von thonbeuse, september 2009, performative installation
Schlagworte (Tags) Öffentliche Kunst,Kunst des Öffentlichen,Topographische Vernetzung/Verteilung,Erinnerung/Wandel,Kunst/Wort, Institutionen,Kunst und Geschichte,Interventionen,Vogelsang Konversion,Performative Installation,Sammlung,asche, vogelsang eifel,Verbotene Kunst,


erstmals: 11.11.9999 hier veröffentlicht: 21.04.2010 bearbeitet:13.10.2011

:asche: - Performative Installation 1 (collection)


Fotos

Please enable the javascript


1

Im Frühjahr 1933 wurde bereits mit der sogenannten „Aktion wider den undeutschen Geist“ begonnen, die vor allem von der Deutschen Studentenschaft (DST) durchgeführt wurde. Den vorläufigen Höhepunkt dieser Aktionen bildeten die sogenannten Bücherverbrennungen auf öffentlichen Plätzen in der Nacht vom 10. auf den 11. Mai 1933.

Diese sichtbaren Symbole einer repressiven Kulturpolitik waren ein inszenatorisches, ein mediales Mittel um einen langanhaltenden und durchgreifenden Prozess zur Umstrukturierung der Bibliotheken, der Universitäten, der Kulturinstitutionen und anderer Bildungseinrichtungen durchzuführen.

Wir haben uns durch ein lebendiges und prozesshaft angelegtes Kunstereignis mit diesen historischen Begebenheiten beschäftigt, und allen interessierten Menschen die Gelegenheit gegeben Teil dieses Erinnerungsprozesses zu werden, aber auch zu erforschen in wie weit diese Entwicklungen bis heute nachwirken. In der Zeit vom 29.09.- 02.10.2009 zwischen 14:00 und 18:00 Uhr nahmen wir deshalb an unserer "Büchersammelstelle", Philosophikum, Uni Köln, im Bereich des Haupeingangs, Bücher von Autoren die sich auf der sogenannten „Liste I Schöne Literatur“ befanden entgegen. Diese Liste liegt an der "Büchersammelstelle" aus.



2


by thonbeuse

Die Stränge sind Geschichte, Topographie und Zeit. Die Wirkungen der historischen Ereignisse vervielfältigen sich, sie bewegen sich mehrdimensional in verschiedene Richtungen, von Schnittpunkten der Ereignisse ausgehend, andere Schnittpunkte formend, fortdauernd. Niemals verloren gehend, nur sich wandelnd. Kein Schuldkomplex, kein schlechtes Gewissen, es ist der Lauf der Dinge, die Unerbittlichkeit der vernetzten Wahrnehmung, die in eine immer neue Auseinandersetzung zwingt. Der Wind, sichtbar durch den Staub (Sprache der Erosion) - die unkontrollierbaren, chaotischen Fragmente, die durch das Räderwerk der Auseinandersetzung freigesetzt werden, "Ursuppe" der sich formenden neuen Stränge, vielleicht der Geschmack der Ereignisse, Inkorporation eines Augenblickes, eines Augenblickes der im Moment seiner Realisierung schon wieder erodiert, die Form wechselt, die Ewigkeit ein Treppenwitz der Geschichte. Alles was entsteht ist schon vor seinem Entstehen nur eine Ruine, wie wir selbst.

 

Credits


Kunsthochschule für Medien

Peter-Welter-Platz 2
50676 Köln
http://www.khm.de
info [at] khm.de

 

53937 Schleiden
Germany
http://www.vogelsang-ip.de

 

 

School is open

»school is open« BildungsRaumProjekt Universität Köln |
Humanwissenschaftliche Fakultät |
StAVV | Studierenden-Ausschuss der Vollversammlung |
Gronewaldstr. 2 | Gebäude 216 | R 232 | 50931 Köln |
T 0221-470 21 85 | F 0221-470 13 64 |
schoolisopen [at] uni-koeln.de | www.schoolisopen.uni-koeln.de





(c) christine s. thon, lars h. beuse Bild/Kunst: Urhebernummer: 182 29 53