt.
Die katastrophale Quellenlage
hinsichtlich der subjektiven Erfahrungswelt der ausgestellten
Menschen zwingt zu einer recht einseitigen Auseinandersetzung mit
jener der Schauenden. Welche Motive hatten die Besucher, was hat die
Faszination der Völkerschauen ausgemacht und wie lässt sich die
regelrechte "Massenbegeisterung"des Publikums erklären?
Zu
den Völkerschauen im deutschsprachigen Raum gibt es wenige
Untersuchungen die sich explizit mit dem Thema beschäftigen und
dieses systematisch behandeln. Fünf Monographien34 fanden Eingang in
diese Arbeit, die sich ausführlich mit bestimmten
Veranstaltungsorten oder einzelnen Aspekten der Völkerschauen
beschäftigen. So beziehen sich die Angaben über Verlauf und
Organisation der Schauen vorwiegend auf folgende Orte: Basel, Zürich,
Wien und Hamburg in Verbindung mit der Geschichte der Firma
Hagenbeck, sowie eine Darstellung der lateinamerikanischen
Völkerschauen in deutschen Zoos. Allen ist gemein, dass von einer
schlechten Quellenlage gesprochen wird und die Arbeiten in erster
Linie durch intensive Archiv- und Zeitungsstudien, sowie durch die
Auswertung von Lebenserinnerungen, Briefen und Tagebüchern der
Organisatoren und beteiligten Impresarios und Weber zustande gekommen
sind. Im Zusammenhang mit den Welt- und Kolonialausstellungen, die
auch Gegenstand dieses Textes sind, finden sich dagegen zahlreiche
Publikationen. Die Ausstellungsjahre seit 1851 wurden lückenlos
erfasst. Da die Welt- und Kolonialausstellungen hier nur vergleichend
erwähnt werden, wurde mit Michael Wörners Arbeit ein
kulturwissenschaftlicher Zugang gewählt.
Somit ist die
Quellenauswahl einer rein westlichen, eurozentristischen
Blickrichtung unterworfen. Dies ist legitim, da hauptsächlich die
Völkerschauen im deutschsprachigen Raum untersucht werden und
darüber hinaus die Besucherinnen der Ausstellungen im Fokus
stehen.
Zunächst wird eine kurze Begriffserklärung gegeben.
Das dritte Kapitel dient einer Einordnung des Themas in den
historischen Kontext. Im vierten Kapitel stehen die Formen der
Inszenierung von "Fremdheit"im Mittelpunkt, die anhand der
Völkerschauen der Weltausstellungen und der Firma Carl Hagenbecks
thematisiert werden. Das fünfte Kapitel behandelt die zentrale
Fragestellung dieser Arbeit, indem nach der Wahrnehmung der
ausgestellten, fremden Menschen durch die betrachtende Gesellschaft
gefragt wird. Im vorletzten Abschnitt dieser Arbeit wird kurz auf das
Ende der Völkerschauen eingegangen und dann im siebten Kapitel ein
abschließendes Fazit gezogen, sowie die Thematik in einen
umfassenderen Kontext eingeordnet.
2. Begriffe
Der Begriff
"Völkerschau"wird in der Forschungsliteratur recht
einheitlich angewendet, jedoch nicht ohne dabei auf Kritik zu stoßen.
Werner Michael Schwarz spricht sich gegen die Verwendung dieses
Begriffes aus, da er erst ab der Jahrhundertwende zeitgenössisch
nachweisbar und häufig unreflektiert übernommen worden ist.5
Schwarz spricht sich für die exakte Verwendung der unterschiedlichen
zeitgenössischen Begriffe aus, wie "Ausstellung exotischer
Menschen'', "Dorf'', "Lager"oder "Karawane"bzw.
"Truppe''.6 Die Völkerkundlerin Thode-Arora spricht dagegen von
Völkerschauen, ohne diesen Begriff zu klären.7 Balthasar Staehelin
kritisiert im Falle von Thode-Arora, zu Recht, dass in ihrer Analyse,
"… die fragwürdigen Seiten dieser Vergnügungsindustrie und ihre
Aufnahme beim Publikum ungenügend ...'', rezitiert worden sind.89
"Truppe"oder "Ensemble"verwendet er für die einzelnen
Völkerschauen. Ich lehne mich bei meiner Begriffswahl bei Staehelin
an und benutze den Begriff "Völkerschau"oder verkürzt
"Schauen"als Sammelbegriff für die Zurschaustellung von
Menschen in zoologischen Gärten und auf Welt- und
Kolonialausstellungen. Allgemein spreche ich auch von Ausstellungen
oder Schaustellungen. Staehelin spricht sich selber für den Begriff
"Völkerschauen"aus und benutzt ihn als Sammelbegriff für die
Zurschaustellung von Menschen im Zoo.
Die Begriffe "Werber''
und "Impresario"sind zeitgenössische Begriffe, sie werden
hier synonym verwendet. Für die Völkerschauen mussten zunächst die
Menschen aus ihren Heimatländern nach Europa gebracht werden. Die
Begriffe "Werber"und "Impresario"waren im 19. Jh.
gebräuchlich für die Personen, die einerseits die Menschen in ihren
Heimatländern angeworben und andererseits als Vermittlungsmänner in
Europa aufgetreten sind.10 Besonders im 19. Jh. trat der Werber und
Impresario vorzugsweise in Personalunion auf. Das 20. Jh. zeichnet
sich dagegen durch ein viel höheres Maß an Organisation, Planung
und Durchführung der Schauen aus, was nur über eine effektive
Arbeitsteilung erreicht werden konnte.
Die Begriffe Indianer-,
Neger- oder Eingeborenendorf sind zeitgenössische Begriffe der
damaligen Veranstalter, Journalisten und Besucher. Sie
charakterisieren sehr genau die Sichtweise der damaligen Besucher auf
die ausgestellten Menschen, werden in dieser Arbeit, aufgrund der
negativen Konnotation, jedoch nicht verwendet.
Auf die
weibliche Form der Bezeichnung der Besucher und Teilnehmer wird
verzichtet, da die Zusammensetzung der Truppen nicht immer eindeutig
geklärt werden konnte.
3. Die Anfänge und die Entwicklung bis zum 19. Jahrhundert
Mit den
Endeckungen der seefahrenden Mächte Portugal und Spanien im 15. und
16. Jahrhundert geriet die autochthone Bevölkerung, des
amerikanischen Kontinents, in den Fokus europäischen Interesses. Die
ersten Indianer, in diesem Fall vom Stamm der Arawak-Indianer,
brachte Christoph Kolumbus von seiner ersten Entdeckungsfahrt mit.11
Sie wurden einer staunenden Gesellschaft in Sevilla vorgeführt und
"… wurden zur Sensation auf den Empfängen der
Hofgesellschaft."12 In vier Atlantiküberquerungen brachte es
Amerigo Vespucci schon auf über 200 Verschleppungen. Die Opfer
dieses Menschenraubs wurden in Spanien und auch in anderen
europäischen Ländern bereits zu einer Attraktion, die, den späteren
Jahrmarktsschaustellungen gleich, vorgeführt wurde. Bitterli
beschreibt den Höhepunkt dieser frühen Entwicklung
folgendermaßen:
"In Rouen und Bordeux bildeten um die
Mitte des sechzehnten Jahrhunderts Rothäute die Hauptattraktionen
von Theatervorstellungen und Umzügen; unter üppigen Aufwand an den
Kunstbauten und Dekorationen wurde dem staunenden Publikum in den
lebenden Bildern ein Eindruck vom Dasein fremder Völker zu
vermitteln versucht, und Perser, Araber, Türken und Afrikaner, echte
sowohl verkleidete, bereicherten das globale Panaoptikum."13
Doch
die Indianer vertrugen das europäische Klima nicht, starben meistens
nach kürzester Zeit an Lungen- und Atemwegserkrankungen oder, wie
Urs Bitterli ausführt, an Gemütskrankheiten.1415 Hier liegt die
Ursache für einen dramatischen Rückgang der Verschiffungen im 17.
Jahrhundert. Eine Verschiebung der Wahrnehmung, hin zur romantischen
Projektion vom "edlen Wilden", kennzeichnet die Entwicklung im
18. Jahrhundert. Eine beliebte Unterhaltungsform wurden exotische
Romane und Theateraufführungen mit europäischen Schauspielern, die
Indianer darstellten. Als poetisch verklärtes Idol des "edlen
Wilden" wurde der Indianer in Europa, quasi in Abwesenheit,
weiter lebendig gehalten. Im 18. Jahrhundert, im Zuge der großen
Entdeckungsfahrten in der Südsee, wurden dann zunehmend die Bewohner
der Pazifikinseln, wie etwa Tahiti, zur exotischen Attraktion in
Europa.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Menschen
außereuropäischer Länder auf Jahrmärkten und in Gaststätten als
Kuriositäten präsentiert. Insbesondere die Jahrmarktausstellungen
galten in bildungsbürgerlichen Kreisen jedoch zunehmend als eine
anrüchige Veranstaltung und gerieten in Verruf. Einzelne ''
Kuriositäten", wie die von Thabo Mbeki angesprochene Sarah
Baartmann, wurden dennoch gerade auch eine Attraktion in bürgerlichen
Kreisen. Das ändert sich zur Mitte des 19. Jahrhunderts gewaltig.
Die gesellschaftlichen Umbrüche, hervorgerufen durch die
bürgerlichen Revolutionen, beginnende Industrialisierung und
Kolonialismus, leiteten eine neue Zeit ein. Zippelius spricht auch
von der "Epoche der großen Weltausstellungen".16 Nach
Zippelius sind es die "… Schaubuden der Fahrenden …", die
"… eine Keimzelle für größere Unternehmen wie Varieté und
Zirkus.", bildeten und in inszenierte Massenspektakel
mündeten.17
Die Anfänge des professionellen
Völkerschaugewerbes fallen außerdem zusammen mit der Gründungswelle
von musealen Einrichtungen im deutschsprachigen Raum, wobei diese
Phase zur Mitte des 19. Jahrhunderts bereits weitestgehend
abgeschlossen war. Es lassen sich aber dennoch Verknüpfungen
feststellen. Die ethnologischen Museen waren auf den Export von
Ethnographika angewiesen. Neben der Beschaffung von
Ausstellungsteilnehmern waren die Impresarios ebenfalls aktive
Zulieferer ethnographischer Devotionalien, die an die Museen
weitergegeben wurden. Zippelius schreibt ganz treffend, dass mit den
Völkerschauen in zoologischen Gärten, und auf Welt- und
Kolonialausstellungen eine "Bühne für den Menschen als
lebendes Exponat"1819 Soweit der knappe historische Abriss.
geschaffen wurde, was konkret auf das Museumswesen eingewirkt hat, um
schließlich in den europäischen Freilichtmuseen zu münden.
Zippelius verweist auf das erste europäische Freilichtmuseum auf
Skansen (Schweden), von 1891. Auch hier gehörten lebende Exponate zu
einem der Programmpunkte und vervollständigten die Objektesammlung.
