"vorübergehend" ist eine Aktion im Infozentrum der ehemaligen NS-"Ordensburg" Vogelsang nahe Gemünd in der Eifel.
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Nachdem wir mit Graviergeräten Vorarbeiten im unteren Teil der Fenster durchgeführt haben, arbeiten wir nun zunächst von Hand weiter und beginnen die Namen via Scratching gleichsam aus den Fenstern herauszuarbeiten. Aus der Zerstörung entsteht eine "geschundene" Oberfläche (Narben), die Einblicke statt unschuldiger Ausblicke ermöglicht. Entscheidend ist für uns der lange Prozess des Sichtbarmachens, der Bearbeitungsspuren hinterlässt, die den Ansatz einer prozessual angelegten Erinnerungssituation thematisieren.
Erinnerung an diesem Ort ist ein schmerzhafter, langwieriger Prozess, dem nicht mit Verdrängung oder simpler "Ästhetisierung von Schrecken" begegnet werden kann.
Die Gespräche mit Besucherinnen und Besuchern, die viele Fragen stellen, spielen hier eine wichtige Rolle. Der Blick durch die Fenster führt zu einer "Schärfung der Wahrnehmung" - obschon man objektiv weniger sieht, scheint man klarer und mehr zu sehen.Die Anordnung der Namen gleicht einer sich bewegenden, pulsierenden Matrize, die für einen Moment wie eingefroren scheint. Aus der Fläche der Fenster wird ein mehrdimensionaler, perspektivischer Raum gescratcht, der ebenfalls mit der Prozessualität der Erinnerung korrespondiert. Im weiteren Verlauf wird deutlich werden, dass die entstehenden Durchblicke die Architektur Vogelsangs in die Arbeit integrieren, die vordergründig "schöne Aussicht" verändern.