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			<ttl>120</ttl><item> <title>Emscher Videos 6 - Verlassen - Forsaken</title> <link>http://www.swashmark.com/Emscher-Videos-6.html</link> <description><![CDATA[ http://ggtmwtli.swashmark.com/Emscher-Videos-6.html ]]></description> <pubDate>Thu, 10 Feb 2011 00:01:38 +0100</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/Emscher-Videos-6.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>dissident &amp;trade; Le roi est mort, vive le roi ?</title> <link>http://www.swashmark.com/dissident-trade.html</link> <description><![CDATA[ <p><strong>[21.02.2011]
</strong></p>
<p style="text-align: right;"><em>"Kommt ein Mann in einen Imbiss und bestellt eine Bratwurst. Schon der 
Name der Bratwurst weist darauf hin, dass sie gebraten werden soll. Die 
These, die die rohe Bratwurst aufstellt, ist vor allem die nach ihrer 
Zubereitung, jedenfalls in unserem philosophischen Kontext. Dieses 
Beispiel ist recht einfach, die einzig m&ouml;gliche Form der Zubereitung ist
 das Braten. Der Mann wartet also, in einem unbemerkten Moment versenkt 
der Angestellte des Imbisses die Bratwurst in der Friteuse, die Wurst 
wird also fritiert und nicht gebraten. Der Vorgang des Fritierens hat 
aber durchaus etwas mit dem des Bratens gemein, denn in beiden F&auml;llen 
wird Fett soweit erhitzt, dass z.B. eine Bratwurst darin zubereitet 
werden kann. Das Braten unterscheidet sich vom Frittieren vor allem 
durch die Menge des zugegebenen Fettes und die Temperatur (Theoretisch 
k&ouml;nnte man mit ein wenig Geschick auch in der Friteuse braten.). Die 
Bratwurst in der Friteuse ist irgendwann "fertig", nun sieht der Kunde, 
dass der Angestellte die Wurst aus dem Fett der Friteuse zieht, der 
Kunde fragt nach, darauf antwortet der Angestellte, dass hier die 
Bratwurst eben frittiert wird, ergo zur Friteusenwurst wird. Ein beinahe
 schon als klassisch zu bezeichnender Fall eines "Roten Herings", der 
diesmal eine durch und durch mit Fett vollgesogene Bratwurst war."</em></p>
<p style="text-align: right;"><em><a href="http://www.swashmark.com/Alltag-und-Ignoratio-Elenchi-Spinoff-Berlinserie-3.-Yes-we-can.html" target="_blank">Ignoratio Elenchi</a> - oder ein Zitat ist ein Zitat ist ein Zitat - oder?<br /></em></p>
<p>Offen gestanden - der Bundespr&auml;sident, so als Amt, interessiert mich eigentlich nicht die Bohne (nur wg. Dissident kommt Gauck hier &uuml;berhaupt vor - eine Wendebiographie ) - was mich schon eher interessiert ist, wie nun schon bevor er gew&auml;hlt wurde ein unglaublicher <a href="http://www.google.de/search?hl=de&amp;gl=de&amp;tbm=nws&amp;btnmeta_news_search=1&amp;q=Gauck+Zitate&amp;oq=Gauck+Zitate&amp;aq=f&amp;aqi=d1d-o1&amp;aql=&amp;gs_sm=3&amp;gs_upl=752382l754466l0l754694l12l11l0l8l8l0l183l417l1.2l3l0" target="_blank">"Zitateinterpretationsreigen"</a> einsetzt, das hat er ja alles ganz anders gemeint - nein, nein, das ist sicher aus dem Zusammenhang gerissen - bla.bla.bla. - wirklich nett - sowas setzt normalerweise nicht vor einer Wahl, sondern vor einem R&uuml;cktritt ein - gut, dass ich auf die OriginalQuellen verlinkt habe - bleibt also die Frage - warum ausgerechnet die &uuml;blichen Verd&auml;chtigen - etwa "der Lobo vom Spiegel&trade;" - hier aktiv werden - aus einer fast schon entr&uuml;steten (Oberlehrer)Haltung heraus - stets mit dem erhobenen Zeigefinger - das Maskottchen der kommerziellen Webnutzung - der Punk der Punks - der Inbegriff der "Kommunikationsguerillia" (&ouml;che) - <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,816601,00.html" target="_blank">soll die Kohlen aus dem Feuer holen</a> - um das Netz zu disziplinieren - um ihm ein Gesicht zu geben - einmal mehr der Versuch f&uuml;r all jene zu sprechen - die bisweilen als anonyme Masse &uuml;ber das Establishment schwappen -&nbsp; das ist ja von Anfang an seine eigentliche Rolle gewesen - der Disziplinator im Namen des "Unkonventionellen" - also bitte - es ist geradezu grotesk, insbesondere, wenn man an die Zitateschlacht in Sachen K&ouml;hler denkt. </p>