4. Inszenierungsformen der Fremdheit
Wie bereits
erwähnt, fanden Völkerschauen an ganz unterschiedlichen
Örtlichkeiten statt, was zu einer großen Bandbreite von
Darstellungs- oder Aufführungsformen führte. Der Schweizer Autor
Balthasar Staehelin differenziert drei dramaturgische Hauptlinien der
Inszenierung von Fremdheit und des Exotischen: "... die
zirkusähnliche Schau, das 'Eingeborenendorf' und die 'Freak
Show'''.20 Als eine weitere, separat zu betrachtende,
Inszenierungsform lässt sich die sog. "anthropologische Show''
hinzufügen. Darüber hinaus lassen sich, etwas grob und
vereinfachend, drei zeitliche Phasen von einander abgrenzen, in der
jeweils eine bestimmte Inszenierungs- und Darstellungsform
dominierte. In den folgenden Unterkapiteln werden zwei Formen der
Zurschaustellung von einander unterscheiden. Zum einen die ''
Eingeborenendörfer"der Weltausstellungen, sowie die Völkerschauen
in zoologischen Gärten.
Zu Anfang des 19. Jahrhunderts
gehörte jedoch noch die sog. "Freakshow", also die Vorführung
von Menschen aus exotischen Ländern oder Menschen mit, als abnormal
betrachteten, besonderen körperlichen Merkmalen, auf Jahrmärkten
und privaten Veranstaltungsräumlichkeiten, zu einer gängigen
Unterhaltungsform aller Schichten der Gesellschaft. Diese Tradition
reicht, wie schon angesprochen, bis in das 15. Jahrhundert zurück
und verweist auf die "Wunder- und Raritätenkammern"21 der
europäischen Hofgesellschaft. Die "Raritätenkammern"werden ab
der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmend von Völkerschauen
verdrängt. Im Rahmen dieser Arbeit kann auf die "Freakshow"nicht
näher eingegangen werde. Sie unterscheidet sich in Form, Funktion
und Wirkung erheblich von den Völkerschauen der Weltausstellungen
und der zoologischen Gärten, was eine seperate Bearbeitung nötig
erscheinen lässt.
Die Anfänge der professionellen
Völkerschauen lassen sich etwa ab den 1870er Jahren festmachen, auch
wenn solche zeitlichen Grenzen natürlich nur eine grobe Markierung
darstellen und nicht für alle Regionen Westeuropas zutreffend sind.
4.1
Die Völkerschauen als Bestandteil der Weltausstellungen
Die Zurschaustellung
von Menschen aus "exotischen Ländern"und Kolonien ist ebenfalls
keine Erfindung des 19. Jahrhunderts, wurde aber in diesem
Jahrhundert in bis dahin nicht gekannten Ausmaßen betrieben,
perfektioniert, ja salonfähig gemacht. Wie bereits erwähnt wird aus
dem Jahr 1533 von einer Präsentation eines Arawak-Indianerdorfes in
Rouen sur Seine berichtet. Ganz im Stil der späteren Welt- und
Kolonialausstellungen zeigten die nach Europa gebrachte oder
verschleppte indigene Bevölkerung Brasiliens die Verrichtungen ihres
alltäglichen Lebens, ihrer Jagd- und Handwerksbräuche.22
Auf
den Weltausstellungen, die zu einem festen Bestandteil des
ökonomischen und kulturellen Lebens der Nationen und Regionen werden
sollten, waren die "ethnographischen Dörfer", zum Ende des 19.
Jahrhunderts, nicht mehr wegzudenken. Sie schienen über eine
magische Anziehungskraft zu verfügen und wurden gar zum wahren
Publikumsmagneten der Weltausstellungen. Michael Wörner bemerkt
dazu: "Diese Entwicklung [gemeint ist die "inflationäre
Verbreitung"ethnographischer Dörfer und historischer Ensembles]
ist in einem engen Zusammenhang mit dem sich im Verlauf des 19.
Jahrhunderts vollziehenden Wandel der Weltausstellungen zu populären
Massenveranstaltungen zu sehen, bei denen kulturelle Darbietungen
zunehmend mehr Raum einnahmen ...".23 Wörner unterscheidet jedoch
nicht zwischen den sog. "historischen Ensembles", den ''
ethnographischen Dörfern", sowie den "exotischen Ensembles".24
Es versteht sich, dass die Art der Selbstdarstellung einer Ethnie,
erheblich dadurch determiniert wurde, ob es sich um Kolonialgebiete
oder europäische Nationen handelte.
Die Kolonialgebiete
wurden in eine reine Fremddarstellung gepresst. Diese beschwor das
verzerrte Bild einer primitiven Urbevölkerung herauf, die der
spirituellen, sozialen und ökonomischen Anleitung der Europäer
bedurfte. Nur wenigen war es vergönnt sich selbst zu inszenieren.
Ägypten, mit der, "... für eine Weltausstellung des 19.
Jahrhunderts obligatorische[n] ...",25 "Street of Cairo",
zählte dazu. Darüber hinaus wäre es sicher undenkbar gewesen, dass
sich die "lebenden Requisiten"der "historischen Ensembles''
europäischer Länder, damit sind Inszenierungen des bäuerlichen
Lebens gemeint, den erniedrigenden "Körperschauen und
Vermessungen"hätten unterziehen müssen.
Mit der
industriellen Revolution änderten sich die Produktionsbedingungen
und damit die Lebensgewohnheiten breiter Schichten der Gesellschaft.
Bis zum Ende des 19. Jahrhundert entwickelten sich die
Weltausstellungen so zu "... Massenspektakeln, auf denen das
unterhaltende Element immer mehr in den Vordergrund rückte."26
Schon die erste offizielle Weltausstellung von 1851, die Londoner ''
Great Exhibition of the Works of Industrie of all Nations", zog
bereits sechs Millionen Menschen an. Diese Entwicklung läuft
parallel zum allgemeinen Ausstellungswesen und anderen
Veranstaltungsformen.
Während das nationalstaatlich
orientierte Pavillionsystem, heutiger Prägung der Ausdruck eines
zunehmenden Selbstbewusstseins der Nationalstaaten und einer
verschärften Konkurrenz der Staaten untereinander, wie sie für den
beginnenden Imperialismus kennzeichnend war, ist, stand bei der
ersten Weltausstellung von 1851 der Gedanke, die Menschheit als
Ganzes zu erfassen im Vordergrund. Das Ziel war "... die
Darstellung der "Einheit der Menschheit."2728 Im Zuge dieser
Entwicklungen wurden ab 1867 die "ethnographischen"und ''
historischen Ensembles"aus dem zentralen Ausstellungskomplex
ausgelagert. Wobei auch Wörner kritisch anmerkt: "Der friedliche
Wettkampf’ der Nationen verlagerte sich zunehmend auf das Gebiet
der Kultur. Ein solcher Wettstreit der Kulturen’ zeigte sich schon
in London 1851, als einige Länder zur Abgrenzung gegenüber der im
Kristallpalast vereinten "Weltfamilie’ ihre Abteilungen mit
eindeutig identifizierbaren Versatzstücken aus ihrer nationalen
Ikonographie versahen.''
Die Darstellung "exotischer
Länder"auf den Weltausstellungen wurde sehr unterschiedlich
realisiert. Der "parc étranger", der Pariser Weltausstellung von
1867 zeichnete sich z.B. durch ein maurisches Bad oder einen
orientalischen Basar aus. Die noch junge Evolutionstheorie Darwins
galt als chick und modern. Die Naturkunde war "en vogue", so
entwickelte sich ein neues Ausstellungskonzept. Diese Entwicklung
lässt sich gut anhand der Weltausstellungen von 1889 in Paris und
1893 in Chicago nachvollziehen. In Paris und Chicago wurden
ethnographische Dörfer aus verschiedenen außereuropäischen Ländern
aufgebaut. Die ausgestellten Gruppen stammten vor allem aus Afrika
(Senegalesen) und Asien (Tamilen).2930 Speisen, Vorführungen von
Kampfhandlungen mit den entsprechenden Waffen,31 oder die öffentliche
Fertigung von Alltags- und Schmuckgegenständen. Die sog. "Histoire
de l’habitation humaine"als Bestandteil des Ausstellungsprogramms
der "Exposition rétrospective du travail et des sciences
anthropologiques"32 wollte mit einer Analyse der unterschiedlichen
Wohnformen die Entwicklungsgeschichte der Kulturen nachzeichnen. Auf
der einen Seite wurde die Entwicklung der "alten Kulturen"vom
prähistorischen Wohnen über die antiken Hochkulturen und
europäischer Mittelalterzeit bis zur Gegenwart arichtektonisch
nachempfunden. Auf der anderen Seite wurden einfachste Behausungen
von Kulturen aufgebaut, die, nach dem damaligen Standpunkt, als ''
primitive Völker", als "Wilde"bezeichnet wurden. Hierzu
zählten Inuit oder Äquatorialafrikaner.33 Ohne Frage wird diese Art
der Präsentation, mit den einfachen Hütten der "Wilden"vor der
Kulisse des Eifelturms, als architektonische Krönung der
abendländischen Zivilisation, sehr beeindruckend auf die damaligen
Besucher gewirkt haben. Die "World's Columbian Exposition"in
Chicago setzte dann noch einmal neue Maßstäbe im Bereich der
Vergnügungsstätten. Es kann von einer regelrechten Showindustrie
gesprochen werden, die auch die ethnographischen Inszenierungen
beeinflusste. Wie schon in Paris 1889, nur in noch ausuferndem
Umfang, hatte sich ein inoffizielles Vergnügungsviertel, am Rande
des offiziellen Ausstellungsgeländes, etabliert. Zu dem alltäglichen
Unterhaltungsprogramm gehörte die Aufführung von Tänzen, die
öffentliche Zubereitung traditioneller
Was für das liberale
Bildungsbürgertum ein "Graus", ein Ort der "Unzucht"gewesen
sein muss, lockte zahlreiche Besucher der breiten
Bevölkerungsschichten an. Auf dem, einem Jahrmarkt gleichen, ''
Middway Plaisance"reihten sich die Verkaufsbuden aneinander,
Gaststätten lockten mit schnell zubereiteten Speisen und diverse
Attraktionen waren zu bestaunen. Inmitten des bunten Treibens wurde
das "Departement M. Ethnology and Archaeology", als eigenständige
Abteilung im Rahmen der Weltausstellung untergebracht. Gezeigt wurden
Siedlungen aus Lappland, Java, Dahomey, sowie verschiedene
nordamerikanische Indianerstämme, "... als bunte Mischung aus
ethnologischem Freilichtmuseum und Vergnügungspark."34 Chicago
hatte aber noch mit einer weiteren Neuheit aufzuwarten, dem sog. ''
Anthropological Building". Das anthropologische Gebäude diente
renommierten Anthropologen, wie Franz Boas und anderen
Wissenschaftlern, zu Studien am "lebenden Objekt". Es war eine
Art "musealer Zurschaustellung",35 wie Michael Wörner betont.
Hier wurden Köpervermessungen vorgenommen, sowie anthropologische
Kongresse abgehalten. Franz Boas, der auch gerne als "Vater der
amerikanischen Anthropologie"bezeichnet wird, war einer der
Mitinitiatoren dieser Ausstellungsabteilung. Eine genauere
Betrachtung Boas und seines Werkes macht deutlich, dass das Interesse
der Anthropologie an den körperlichen Eigenschaften der autochthonen
Bevölkerung anderer Länder und Kontinente, zu einem dominierenden
Faktor innerhalb dieser Wissenschaft geworden war. Für zahlreiche
Forscher war es eine verlockende Vorstellung, das "Objekt der
Begierde", die indigenen Kulturen weit entfernter Länder, im
eigenen Land studieren zu können, ohne die kostspieligen und
gefährlichen Reisen auf sich nehmen zu müssen. Hier spielte es
keine Rolle, ob der Forscher an der sozialdarwinistischen
Evolutionstheorie Darwins anhing oder ganz im Gegenteil, wie Franz
Boas, ein Gegner des Evolutionismus, übertragen auf kulturelle
Zusammenhänge, und Rassismus war.
Den Völkerschauen der
Weltausstellungen wurden also keinerlei Ressentiments
entgegengebracht. Besucher, Impresarios, Wissenschaftler und
Initiatoren der Weltausstellungen waren einheitlich von dem Nutzen
solcher Darbietungen überzeugt. Lässt sich dieses Interesse
vielleicht noch mit einem allgemeinen "Wissensdurst"der
westlichen Bevölkerung an den entfernt gelegenen Ländern und
Menschen erklären, wird eine solche Erklärung für die
Ausstellungen von Menschen in zoologischen Gärten, eingepfercht in
Tiergehegen, jedoch zunehmend schwieriger.
4.2
Die Anfänge: Zoologische Gärten und "ihre"Völkerschauen
Die Zoogründungen
im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts gingen in erster Linie auf
wirtschaftliche Interessen zurück und nicht selten waren es
Schaustellerfamilien, welche die kommerzielle Tierhaltung mit anderen
Formen der Unterhaltung verknüpften.36"Durch die Kombination
von Tierhaltung, Bewirtung und Schaustellungs-Darbietungen entstand
eine wirtschaftlich erfolgreiche Mischung, deren Sog sich auch die
älteren Zoos nicht entziehen konnten. Sie versuchten seit den 1870er
Jahren, ihre finanziellen Schwierigkeiten mit einer Erweiterung des
Angebots um ähnliche Attraktionen zu überwinden.''37
Rieke-Müller
kann in ihrer Arbeit drei Gründungswellen von zoologischen Gärten
in Deutschland ausmachen. Eine frühe Phase, Mitte des 19.
Jahrhunderts, die von einem liberal-bürgerlichen Aufklärungsgedanken
geprägt war. "Bemühungen, naturwissenschaftliche Kenntnisse einem
breiteren Publikum näher zu bringen, lagen in der aufklärerischen
Tradition bildungsbürgerlicher Vereinigungen begründet.''38 Diese
Entwicklung, hin zu einer Popularisierung wissenschaftlicher, vor
allem naturkundlicher Themen, hatte bereits in den 20er Jahren des
19. Jahrhunderts eingesetzt und spiegelte sich in der Öffnung von
Museen und Sammlungen für die bürgerlichen Kreise, sowie
öffentlichen Vorträgen und Veröffentlichungen in Zeitschriften und
Tageszeitungen wieder.39
Die zweite Phase von Zoogründungen,
im deutschsprachigen Raum ab den 1860er Jahren, war durch wenig
Innovation in Planung und Gestaltung der Anlagen, sowie einer
schlechten finanziellen Ausstattung gekennzeichnet. Zu nennen sind
hier Gründungsbemühungen in Wien und München, die nach wenigen
Jahren zunächst wieder aufgegeben werden mussten.40 Von der
anfänglichen Aufbruchsstimmung war nichts mehr zu spüren. Die
dritte Phase zoologischer Gründungen beruhte auf eine Initiative von
Einzelpersönlichkeiten, die keine, oder nur vordergründig,
wissenschaftliche Ziele verfolgten. Vielmehr zielten diese auf ein
wirtschaftlich lukratives Unternehmen. Hier ist an erster Stelle Carl
Hagenbeck mit seinem Hamburger Tierpark zu nennen, aber auch die
Zoogründungen in Stuttgart, München und Leipzig.41 Die älteren
Zoos in Deutschland lehnten sich an den neuen Konzepten an und
konnten zum Teil nur durch diese neuen wirtschaftlichen Perspektiven
ihre Zukunft sichern. Im Zusammenhang mit der Zurschaustellung von
Menschen in den zoologischen Gärten ist diese Entwicklung äußerst
wichtig, erklärt sie doch die Notwendigkeit neue Attraktionen für
ein größeres Publikum bereit zu stellen "Die Ausstellung von
Menschen in Tiergärten war jetzt auch in Deutschland akzeptabel
geworden.''42
In Wien war der Tiergarten in eigener Regie für
die Organisation von Schaustellungen aktiv geworden, was eher die
Ausnahme blieb, zumeist wurden tourende Truppen von anderen
Veranstaltern angeheuert. Der Wiener Tiergarten hatte jedoch, bis
1901, einen enormen Erfolg mit seinen Völkerschauen.43 Insbesondere
das sog. "Aschanti-Dorf"von 1896 und 1897 konnte in einer Liga
mit den Hagenbeck’schen Schaustellungen und den großen
ethnographischen Dörfern einiger Weltausstellungen spielen. Der
Charakter der Schauen zeichnete sich durch angebliche Authentizität
aus. Eine "Authentizität"jedoch, die sich aus Phantasien, aus
Abenteuer- und Reiseberichten speiste, in der sich eine lange
Tradition verfälschender Reiseberichterstattung manifestiert.
Werkzeuge, Kleidungen und Lebensgewohnheiten wurden, unabhängig von
ihrer tatsächlichen Verwendung, als Requisiten eingesetzt. Indianer
der Nordamerikanischen Westküste zum Beispiel, die traditionell
keinen Federschmuck kannten, brachten es ohne einen solchen freilich
nicht weit. Denn ein Indianer ohne Federschmuck war kein Indianer.
Entscheidend war nur was unterhaltsam war und den rudimentären
Vorstellungen der Besucher und Ausstellungsmacher, in diesem Fall,
über "die Indianer"entsprach. Michael Werner Schwarz konnte
zudem ausmachen:
"Die Bedeutung des Darwinismus, gerade
auch in seiner politischen und ideologischen Dimension, war eine
wichtige Voraussetzung für die Konzeption und den Erfolg der
Schaustellungen Hagenbecks. Denn erst die Abstammungslehre
legitimierte die gleichzeitige Schaustellung von Menschen und Tieren,
die zudem als gleichrangige Elemente bzw. als jeweils notwendige
Ergänzung des anderen inszeniert wurde."44
4.3
Das große Geschäft: Carl Hagenbeck und "seine"Völkerschauen
Der Tierhandel und
die Zurschaustellung von Menschen waren bei Hagenbeck also ganz eng
verflochten.45 Oft suchte er zuerst nach besonderen Tieren, die er
ausstellen wollte und veranlasste dann, dass die jeweilige
Bevölkerung ebenso vertreten war. Zum Beispiel bei der sehr bekannt
gewordenen "Ceylon-Karawane''.46 Die Zurschaustellung von
Menschen und Tieren entwickelte sich damit zu einer ''
zirkusähnlichen Branche''. Nicht nur Hagenbecks "Truppen''
tourten durch Europa, zahlreiche Geschäftsleute sprangen auf diesen
lukrativen Zug auf. Hagenbeck jedoch gehörte zu den erfolgreichsten
europäischen Geschäftsleuten dieser Branche. Mittels eines weltweit
operierenden Netzes aus Werbern, Impresarios und Schiffskapitänen
organisierte Hagenbeck zwischen 1874 und 1931 ca. 60 Völkerschauen.
Die Liste der bereisten europäischen Städte ist lang. Hier eine
kleine Aufzählung, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Hamburg,
München, Köln, Hannover, Berlin, Breslau, Dresden, Prag, Wien,
Zürich, Basel, Paris, London, Rotterdam, Straßburg.
Den
Anfang machte Hagenbeck mit seinem "Carl Hagenbecks Thierpark"
1874 und der ersten Ausstellung die eine Gruppe von Samen und Lappen
zeigte, die noch als Tierbegleiter für eine Renntierherde
fungierten. Die erste Völkerschau, die 1876 stattfindende
"Nubierschau", wurde bereits ein großer geschäftlicher
Erfolg.47 Der Durchbruch war damit aber noch nicht geschafft. Es
folgten einige Tiefschläge, die vor allem für die ausgestellten
Menschen schreckliche Folgen haben sollten. Die folgenden
Schaustellungen mit Inuit und einer Gruppe von elf Personen aus
Feuerland,48 geriet zum Misserfolg. Ein Entführungsvorwurf gegenüber
den Anwerbern der Kaweshkar, die hohe Sterblichkeitsrate dieser
Gruppen oder die als schwere Depression beschriebenen Leiden der
ausgestellten Menschen sorgten für Aufsehen. Zunächst dachte
Hagenbeck daran, ganz aus dem Gewerbe auszusteigen.
Doch er
entschied sich stattdessen die gesamte Organisation, vom Anwerben,
über die Unterbringung und medizinische Versorgung der "Truppen''
, bis hin zu einem modern anmutenden Werbemanagement, auf
professionelle Beine zu stellen. Das Ensemble, samt zahlreichen
mitgebrachten Tieren,49 stammte aus Nubien, dem ägyptischen Sudan,
und tourte zwei Jahre durch Europa.50 Die Hagenbeckchen Schauen
veränderten nun, nachdem die kritischen Stimmen, die im Zusammenhang
mit der "Europatournee"der Kaweshkar nicht ungehört blieben,
ihren Charakter gewaltig. Bewusst und offensichtlich war Hagenbeck
bemüht, seine Geschäfte vom Schaustellergewerbe, den Jahrmärkten
und "Wirtshausbühnen"abzuheben. Schwarz stellt dazu sehr
treffend, anlässlich der Nubier-Karawane in Wien, fest:
''
Hagenbeck operiert nicht mit dem Außergewöhnlichen und
Sensationellen, verweigert sich der Sprache der Attraktion, sondern
im Gegenteil, und darin liegt das Besondere der Ankündigungen, er
verspricht dem Publikum gerade das »Normale« bzw. »Alltägliche«,
etwas, das nur dadurch [...] zum Außergewöhnlichen wird, weil es in
einem fernen Land stattfindet."51
Ein Problem, mit dem sich
das Schaustellergewerbe herumschlagen musste, hatte Hagenbeck damit
beseitigt, die Frage nach dem "Echtheitscharakter"der Schau und
der Teilnehmer. So wurden in erster Linie bei den Aufführungen
Szenen aus dem alltäglichen Leben nachgespielt. Hagenbeck
orientierte sich stark an den ethnographischen Dörfern der Welt- und
Kolonialausstellungen, nicht nur in der Art der Präsentation,
sondern auch was die Örtlichkeiten betraf. Da wo es möglich war,
wurden seine herumreisenden Truppen auf dem Gelände früherer
Weltausstellung präsentiert,52 in zoologischen Gärten,53 oder auf
öffentlichen Festplätzen.54
Bereits in den Jahren 1883 und 1884
erlebten die Firma Hagenbeck und das private "Völkerschaugewerbe''
weitere Höheflüge. Eingeleitet wurde diese Entwicklung durch zwei
in ganz Europa sehr erfolgreiche "Völkerschauen". Die erste
dieser Schauen setzte sich aus Menschen der russischen Provinz
Astrachahn55 zusammen, die sog. Kalmücken-Ausstellung. Die zweite,
die sog. "Singhalesen-Ausstellung", bestand aus Bewohnern der
Insel Ceylon, Singhalesen und Tamilen, wobei es mit der korrekten
ethnographischen Bezeichnung nie besonders Ernst genommen wurde.
Konnte die "Nubier-Karawane"bis dahin mit der höchsten
Teilnehmerzahl aufwarten, 10 Männer und 2 Frauen,56 wurden für die
Kalmücken-Ausstellung bereits 24 Personen und für die ''
Singhalesen-Ausstellung"sogar 51 Personen angeheuert.57 Nicht nur
die Teilnehmerzahlen nahmen bis dahin unbekannte Dimensionen an auch
der mitgeführte Tierbestand wurde enorm erweitert. So hatten die
Menschen aus Ceylon allein 12 Elefanten und 8 Zebus zu betreuen. Die
quantitative Erweiterung kann aber nicht alleine für den enormen
Publikumserfolg dieser Schaustellungen verantwortlich gemacht werden.
Hinzu kam ein neues Vermarktungskonzept, dass den Völkerschauen
endgültig zum ökonomischen Durchbruch verhalf. Insbesondere die
Abgrenzung zu den traditionellen Schaustellungen wurde weiter
zementiert. Die neuen Schaustellungen wurden den Zeitgenossen mit dem
recht komplizierten Titel "Carl Hagenbecks
anthropologisch-zoologische Kalmücken (bzw. Singhalesen)-
Ausstellung"58 "später wird wieder stärker zu theaterähnlichen
Präsentationsformen übergegangen. Museum heißt in diesem
Zusammenhang auch die wenigen noch erhaltenen ''exotischen Menschen''
und Tiere zu konservieren und für die Nachwelt zu erhalten. Hiermit
sollte jeder Zweifel an einem seriösen Anspruch der Unternehmung
schon von Anfang an zerstreut werden. Es hätte wahrscheinlich gar
nicht des Zusatzes "anthropologisch-zoologisch"bedurft, da schon
der Begriff "Ausstellung"im Zusammenhang mit Völkerschauen ein
echtes Novum war, und Hagenbeck, als Veranstalter, auf die gleiche
Stufe mit einem Museumsleiter stellte, der seine "Objekte", einem
Bildungsideal folgend, der breiten Masse der Gesellschaft
präsentiert. Schwarz nennt dieses Konzept "das Hagenbeck’sche
Konzept der ethnologischen »Selbstpräsentation«
Die
Hagenbeck’schen Schauen zeichnen sich also zusammenfassend durch
folgende Merkmale aus.
1. Durch eine
Inszenierung des Normalen, des Alltäglichen.
2. Durch eine
aufwendige, perfekt choreographierte, Präsentationstechnik.
3.
Durch ein wissenschaftliches Vokabular und die Nähe zu
wissenschaftlichen Persönlichkeiten. 4. Durch eine enge Verbindung,
Assoziation, zu den Kolonial- und Weltausstellungen und gleichzeitige
Distanz zu dem Schaustellungsgewerbe.
5. Durch eine
Präsentationsform, die als Bildungsveranstaltung begriffen werden
sollte und
6. schließlich durch eine geschickte Werbe- und
Vermarktungsstrategie.63 "
Die Strategie Hagenbecks, sich
mittels neuem räumlichen Kontext, wissenschaftlichem Vokabular und
der Inszenierung »echten Lebens« vom Image bisheriger
Schaustellungen abzuheben, war unbestritten erfolgreich.''64, urteilt
Schwarz. Der überragende Erlog Hagenbecks hat seine Ursache in der
Tatsache, dass er es wie kein anderer geschafft hat, sich einem
wandelnden Zeitgeist anzupassen und die neuen Möglichkeiten,
Massenveranstaltungen zu organisieren um diese lukrativ zu
vermarkten, frühzeitig erkannte. Hagenbecks Inszenierungsformen
haben sich binnen kürzester Zeit grundlegend gewandelt. Waren die
Anfänge der Hagenbeck’schen Tierschauen zunächst ein
Hoffnungsschimmer für den darbenden Familienbetrieb, entwickelten
sie sich zu einem grandiosen wirtschaftlichen Erfolg. Erkauft wurde
dieser Erfolg aber, wie so oft, mit menschlichen Tragödien.
Eine
Hochphase der herumreisenden Völkerschauen lässt sich für die 80er
und 90er Jahre feststellen. Die Quantität der in Deutschland
gezeigten Völkerschauen erreichte hier ihren Zenit, was, als
Folgeerscheinung, die Konkurrenz unter den Veranstaltern verstärkte
und die Einnahmen zurückgehen ließ.65 Auch der Familienbetrieb
Hagenbeck wurde von sinkenden Einnahmen nicht unberührt gelassen,
konnte aufgrund seines internationalen Renommees und als Garant für
Qualität und Zuverlässigkeit bis zum Ausbruch des Ersten
Weltkrieges aber sogar noch expandieren. 1907 eröffnete die Firma
Hagenbeck ihren Tierpark in Stellingen bei Hamburg und konnte die
früheren Erfolge und Gewinne, bis zum Ausbruch des ersten
Weltkrieges, noch einmal übertreffen. Das feste, ganzjährig
geöffnete Ausstellungsgelände bot den Veranstaltern noch einmal
völlig neue Möglichkeiten. Der Umfang an Kulissen, die Anzahl der
Ausgestellten und die Inszenierung der Aufführungen erreichten
unerreichte Dimensionen. "Die Vorführungen folgten jetzt einem
festgelegten szenischen Ablauf mit dramaturgischen Höhepunkt und
Happy End."66676869 Zu den Klassikern die dort gedreht wurden
gehört zum Beispiel Fritz Langs "Harakiri".
Völkerschaudörfer in großem Ausmaße wurde errichtet, die nun
nicht mehr mobil sein mussten. Die ganzjährigen Schaustellungen
wurden damit unseren heutigen Vergnügungsparks sehr ähnlich.
Thode-Arora schreibt: "Die Scheinwelt, in die die Besucher
eintauchten konnten wurde immer perfekter und so mancher Besucher mag
sich tatsächlich in die reale Welt der dargestellten Gebiete
versetzt gefühlt zu haben."Nach dem ersten Weltkrieg erreichten
die Völkerschauen nie wieder ihre früheren Dimensionen. Auf dem
Hagenbeck’schen Tierparkgelände wurden bald schon die ersten Filme
gedreht. Vor den Kulissen der Völkerschauen und mit zum Teil echten
Komparsen aus den betreffenden Ländern, wie Lappen, Eskimos oder
Singhalesen.
5. Wahrnehmung der "Fremdheit"und Interaktion
5.
1 Die Rolle der Wissenschaft
"Wo
immer ein Eingeborener auftauchte, waren die Vertreter der
Naturwissenschaften sofort zur Stelle, um aufzuzeichnen, was sich
ihren Blicken darbot."70, bemerkt Bitterli nicht ohne Ironie,
denn der wissenschaftliche Nutzen war doch mehr als zweifelhaft. Die
klassifizierende Rassenkunde hat jedoch in der zweiten Hälfte des
18. Jahrhunderts einen enormen Aufschwung erfahren. Die Naturforscher
und Anthropologen widmeten sich jeweils bestimmter Spezialgebiete,
wie der Schädelkunde, der Physiognomie oder der Hauttönung. Im 18.
Jahrhundert wurde allerdings noch nicht von Äußerlichkeiten auf
eine kulturelle hierarchische Stellung der Rassen geschlossen.
Die
zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war dann in der Ethnologie und
Anthropologie ganz von dem evolutionistischen Abstammungsschema, als
herrschende Lehrmeinung geprägt und stand damit ganz unter dem
Leitbild der physischen Anthropologie, mit dem Ideal eine
"Naturgeschichte der Menschheit" zu entwickeln. Nur wenige
Forscher sprachen sich explizit gegen den Evolutionismus aus. Hierzu
gehörte der bereits erwähnte Franz Boas, der allen Kulturen die
gleichen Fähigkeiten zusprach und Kontext und Umwelt für die
Herausbildung von Differenz verantwortlich machte. Diese Einstellung
hielt Boas jedoch nicht davon ab, sich engagiert für die
anthropologischen Körpervermessungen einzusetzen. Für zahlreiche
namhafte Forscher und für die unzähligen Laienforscher, in einer
wissenschaftlichen Disziplin wie der Anthropologie, die sich noch im
Prozess der Professionalisierung befand, waren die Völkerschauen und
"Freak Shows"eine Gelegenheit ersten Ranges, "… um die zur
Schau gestellten »exotischen« Menschen zu besichtigen, zu
untersuchen und zu vermessen und die Theorie aus der
Forschungsliteratur am »lebenden Objekt« zu überprüfen."71 In
Deutschland waren es vor allem die Mitglieder der 1869 gegründeten
Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte
die sich um "geeignete Studienobjekte"bemühten. Adolf Bastian
und Rudolf Virchow, die Gründer der Gesellschaft, sind hier an
erster Stelle zu nennen. Virchow und Bastian arbeiteten eng mit Carl
Hagenbeck zusammen und intervenierten gegebenenfalls bei
ausländischen Stellen für die Ausreisegenehmigungen der indigenen
Teilnehmer der Völkerschauen. Fachpublikationen der Zeit
dokumentieren die wissenschaftlichen Begutachtungen und Vermessungen
von Völkerschauteilnehmern, die durch anthropologische und
ethnographische Gesellschaften in "außerordentlichen Sitzungen''
vorgenommen wurden. Photographien von Völkerschauteilnehmern finden
sich in anthropologischen und ethnographischen Standardwerken der
Zeit und dienten in populärwissenschaftlichen Werken über
verschiedene "Menschenrassen"als Illustrationsmaterial.
Körpervermessungen galten als der beste Beleg, um die "Echtheit''
der "exotischen Menschen"zu beweisen. Damit wurden diese
Darbietungen gesellschaftlich aufgewertet und somit salonfähig
gemacht. Der sagenhafte Erfolg Carl Hagenbecks ist ohne die enge
Zusammenarbeit mit namhaften Wissenschaftlern kaum vorstellbar. Die
Wissenschaft lieferte die Erklärungen für den europäischen
Fortschritt, für die Überlegenheit der weißen europäischen Rasse.
Kolonialismus und Imperialismus wurden damit ideologisch begründet
und als einer Sache im Dienste der Menschheit deklariert. Nicht
wenige der untersuchten "Exoten", die als "Missing
link" zwischen Affe und Homo Sapiens vermessen und
rassenideologisch klassifiziert wurden, mussten auch nach ihrem Tod
noch als Ausstellungsobjekt herhalten.72
Abschleißend sei
noch Rudolf Virchow zitiert, der eine der verstorbenen Kaweshkar
sezierte. "Da die Feuerländer von den Europäern einerseits als
eine der `niedersten Rassen` angesehen wurden, deren Hirne
andererseits aber ein großes Gewicht hatten, musste es sich bei
ihnen demnach um einen degenerierten "Volksstamm"handeln.''
Virchow hatte damit den "Wettlauf"der Gelehrten um die
Leichenteile, der während der Schaustellung in Zürich verstorbenen
Kaweshkar, für sich entscheiden können, so Gabi Eißenberger.73 In
diesem Zusammenhang darf jedoch nicht unberücksichtigt bleiben, dass
der Mensch und der menschliche Körper mit der Aufklärung ins
Zentrum zahlreicher Wissenschaften gerückt waren und ein
ausgeprägtes Interesse an vergleichenden und klassifizierenden
Studien am menschlichen Studienobjekt nichts Ungewöhnliches war.
Sozialreformer wie Virchow hatten in erster Linie ein Interesse an
einer Verbesserung der allgemeinen Hygienesituation der gewachsenen
proletarischen Bevölkerung. Auch in diesem Zusammenhang wurden
Ausstellungen organisiert, die den menschlichen Körper ins Zentrum
stellten und ein Publikumsmagnet werden sollten. Die "I.
Internationale Hygiene-Ausstellung"in Dresden konnte bereits einen
wahren Besucheransturm von über 5 Millionen Besucher verbuchen.
5.2
Die Zuschauer
Die Art der
Interaktion zwischen Besuchern und Teilnehmern der Völkerschauen war
durch die Örtlichkeiten und die Präsentation bestimmt. Fanden sie
in Zoos statt, womöglich neben dem Affengehege, war die Wahrnehmung
der Besucher vorbestimmt. Die Ausgestellten wurden bestenfalls als ''
Halbmenschen"wahrgenommen.74 Die anfängliche Umzäunung der
Ausstellungsfläche schuf eine deutliche Distanz zwischen den
Ausgestellten und den Besuchern so wie es noch 1922 im Baseler Zoo
üblich war.75 Die Art der Präsentation läuft zum Teil bis zu
Anfang des 20. Jahrhunderts parallel zu der Kolonialpropaganda in
Europa. Wurde zunächst die gewaltsame Eroberung fremder Kontinente
propagiert und die brutale Vorgehensweise mit der Unbelehrbarkeit der
einheimischen Volksgruppen gerechtfertigt, schlug die
Argumentationsweise um, als es nicht mehr um Eroberung sondern um
Kolonialisierung und ökonomische Verwertung der neuen Besitztümer
ging. In Bezug auf die Völkerschauen machte sich dieser
Bewusstseinswandel in einer zunehmend stärkeren Interaktion zwischen
Publikum und Teilnehmern der Schauen bemerkbar. Die weiträumig ''
begehbaren Dörfer", wie sie auf den Welt- und
Kolonialausstellungen bereits bekannt waren, vermittelten scheinbar
unverfälschte, unmittelbare Erlebniswelten. Die Besucher wurden
ihrer Alltagswelt entrissen und so in die Rolle von "Ethnographen''
oder Abenteurern versetzt. Carl Hagenbeck war der erste
Privatunternehmer der das Konzept der ethnographischen Dörfer, mit
der Senegalesen Ausstellung von 1885, zur Gewinnmaximierung nutzte.
Andere Veranstalter folgten diesem Beispiel. Der Eindruck einer
Bildungsveranstaltung beizuwohnen und sich ein eigenständiges,
kompetentes Bild des fremden Alltagslebens zu verschaffen, war das
Versprechen das die Veranstalter den Besuchern gaben.
Sehr
penible und besonders strikt achteten die Veranstalter aller Schauen
jedoch darauf, dass die Teilnehmer möglichst nicht einer
europäischen Sprache mächtig waren. "Als 1922 eine
Völkerschautruppe aus Berlin eintraf, deren Mitglieder alle Deutsch
sprachen, [...] reagierte das Baseler Publikum misstrauisch. Die
Illusion, "barbarische Wilde"vor sich zu haben, wurde durch die
Verständigungsmöglichkeit schmerzhaft zerstört.", schreibt
Balthasar Staehelin.76 Die "ethnographischen Dörfer"ließen
dennoch einen größeren Spielraum für Interaktion und Kommunikation
zu, wenn auch nicht über die Sprache. So scheint die Gabe von
Almosen und Spenden direkt an die ausgestellten Menschen durchaus
typisch gewesen zu sein, was einige Völkerschauteilnehmer animierten
offensiv darum zu bitten.
Die Öffnung der Ausstellungsgelände
für die Besucher übte noch einen weiteren Effekt auf den Charakter
der Schauen aus. Waren die Darbietungen in den umzäunten Tiergehegen
meist von einer aggressiven Haltung des Publikums gegenüber den
ausgestellten Menschen geprägt, die ein hohes Aufgebot an
Sicherheitskräften verlangten, kann die Stimmung innerhalb der ''
ethnographischen Dörfer"als friedlich bezeichnet werden. Allein
der starke Besucherandrang, verbunden mit langen Wartezeiten an den
Kassehäusern, führte an einigen Tagen zu Beschwerden und Unmut.
Ganz anders verliefen noch die ersten Schaustellungen. Exemplarisch
sei hier die Völkerschau der Kaweshkar von 1881/1882 in "Carl
Hagenbeck’s Thierpark"in Hamburg kurz beschrieben. Das
Publikumsinteresse an den "Kannibalen aus Feuerland", wie die
Schlagzeilen verkündeten, war enorm. An manchen Tagen berichteten
die Zeitungen über regelrechte Besucheranstürme und über
"tumultartige Zustände''.77 In der Nordischen Allgemeinen
Zeitung, vom Dienstag, den 8. November 1881, war zu lesen
"Schon
im Laufe des Vormittags belief sich die Zahl der Besucher auf ca.
20.000 und stieg bis 5 1/4 Uhr Abends, zu welcher Zeit die Kassen
geschlossen wurden, auf 37,163. Während Vormittags alles ganz ruhig
verlief, entwickelte sich dem 'Tagbl.' zufolge Nachmittags bei den
Pecherähs ein furchtbares Gedränge, so dass einige vierzig Planken
der Umzäunung eingedrückt wurden und die Aufseher alle Mühe
hatten, einige Ordnung zu erhalten; als jedoch um 5 1/2 Uhr sich die
Feuerländer in die inneren Gemächer ihres Erdgelasses zurückzogen,
nahm der Tumult bedenkliche Dimensionen an. 'Feuerländer raus!'
brüllte ein tausendstimmiger Chorus. Bänke und Stühle wurden
zerbrochen und erst mit Hilfe requirierter Schutzleute gelang es, die
Ruhe wieder herzustellen, worauf sich gegen 7 Uhr das Publikum
verlief. Um die von dem Zoologischen Garten nach der Stadt
zurückfahrenden Pferdebahnwagen wurden nun förmlich Kämpfe
ausgefochten; [...] Der Bierkonsum an den verschiedenen
Restaurationsstellen des Zoologischen Gartens belief sich auf ca. 50
Tonnen.''78
Die Zuschauer hatten deutlich eine fordernde
Haltung gegen über dem Zoo, den Veranstaltern und den ausgestellten
Menschen eingenommen und wollten eine "gute Show"geboten
bekommen. Die Vorankündigungen in den Zeitungen und auf Plakaten
hatten eine Erwartungshaltung beim Publikum geweckt, die nun
befriedigt werden sollte. Es wurde eine "Show"erwartet, die
Spannung, Abenteuer und Unterhaltung versprach. Das Gefühl der
Überlegenheit der eigenen Zivilisation war sicherlich ein
begleitender Faktor solcher Schauen. Die unmittelbare Wirkung, die zu
dem enormen Publikumserfolg geführt hat, ist aber viel mehr in einer
ganz profanen Gemütsverfassung zu sehen, die sich bei den Besuchern
einstellte und diese emotional stark tangierte, nämlich ein
lustvolles Schaudern, ein ungeheuerer Spaß am Unheimlichen und
Fremden. Man orientierte sich am populären Publikumsgeschmack und
entsprach dem Wunsch der Besucher nach Exotik, Zerstreuung und
Konsum.
Jedoch ist das enorme Publikumsinteresse nicht einfach
mit einer Bestätigung der eigenen Überlegenheit, dem Schauder beim
Anblick des "wilden Kannibalen"zu erklären. Die Anziehungskraft
bestand viel stärker noch in der Herausbildung eines Gegenmodells
zum eigenen Leben.79 Gerade die begehbaren Eingeborenendörfer
zeigten die ausgestellten Menschen als interagierende Menschen,
scheinbar wie im "wirklichen Leben"80 und boten so eine
Projektionsfläche für die verborgenen Wünsche, Hoffnungen und
Sehnsüchte, einer im Wandel befindlichen Gesellschaft. Gerade die
sich zum Teil diametral gegenüberstehenden gesellschaftlichen
Kräfte, schufen eine Stimmung, die von Unsicherheit und Aufbruch
gleichermaßen geprägt war. Reichseinheit, Arbeiterbewegung,
gravierende soziale Gegensätze und die Lebensbedingungen in den,
durch den massenhaften Zustrom neuer Arbeitskräfte, förmlich
explodierenden Großstädten, führten zu einer romantischen
Verklärung aller scheinbar natürlichen Erfahrungs- und
Erlebniswelten.
ngesichts dieser gesellschaftlichen
Herausforderungen kann das etablierte politische System, des
wilhelminischen Kaiserreichs, nur als antiquiert bezeichnet werden,
was nicht zuletzt in den strengen Moralvorschriften der
wilhelminischen Zeit sichtbar wird, die so gar nicht zu dem
großstädtischen Leben zum Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des
20. Jahrhunderts passen wollten. Wie Kerstin Gering ausführt, waren
in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Moral- und
Sittenkodizes durch die viktorianische und wilhelminische Moral
geprägt und durch "... eine immer rigiderer Einmischung und
Verhüllung des Körpers."81, gekennzeichnet. "Sexualität,
als Gegenpol rationalistischer Lebensführung, wurde als Bedrohung
der bürgerlichen Gesellschaftsordnung betrachtet, weshalb versucht
wurde, sie so weit wie möglich zu tabuisieren."8283 Hier sind
nun die Völkerschauen und "Freakshows"erneut eine wichtige
Projektionsfläche für die, aus der Öffentlichkeit verbannte,
Körperlichkeit. Durch den Besuch einer Völkerschau, mit ihren
pflichtgemäß leicht bekleideten Darstellern, war es möglich ein
gesellschaftliches Tabu zu brechen, ohne die sonst üblichen
Sanktionen befürchten zu müssen. Andererseits wurde Nacktheit in
der Öffentlichkeit gleichgesetzt mit unmoralisch, unzüchtig,
primitiv, unterlegen, schwach und ausgeliefert sein.
"Diese
sog. ursprüngliche, primitive Nacktheit besaß auf Völkerschauen im
19. Jahrhundert eine ganz besondere Attraktivität. Andererseits
erlaubte der Kulturbedingte differente Umgang mit der Nacktheit aber
gerade auch eine Relativierung der vertrauten Moralvorstellungen, die
Nacktheit im 19. Jahrhundert eben weitgehend mit Unsittlichkeit
gleichgesetzt haben."
Ideale Schönheit wird mit der
nordischen Rasse gleichgesetzt, im deutlichen Kontrast zur
"primitiven Nacktheit" der sog. Naturvölker.84 Hautfarbe,
Gesichtszüge, Körperformen und Nacktheit dienten damit dem
Kulturvergleich. Gemessen wurde die Schönheit eines Menschen an den
antiken Schönheitsidealen, damit stand die weiße Rasse ganz oben.85
Daneben spielen noch weitere Motive eine Rolle, die das enorme
Publikumsinteresse erklären. Erfahrungen der Unheimlichkeit spielten
ebenso eine Rolle. Ein Schauer der über den Rücken läuft, wenn der
Fremde eine bestimmte Bewegung macht oder einen ungewohnten Laut
ausstößt. Lust und Angst, Rührung und Verachtung, heißen die
Komponenten dieser Faszination. Nicht nur in den thematisierten
populären Vergnügungsbereichen, sondern auch in Kunst, Literatur,
Fotografie, Theater und Wissenschaft wurde das "kulturell
Fremde" und geographisch "Anderswosein"
thematisiert.
Für den Erfolg der Schauen waren weitere
Faktoren, die in den kulturellen Grundzügen der kapitalistischen
Gesellschaft zu suchen sind, verantwortlich. Glaubte man doch eine
natürliche Unmittelbarkeit oder Unberührtheit entdecken zu können,
ein Stück reine und unverdorbene menschliche Natur vor sich zu
haben, die die Träume beflügeln und die Fantasien anregen konnte.
Eine menschliche Seite, die ansonsten durch die Zwänge und
Konventionen des modernen und industrialisierten Lebens vollkommen
verdeckt erschien. Blume schreibt sehr treffend:
"Dort,
wo der aktive rationalisierende Geist am wenigsten beteiligt ist,
weil er sich gleichsam in einem ursprünglichen Zustand befindet, bei
den so genannten »Primitiven«, bei den Kindern und auch bei den
»Geisteskranken« sowie in den unbewussten Äußerungen, schien noch
eine Möglichkeit wahrer Individualität vorhanden, die der
Anpassungsdruck des modernen Lebens sonst verweigert.".86
5.3
Die ausgestellten Menschen
Über die Wirkung
der Völkerschauen auf die ausgesellten Menschen ist nur sehr wenig
bekannt. Augenzeugenberichte existieren, bis auf das Tagebuch eines
"Eskimos"und der Rekonstruktion der Lebensgeschichte der
Khoi`khoi Frau Sarah Baartmann, nicht. Rückschlüsse auf die
Wahrnehmung der Schauen durch die Teilnehmer sind dementsprechend nur
durch eine Analyse der vorgefundenen materiellen Lebensbedingungen
möglich. So unterschiedlich die Präsentationsformen,
Ausstellungsorte und herumreisende Ensemble in Europa waren, so
unterschiedlich waren auch die vorgefundenen Bedingungen, unter denen
die Menschen leben mussten. Allgemein lässt sich sagen, je
professioneller die Veranstalter agierten, desto "bessere''
Lebensbedingungen herrschten. Wie Carl Hagenbeck am eigenen Leibe
erfahren musste, war eine schlechte Behandlung, insbesondere was die
medizinische Versorgung und die Ernährung betraf, für das Geschäft
in direkter Weise abträglich. Die hohen Anwerbungs- Reise- und
Verpflegungskosten konnten sich nur amortisieren und in Gewinne
verwandeln, wenn die Ensemble über mehrer Monate durch Europa touren
konnten. Krankheiten der Teilnehmer führten zu unattraktiven
Darbietungen, zu kritischen Stimmen in der Presse, unzufriedenen
Besuchern und im schlimmsten Fall zum Abbruch der Tournee.
Dementsprechend war die Situation der Ensembles auf Welt- und
Kolonialausstellungen sicher besser als bei den zahlreichen
privatwirtschaftlichen Unternehmungen. Einige kleinere Unternehmer,
die auf den lukrativen Zug mit aufspringen wollten, waren häufig
nicht in der Lage für die Rückfahrt ihrer Truppe ins Heimatland zu
zahlen, strichen im Zweifelsfall die Gewinne ein, ohne ihre
angeheuerten Gruppen zu entlohnen und setzten sich ins Ausland
ab.87
Eine differenzierte Betrachtung ist hier nötig. Die ''
Buffalo Bill Show",88 oder die zirkusähnlichen Truppen wie die
Singhalesen handelten eigenständig die Verträge mit den Impresarios
aus, und können als professionelle Schauspieler und Artisten
bezeichnet werden. Anders dagegen sah die Situation der weniger
privilegierten Gruppen, wie der "Feuerländern"aus. Insbesondere
die ersten Teilnehmer der früher Schauen litten unter den schlechten
Unterbringungsbedingungen, wurden als Wilde und Kannibalen
präsentiert und wie Tiere behandelt. In den Panoptika stellte sich
die Situation für die Ausgestellten häufig so schlecht dar, dass
die lokalen Behörden sich veranlasst sahen einzuschreiten. Wie bei
allen Ausstellungsorten durften die Menschen die Panoptikas nicht
verlassen und wohnten, zusammengepfercht in kleinsten Räumen über
Monate hinweg.89 Die Unterbringung auf den Ausstellungsgeländen war
sehr unterschiedlich, zumeist jedoch sehr einfach ohne die nötigen
Schutzvorkehrungen gegen die, für die Völkerschauteilnehmer meist
ungewohnte, europäische Witterung. Häufig wird von
Atemwegserkrankungen berichtet. Auch wenn die hohe Mortalitätsrate
der Feuerländer von 1881 nicht wieder erreicht wurde, kamen einzelne
Todesfälle9091 Unterschiede zwischen Menschen und Tieren wurden auch
nicht in der Unterbringung während der Schiffspassage gemacht. immer
wieder vor. Teilweise waren zwar die Schlafräume beheizt, die
Teilnehmer durften sich jedoch während der Vorführungen, die
zumeist den ganzen Tag andauerten, nicht ausreichend bekleiden, da
ein "Wilder"im Wollmantel die Inszenierung von Exotik gestört
hätte. Die Lieferungen von Menschen und Tieren an einen Aussteller
wurden auf die gleiche Art und Weise besprochen.
Die
anthropologischen Körpervermessungen stießen bei den Untersuchten
scheinbar häufig auf entschiedenen Widerstand, den sich die
Wissenschaftler nicht gut erklären konnten. Waren es in erster Linie
die weiblichen Teilnehmer der Völkerschauen, die sich im
Genitalbereich untersuchen lassen sollten, erscheint der Widerstand
nur allzu verständlich. Bischoff zeigt sich über die
Schamhaftigkeit der Frauen sehr verwundert wenn er schreibt "Allein
außer der Schwierigkeit sich mit den Feuerländern zu verständigen,
da sie nur eine sehr unvollkommene und gänzlich unbekannte Sprache
besitzen, trat mir überraschenderweise die Schamhaftigkeit der
Individuen und insbesondere der weiblichen, sehr hinderlich entgegen
…"92 Will diese Schamhaftigkeit doch so gar nicht zum Wilden
passen.
6.
Das Ende der Völkerschauen
Der
erste Weltkrieg, und, ganz besonders, die Entstehung eines neuen
Unterhaltungsgewerbes, die Rede ist vom Kino93, zwangen die
Völkerschaubetreiber in neue Gefilde. Thode-Arora stellt trefflich
fest, dass Kino sei für das verebbende Interesse an den realen
Völkerschauen, mit ihren doch nur zu leicht durchschaubaren
Manipulationen und Inszenierungen, verantwortlich zu machen
(Thode-Arora 1997, S. 23). Der Halbbruder von Carl Hagenbeck, John
Hagenbeck, ebenfalls im Völkerschaugewerbe aktiv, gründete 1918 die
John Hagenbeck-Filmgesellschaft. (Thode-Arora 1997, S. 26). Noch bis
1940 wurden Kinofilme mit "exotischen Darstellern" und
Ethnographika aus dem hagenbeckschen Bestand ausgestattet.
(Thode-Arora 1997, S. 26) Der allgemeine Wandel des Menschenbildes im
Zuge der Entstehung der bürgerlichen Demokratien nach dem ersten
Weltkrieg, sorgte dafür, dass nicht länger die "Exotik"des ''
fremden Menschen"im Mittelpunkt stand sondern das Unbekannte des
eigenen Körpers. Der "gläserne Mensch"94 von 1930 ist so
gesehen, zum einen Ausdruck einer rationalen Wissenschaft und zum
anderen der eines Strebens nach dem vollkommenen Menschen.
7. Fazit
Die Begegnung
mit dem Fremden zu dieser Zeit hat die Wahrnehmung ganzer
Generationen von Europäern, hinsichtlich ihrer Stellung in der Welt
geprägt. Das Bild des unzivilisierten Wilden, die eigene
Überlegenheit gegenüber diesen Menschen wurde hier manifestiert.
Das Sendungsbewusstsein der Europäischen Mächte wurde legitimiert.
Die Inbesitznahme der Kolonien erschien bis weit in die 60er Jahre
als gerechtfertigt, da der Wilde die Hilfe des zivilisierten
Europäers benötigt um "etwas aus dem Land zu machen". Die
großen eigenen Opfer, die die zahlreichen kolonialen und imperialen
Kriege der eigenen Bevölkerung abverlangten, erhielten so ein
moralisches, ein mit dem christlichen Glauben zu vereinbarendes
Grundkonstrukt, mit dem die erbarmungslose Ausbeutung und
Unterdrückung der Kolonien gerechtfertigt werden konnten. Die
Beschleunigung und Verschärfung der Gangart des Kolonialismus, der
beginnende Imperialismus schließlich war es, der fortan auf der
Tagesordnung der Europäischen Mächte stand.
Zu jener Zeit
explodierten die europäischen Städte, ihre Bevölkerungszahlen
wuchsen durch das endlose Heer der Arbeitsuchenden, die vom Lande in
die Stadt drängten. Wo gestern noch ein beschaulicher Park zum
Flanieren einlud, rauchten heute schon die Schlote der wachsenden
Schwerindustrie, und vergifteten die Luft der Städte. Eingepfercht
in schnell und schlampig, ohne jeden Komfort errichteten finsteren
Mietskasernen, in überbelegten engen Wohnungen, sehnte sich das
frühe Industrieproletariat nach Abwechslung, nach ein wenig
Zerstreuung, nach etwas natürlichem in dieser, noch neuen und
ungewohnten, zugemauerten Welt der Metropolen. Welcher Kontrast
könnte größer sein" Dort der Wilde, das Naturvolk mit
unendlichen Jagdgründen, in unberührter Natur, und hier die oben
beschriebene Lebenswirklichkeit der Europäer in ihren boomenden
Städten. Bis heute ist diese Exotik, diese Inszenierung fester
Bestandteil z.B der Bildsprache der Werbeindustrie. Besonders
lächerlich sind sicherlich die "Kokosnuss Queens"in zahlreichen
Werbespots die mit entblößter Brust, und blütengekränztem Haupt,
"Aloe Vera", oder andere Wundermittel, in das Duschgel der
zivilisierten Europäer rühren.
Noch im Jahr 2002 wurde in
Belgien eine Ausstellung gezeigt, die sich konzeptuell um nichts von
den Völkerschauen hagenbeckschen Typus95 unterschied. Gezeigt wurde
ein "exotisches" Pygmäen-Dorf, samt indigener Bewohner,
um, so die Ausstellungsmacher, auf die Not der Pygmäen in Kamerun
aufmerksam zu machen. Anders allerdings als zurzeit von Hagenbeck
rief die Ausstellung heftige Proteste hervor. Der Verband der
Einwanderer forderte gemeinsam mit Menschenrechtsorganisationen eine
sofortige Schließung.96
Es artikuliert sich heute also ein
ziviler Bürgerwille der diese Form der "Ausstellung von Menschen''
ablehnt. Andererseits erlebt die Bloß- und Zurschaustellung in den
Kanälen der Fernsehanstalten nie gekannte massenhafte Verbreitung.
So weit von der Schaulust unserer Ur- Grosseltern ist das nicht
entfernt, nur dass sich der aufgeklärte Europäer mit Vorliebe
selber bloß stellt.
8.
Literaturverzeichnis
Arnold, Stefan: Propaganda mit
Menschen aus Übersee - Kolonialausstellungen in Deutschland, 1896
bis 1940. In: Debusmann, Robert/ Riesz , János [Hrsg.]:
Kolonialausstellungen - Begegnungen mit Afrika" Frankfurt a./M.,
1995, S. 1-24.
Banzel, Nicolas/ Blanchard, Pascal/ Lemaire,
Sandrine: Sozialdarwinistisches Disneyland. In: Regina Bittner
[Hrsg.]: Urbane Paradiese. Zur Kulturgeschichte modernen Vergnügens.
Frankfurt am Main /New York Jahr, 2001, S. 194-203.
Bitterli,
Urs: Die "Wilden"und die "Zivilisierten''. Grundzüge
einer Geistes- und Kulturgeschichte der europäisch-überseeischen
Begegnung. München, 1976.
Blume, Thorsten: Städtische
Wildnis "behauste Natur. In: Regina Bittner [Hrsg.]: Urbane
Paradiese. Zur Kulturgeschichte modernen Vergnügens. . Frankfurt am
Main /New York Jahr, 2001, S. 140-161.
Brändle, Rea:
Wildfremd, hautnah. Völkerschauen und Schauplätze. Zürich
1880-1960. Bilder und Geschichten. Zürich, 1995.
Eißenberger,
Gabi: Entführt, verspottet und gestorben. Lateinamerikanische
Völkerschauen in deutschen Zoos. Frankfurt a.M., 1996.
Calloway,
Colin G./ Gemünden, Gerd/ Zantop, Susanne: Germans and Indians:
Fantasies, Encounters and Projections. Nebraska, 2002.
Gering,
Kerstin: Postadamistische Rache am Sündenfall" Nacktheit in
Kultur- und Sittengeschichte der Jahrhundertwende. In: Kerstin Gering
[Hrsg.]: Nacktheit: ästhetische Inszenierungen im Kulturvergleich.
Köln [u.a.] (Literatur "Kultur "Geschlecht: Kleine Reihe; Bd.
17), 2002, S. 67-90.
Mitter, Partha: The Hottentot Venus and
Western Man: reflections on the construction of beauty in the West.
In: Hallam, Elizabeth and Street, Brian V. (eds): Cultural
Encounters: representing 'otherness'. London, New York, 2000, S.
35-50.
Möhring, Maren: Ideale Nacktheit. Inszenierungen in
der deutschen Nacktkultur 1893-1925. In: Kerstin Gering [Hrsg.]:
Nacktheit: ästhetische Inszenierungen im Kulturvergleich. Köln
[u.a.] (Literatur "Kultur "Geschlecht: Kleine Reihe; Bd. 17),
2002, S. 91-110.
Rieke-Müller, Annelore/ Dittrich, Lothar:
Der Löwe brüllt nebenan: die Gründung zoologischer Gärten im
deutschsprachigen Raum 1833-1869. Köln [u.a.], 1998.
Richter,
Roland: Die erste Deutsche Kolonialausstellung 1896. Der "Amtliche
Bericht"in historischen Perspektiven. In: Debusmann, Robert/ Riesz
, János [Hrsg.]: Kolonialausstellungen - Begegnungen mit Afrika"
Frankfurt a./M., 1995, S. 25-42.
Schwarz, Werner, Michael:
Anthropologische Spektakel. Zur Schaustellung »exotischer«
Menschen, Wien 1870-1910. Wien, 2001.
Sippel, Harald:
Rassismus, Protektionismus oder Humanität" Die gesetzlichen
Verbote der Anwerbung von "Eingeborenen"zu
Schaustellungszwecken in den deutschen Kolonien. In: Debusmann,
Robert/ Riesz , János [Hrsg.]: Kolonialausstellungen - Begegnungen
mit Afrika" Frankfurt a./M., 1995, S. 43-64.
Staehelin,
Balthasar: Völkerschauen im Zoologischen Garten Basel, 1879 - 1935.
Basel, 1993.
Thode-Arora, Hilke: Für fünfzig Pfennig um die
Welt. Die Hagenbeckschen Völkerschauen. Frankfurt a.M.,
1989.
Thode-Arora, Hilke: Herbeigeholte Ferne. Völkerschauen als
Vorläufer exotisierender Abenteuerfilme. In: H.-M. Bock et al.
(Hrsg.): Triviale Tropen. Exotische Reise- und Abenteuerfilme aus
Deutschland 1919-1939. München, 1997.
Wörner Michael:
Vergnügung und Belehrung: Volkskultur auf den Weltausstellungen
1851-1900. Münster [u.a.] 1999.
Wörner, Martin:
Schlaraffenland Weltausstellung. In: Regina Bittner [Hrsg.]: Urbane
Paradiese. Zur Kulturgeschichte modernen Vergnügens. Frankfurt am
Main /New York Jahr, 2001, S. 126-135.
Zippelius, Adelhart:
Der Mensch als lebendes Exponat. In: Jeggle, Utz / Korff, Gottfried /
Scharfe, Martin / Warneken, Bernd-Jürgen (Hrsg.): Volkskultur in der
Moderne. Probleme und Perspektiven empirischer Kulturforschung.
Reinbek bei Hamburg 1986, S. 410-429.
Internetquellen
Materialien
zum 9. Internationalen Filmhistorischen Kongreß Hamburg, 21. - 24.
November 1996.
URL:
http://www.cinegraph.de/kongress/96/ifkmat9.html [zuletzt besucht am:
29.10.2003]
Deutsche Hygiene-Museum Dresden, Abbildung des ''
gläsernen Menschen".
URL:
http://www.dhm.de/ausstellungen/bildzeug/qtvr/DHM/n/BuZKopie/raum_31.04.htm
[zuletzt besucht am: 01.11.2003]
Informationsdienst Dritte
Welt "Tourismus. URL:
http://www.tourism-watch.de/dt/28dt/28.volkerschauen/ [zuletzt
besucht am 29.10.2003].
Rede von Thabo
Mbeki:
http://www.anc.org.za/ancdocs/history/mbeki/2002/ Direkt zu
der Rede:
http://www.anc.org.za/ancdocs/history/mbeki/2002/tm0809.html zuletzt
besucht am 31.10.2003.
9. Anmerkungen
Abb.
3: Brändle 1995, S. 12
1 Auszug aus einer Rede, die Thabo
Mbeki (Präsident von Südafrika und vom African National
Congress)
am 9. August 2002 bei der Beerdigung der aus Frankreich
nach Südafrika überführten sterblichen Überreste einer 1810 nach
Europa und dort als menschliche Kuriosität ausgestellten Frau der
indigenen Volksgruppe der Khoi’khoi hielt. Quelle:
http://www.anc.org.za/ancdocs/history/mbeki/2002/ Direkt zu der Rede:
http://www.anc.org.za/ancdocs/history/mbeki/2002/tm0809.html zuletzt
besucht am 31.10.2003.
2 Staehelin, Balthasar: Völkerschauen
im Zoologischen Garten Basel, 1879 - 1935. Basel, 1993, hier S.
90.
3 Thode-Arora, Hilke: Für fünfzig Pfennig um die Welt.
Die Hagenbeckschen Völkerschauen. Frankfurt a.M., 1989. Staehelin,
Balthasar: Völkerschauen im Zoologischen Garten Basel, 1879 - 1935.
Basel, 1993. Brändle, Rea: Wildfremd, hautnah. Völkerschauen und
Schauplätze. Zürich 1880-1960. Bilder und Geschichten. Zürich,
1995. Eißenberger, Gabi: Entführt, verspottet und gestorben.
Lateinamerikanische Völkerschauen in deutschen Zoos. Frankfurt a.M.,
1996. Schwarz, Werner, Michael: Anthropologische Spektakel. Zur
Schaustellung »exotischer« Menschen, Wien 1870-1910. Wien, 2001.
4
Wörner Michael: Vergnügung und Belehrung: Volkskultur auf den
Weltausstellungen 1851-1900. Münster [u.a.] 1999.
5 Schwarz
2001, S. 9.
6 Ebd.
7 Thode-Arora 1989, S. 14. Hier sei
noch anzumerken, dass Thode-Arora insgesamt unkritisch mit dem Thema
umgeht. Ihre Arbeit stützt sich hauptsächlich auf
unveröffentlichtes Material von Personen aus dem Hagenbeck’schen
Umkreis.
8 Staehelin 1993, S. 13.
9 Staehelin 1993, S.
19.
10 Staehelin 1993, S. 19 .
11 Bitterli, Urs: Die
"Wilden"und die "Zivilisierten''. Grundzüge einer
Geistes- und Kulturgeschichte der europäisch-überseeischen
Begegnung. München, 1976, hier S. 180.
12 Bitterli 1976, S.
180.
13 Bitterli 1976, S. 181.
14 Bitterli 1976, S.
181.
15 Bitterli 1976, S. 184.
16 Zippelius, Adelhart:
Der Mensch als lebendes Exponat. In: Jeggle, Utz / Korff, Gottfried /
Scharfe, Martin / Warneken, Bernd-Jürgen (Hrsg.): Volkskultur in der
Moderne. Probleme und Perspektiven empirischer Kulturforschung.
Reinbek bei Hamburg 1986, S. 410-429, hier S. 416.
17
Zippelius 1986, S. 416.
18 Zippelius 1986, S. 422.
19
Zippelius 1986, S. 423.
20 Staehelin 1993, S. 61. Staehelin
bezieht sich hier auf Beobachtungen im Baseler Zoo, wobei "Freak
Shows", also das Zurschaustellen körperlich oder geistig
behinderter Menschen, eher auf Jahrmärkten, als Zirkusattraktion
oder in privaten Kuriositätenkabinetten und nicht in öffentlichen
Zoos, stattfanden..
21 Zippelius 1986, S. 410.
22
Arnold, Stefan: Propaganda mit Menschen aus Übersee -
Kolonialausstellungen in Deutschland, 1896 bis 1940. In: Debusmann,
Robert/ Riesz , János [Hrsg.]:
23 Wörner 1999, S. 49.
24
Auch bei Zippelius finden sich zum Teil unkritische Vergleiche von
Völkerschauen und Darstellungen bäuerlichen Lebens europäischer
Regionen, wie die Präsentation eines Schwarzwalddorfes auf der
"World Columbian Exposition" 1893 in Chicago. Zippelius
1986, S. 419.
25 Wörner 1999, S. 72.
26 Wörner 1999,
S. 50.
27 Wörner 1999, S. 4.
28 Wörner S. 1999.
49.
29 Wörner S. 1999 S.49
30Traditionell kann in
diesem Zusammenhang missverstanden werden. Als traditionell wurde
alles betrachtet, was nicht zu den europäischen, städtischen
Lebensgewohnheiten gezählt wurde. Es ging nicht um eine authentische
Darbietung des heimatlichen Lebens, sondern um die Präsentation
etwas außergewöhnlichem, wovon sich die Aussteller ein großes
Publikumsinteresse versprachen.
31 Auch hierbei wurde es mit
der ethnographischen Korrektheit was die verwendeten Waffen und
Kleidungsstücke betrifft, nicht besonders genau genommen (steht auch
irgendwo so).
32 Wörner, 1999 , S. 67.
33 Auch
Wohnbeispiele aus China waren, so Wörner S. 68, vertreten, was nicht
ganz in das Konzept gepasst haben muss, aber scheinbar irgendwo noch
gezeigt werden sollte.
34 Wörner, 1999 , S. 72. Auf die Rolle
der nordamerikanischen Indianerstämme werde ich nicht zu sprechen
kommen, sie nehmen eine Sonderolle ein. Sitting Bull und seine
Gefährten hatten eine wesentlich besseren Stand als andere indigene
Gruppen und verdienten auf professionelle Weise an den Vorführungen,
die in weitaus stärkerem Maße als sonst üblich,
Theateraufführungen glichen. Auch war es nicht verpönt, als
Europäer an diesen Aufführungen in Form von Siedlern u.ä.
teilzunehmen. Der Begriff Völkerschau, mit seiner negativen
Konnotation, im Sinne von primitiven oder wilden Völkern trifft hier
nicht zu.
35 Wörner, 1999 , S. 72.
36 Rieke-Müller,
Annelore/ Dittrich, Lothar: Der Löwe brüllt nebenan: die Gründung
zoologischer Gärten im deutschsprachigen Raum 1833-1869. Köln
[u.a.], hier S. 265.
37 Rieke-Müller 1998, S. 265.
38
Rieke-Müller 1998, S. 45.
39 Rieke-Müller 1998, S. 47.
40
Rieke-Müller 1998, S. 170.
41 Rieke-Müller 1998, S. 265.
42
Staehelin 1993, S. 31.
43 Schwarz 2001, S. 141.
44
Schwarz 2001, S. 61.
45 Staehelin 1993, S. 31.
46
Staehelin 1993, S. 32.
47 Banzel, Nicolas/ Blanchard, Pascal/
Lemaire, Sandrine: Sozialdarwinistisches Disneyland. In: Regina
Bittner [Hrsg.]: Urbane Paradiese. Zur Kulturgeschichte modernen
Vergnügens. Frankfurt am Main /New York Jahr, 2001, S. 194-203, hier
S. 199, hier S. 194.
48 S. Abb. 1+2. Meistens wir von ''
Feuerländern"gesprochen, was eine abwertende, nicht indigene und
unzutreffende Bezeichnung ist. Sehr wahrscheinlich handelte es sich
um eine Gruppe von Kaweshkar, für die es unterschiedliche
Bezeichnungen in der Literatur gibt. Auf die genaue Namensbestimmung
kann ich an dieser Stelle nicht eingehen. Sicher ist, dass es sich um
Wassernomaden vom süd-westlichen Archipel Feuerlands und Patagoniens
handelte, vgl. Eißenberger 1996, S.15. Ich werde die Bezeichnung ''
Kaweshkar"verwenden.
49 Balthasar Staehelin führt in einer
Auflistung der Völkerschauen im zoologischen Garten von Basel, die
Nubier-Karawane auf, die hier zweimal vom 03.09. "14. 09. 1879 und
vom 03.09. "19.09. 1880 gastierte. Das erste Mal mit 3 Giraffen, 2
Elefanten, 2 Zebus, 6 Kamele und Dromedare, sowie einen Esel. Beim
zweiten Aufenthalt waren noch ein Gepard, 2 Hyänenen und kleinere
Tiere, wie Affen und Ziegen dabei. Staehelin 1993, S. 158.
50
Es war mir nicht möglich die Aufenthaltsorte genau zu bestimmen.
Staehelin spricht von "alle großen Städte Europas", für die
erste "Nubier-Karawane"im Jahr 1878-1879 und von Hamburg, Zürich
und Bern im Jahr 1980 (Staehelin 1993, S. 158). Werner Michael
Schwarz geht ebenfalls näher auf dieses Ensemble ein, es gastierte
also zumindest noch in Wien 1978 (Schwarz 2001, S. 66).
51
Schwarz 2001, S. 64.
52 In Wien nutzte Hagenbeck die Rotunde,
der Zentralbau der Wiener Weltausstellung von 1873. Schwarz 2001, S.
67.
53 Hamburg, Berlin, Basel.
54 Zürich u.a.
55
Staehelin 1993, S. 156. Brändle spricht von einem Gebiet, das sie
mit "unterer Wolga"bezeichnet, (Brändle 1995, S. 160).
56
Staehelin 1993, S. 156. Brändle 1995, S. 160.
57 Die
Zusammensetzung war heterogen, Männer, Frauen und Kinder (Staehelin
1993, S. 156).
58 Brändle 1995, S. 160, Staehelin, 1993, S.
156 oder Schwarz 2001, S. 67.
59 Schwarz 2001, S. 67.
60
Hier ist der Dorfcharakter gemeint, der zwar gelenkt und inszeniert
ist, dem Besucher aber ein Höchstmass an Bewegungsfreiheit bietet.
Der Besucher kann alles mit eigenen Augen erkunden, solange verweilen
wie er möchte, und sich eine eigene Meinung bilden, die Inszenierung
erscheint dem Besucher so als völlig real.
61 Schwarz S.
145.
62 Schwarz, S. 138.
63 Freikarten an Schulen, neue
Begriffswahl, große Räumlichkeiten, die im Zentrum des öffentlichen
Freizeitverhaltens standen
64 Schwarz 2001, S. 66.
65
Thode-Arora, Hilke: Herbeigeholte Ferne. Völkerschauen als Vorläufer
exotisierender Abenteuerfilme. In: H.-M. Bock et al. (Hrsg.):
Triviale Tropen. Exotische Reise- und Abenteuerfilme aus Deutschland
1919-1939. München, 1997, hier S. 21.
66 Thode-Arora 1997, S.
21.
67 Thode-Arora 1997, S.22.
68 Carl Hagenbeck war
1913 verstorben. Der Familienbetrieb wurde von seinen Söhnen weiter
geführt.
69 Thode-Arora 1997, S. 23
70 Bitterli 1976,
S. 188
71 Schwarz 2001, S. 113.
72 Die in der
Einleitung erwähnte Sarah Baartman wurde auch nach ihrem Tode
ausgestellt. Ihre Genitalien wurden entnommen und ebenso wie ihre in
Gips gegossenen Körperformen im Musée de l’Homme, Paris
öffentlich ausgestellt. 1994 stellten dann die Angehörigen der
Volksgruppe der Khoi’khoi ein Auslieferungsgesuch der sterblichen
Überreste der Sarah Baartman. Mitter, Partha: The Hottentot Venus
and Western Man: reflections on the construction of beauty in the
West. In: Hallam, Elizabeth and Street, Brian V. (eds): Cultural
Encounters: representing 'otherness'. London, New York, 2000, S.
35-50, hier S. 30.
73 Eißenberger 1996, S. 162.
74
Wobei es dabei deutlich zwischen den einzelnen Völkerschauen zu
unterscheiden gilt. Wurden einige Schauen explizit unter das Motto ''
die Wilden"kommen gestellt, zeichneten sich andere Schauen durch
artistische Darbietungen aus, die von "professionellen
Teilnehmern", die mehrer Jahre hintereinander durch Europa tourten,
aufgeführt. Im Rahmen dieser Arbeit muss auf eine detaillierte
Analyse der einzelnen Völkerschauen verzichtet werden.
75
Staehelin 19 , S. 86.
76 Staehelin 19, S. 92. Staehelin kommt
zu diesem Ergebnis nach einer Analyse der zeitgenössischen
Pressestimmen.
77 Eißenberger 1996, S. 151.
78 Zitiert
nach: Eißenberger 1996, S. 153.
79 Schwarz S. 15
80
Schwarz S.15
81 Gering, Kerstin: Postadamistische Rache am
Sündenfall" Nacktheit in Kultur- und Sittengeschichte der
Jahrhundertwende. In: Kerstin Gering [Hrsg.]: Nacktheit: ästhetische
Inszenierungen im Kulturvergleich. Köln [u.a.] (Literatur "Kultur
"Geschlecht: Kleine Reihe; Bd. 17), 2002, S. 67-90, hier S.
68.Gering, Kerstin: Postadamistische Rache am Sündenfall"
Nacktheit in Kultur- und Sittengeschichte der Jahrhundertwende. In:
Kerstin Gering [Hrsg.]: Nacktheit: ästhetische Inszenierungen im
Kulturvergleich. Köln [u.a.] (Literatur "Kultur "Geschlecht:
Kleine Reihe; Bd. 17), 2002, S. 67-90, hier S. 68.
82 Gering 2002,
S. 68.Gering 2002, S. 68.
83 Gering 2002, S. 80-81.Gering 2002, S.
80-81.
84 Möhring, Maren: Ideale Nacktheit. Inszenierungen in der
deutschen Nacktkultur 1893-1925. In: Kerstin Gering [Hrsg.]:
Nacktheit: ästhetische Inszenierungen im Kulturvergleich. Köln
[u.a.] (Literatur "Kultur "Geschlecht: Kleine Reihe; Bd. 17),
2002, S. 91-110, hier S. 99.Möhring, Maren: Ideale Nacktheit.
Inszenierungen in der deutschen Nacktkultur 1893-1925. In: Kerstin
Gering [Hrsg.]: Nacktheit: ästhetische Inszenierungen im
Kulturvergleich. Köln [u.a.] (Literatur "Kultur "Geschlecht:
Kleine Reihe; Bd. 17), 2002, S. 91-110, hier S. 99.
85 Banzel
[u.a.] 2001, S. 199.
86 Blume, Thorsten: Städtische Wildnis
"behauste Natur. In: Regina Bittner [Hrsg.]: Urbane Paradiese. Zur
Kulturgeschichte modernen Vergnügens. . Frankfurt am Main /New York
Jahr, 2001, S. 140-161, hier S. 152.
87 Brändle 1995, S.
77.
88 Die "Buffolo Bill Show"wurde von William Cody
organisiert und zog 1889/90 durch Europa. Die Stellung der Teilnehmer
ist nur schwer mit anderen Völkerschauen zu vergleichen und würde
ein eigenes Kapitel füllen, vgl. zur weiteren Vertiefung: Calloway,
Colin G., Gemünden, Gerd, Zantop, Susanne: Germans and Indians:
Fantasies, Encounters and Projections. Nebraska, 2002. Eine Studie
der Beziehungen zwischen der deutschen und der indianischen Kultur
Nordamerikas.
89 Brändle 1995, S. 78.
90 Brändle
1995, S. 117.
91 Staehelin 1993, S.. 76.
92 Theodor L.
W. von Bischoff: Bemerkungen über die Geschlechtsverhältnisse der
Feuerländer. In: Sitzungsbericht der mathematisch-physikalischen
Klasse der bayrischen Akademie der Wissenschaften. 12. Bd., München
1882, S. 243. Zitiert nach Schwarz 2001, S. 115.
93 Die Seiten
des CineGraph zum 9. Internationalen Filmhistorischen Kongress in
Hamburg, 21. - 24. November 1996, geben einen guten Überblick über
die große Anzahl von Filmen, welche in den 20er und 30 Jahren des
20. Jahrhunderts als Abenteuer- und Reisefilme die "Exotik''
thematisierten und auf die Leinwand bannten.:
http://www.cinegraph.de/kongress/96/ifkmat9.html [zuletzt besucht am
29.10.2003].
94 Der "gläserne Mensch"wurde 1930 zuerst
auf der Zweiten Internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden
gezeigt. Gefertigt wurde die Darstellung von Franz Tschackert,
Präparator des Deutschen Hygiene-Museums. Quelle:
http://www.dhm.de/ausstellungen/bildzeug/qtvr/DHM/n/BuZKopie/raum_31.04.htm
[zuletzt besucht am 01.11.2003].
95 Es versteht sich das ''
hackenbeckschen Typs"hier als Metapher eingesetzt wird, die das
Prinzip der Ausstellung illustriert
96 Informationsdienst
Dritte Welt "Tourismus,
http://www.tourism-watch.de/dt/28dt/28.volkerschauen/ [zuletzt
besucht am 29.10.2003].
97