<p>Das einzige was man sagen muss ist - man sollte Zitate tats&auml;chlich auf ihren Ursprung hin untersuchen, das Seltsame, und ich fordere hier jeden auf dies zum Beispiel auch anhand <a href="http://blog.karlshochschule.de/2012/02/20/gauck-in-der-filterbubble-oder-wie-wir-lernten-den-kontext-zu-ignorieren/" target="_blank">dieser Seite einmal zu tun</a> ist folgendes: Es wird behauptet die Meinung, die Aussagen Gaucks w&uuml;rden falsch wiedergegeben, tats&auml;chlich verlinkt der Autor aber in Sachen alberne "Kapitalismuskritik" 1. hier zum Beispiel nicht zur <a href="http://www.zeitverlag.de/pressemitteilungen/joachim-gauck-antikapitalismusdebatte-ist-unsaglich-albern/" target="_blank">Pressemitteilung der Zeit Matinee</a>, sondern nur zur <a href="http://www.zeitverlag.de/veranstaltungen/zeit-matinee-joachim-gauck/" target="_blank">Veranstaltungsank&uuml;ndigung</a>, und 2. der Autor tritt an im Namen der unverf&auml;schten Zitate - aber er interpretiert permanent - und erst aus der Interpretation ergibt sich der neue - nun "richtige" Zusammenhang - Tatsache ist allerdings, jede kritisierte Verwendung von Zitaten im Falle Gauck - l&auml;sst sich inhaltlich gerade durch die Verlinkung auf die Originalzitate weiter aufrechterhalten s.u. - bei entsprechend anderer Interpretation (andere Meinung "Das wird man ja wohl noch sagen d&uuml;rfen (&ouml;che)" </p>
<p>{ Beispiel? Hier: Zwar sagt Gauck nicht, dass er "Occupy" albern findet, aber er sagt, dass eine Aufl&ouml;sung der kapitalistischen Widerspr&uuml;che nichts ver&auml;ndern, verbessern w&uuml;rde, dass derartige Kapitalismuskjritik, wie sie OHNE JEDEN ZWEIFEL von Occupy propagiert wird, "albern" ist - als Beispiel f&uuml;hrt er indirekt die DDR an - die allerdings ein kapitalistisches, ein staatskapitalistisches System war (typisch Gauck - Behauptungen "DDR=Sozialistisch" werden zur Tatsache, dabei waren gerade die kaptalistischen Widerspr&uuml;che nicht aufgel&ouml;st - ein Blick, der die Rolle der BRD im Zusammenhang DDR auf die Rolle der Heilsbringerin verk&uuml;rzt - Verstaatlichung ist nicht Vergesellschaftung - verstaatlicht hat z.B. Bismarck -u.a. die Eisenbahn), daneben sprach er in Vertretung von Ziegler vor den handverlesenen G&auml;sten der Salzburger Festspiele - nun weiss jeder, dass Ziegler einer der wichtigsten und entschlossensten Globalisierungkritiker ist, und jeder weiss, dass seine Rede eine einzige Anklage gegen die just in Salzburg versammelten Herren, nebst bepelztem Anhang, war - wie ist es nun zu werten, wenn Gauck in einer deratigen Situation - als Zieglers Stellvertreter, nachdem dieser zensiert wurde, dort &uuml;ber "pers&ouml;nliche Freiheit" redet - da kann man nicht hingehen und irgendwelchen Leuten vorwerfen, sie w&uuml;rden falsch "zitieren" - da muss man schon sagen, dass es neben einigen Zitaten eine lange Reihe von Verhaltensweisen und konkreten Handlungen gegeben hat, die den Schluss nahelegen, dass Gauck kaum ein Kandidat ist, von dem zu erwarten ist, dass die Verantwortlichen, zum Beispiel f&uuml;r den massenhaften Hungertod - den tagt&auml;glichen massenhaften Hungertod, der auch durch Spekulationen mit Nahrungsmitteln entsteht, klar angesprochen werden. Der Inhalt der Rede Gaucks auf den Festspielen, l&auml;sst diesen Schluss ebenfalls nicht zu. Dies sind Zusammenh&auml;nge und Entwicklungen vor deren Hintergrund man an anderer Stelle entstandene Zitate sehr wohl mit ber&uuml;cksichtigen muss - da sich aus vielen Fragmenten ein Gesamtbild ergibt. Die Zerst&ouml;rung von Zusammenh&auml;ngen, von Entwicklungen auf einer horizontalen und vertikalen Achse - auch vor der Zeit und der Biographie, ist ein uraltes Modell zur Unterdr&uuml;ckung von Interpretationsvielfalt.&nbsp; </p>
<p>Tatsache ist: Nicht das einzelne Zitat ist wichtig - wichtig ist seine Kontextuierung - und zwar nicht nur durch die Situation in der sich ein Zitat konkret ereignete - sondern gerade im Widerspruch und in Erg&auml;nzung zu s&auml;mtlichen anderen verf&uuml;gbaren Informationen - in so weit ist jede Kritik, die sich so.oder.so auf Zitate bezieht von vornherein eine Kritik, die inhaltlich nicht tragen kann - in soweit unwichtig. Richtig ist: Quellenkritik - keine einzige Quelle kann ohne die Einordnung in einen Gesamtkontext als "0 oder 1" angenommen werden - eine Quelle gewinnt also erst durch ihre quellenkritische W&uuml;rdigung ihre Bedeutung - damit ist das Salz in der Suppe nicht die Quelle in Rohfassung - sondern ihre Interpratation und Einordnnung in einen Gesamtkontext aus verf&uuml;gbaren Informationen. Also selten sowas albernes gelesen, wie die "Zitateverteidigung" im Falle Gauck - ihr fehlt eben jene quellenkritische W&uuml;rdigung, man br&auml;uchte keine Zitate von Gauck um ihm nachzuweisen, dass er ein typisch "wertkonservativer" angepasster Pr&auml;sidentschaftskandidat ist. Und so kann es zwar gelingen hier Fragen nach dem Kontext von Quellen aufzuwerfen, aber, die, z.B. von vielen Netzaktivisten, erhobenen Vorw&uuml;rfe lassen sich daduch keineswegs enkr&auml;ften - im Gegenteil - Gaucks Kandidatur erscheint umso mehr <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/kampagnen-call-it-democrazy.html" target="_blank">als Kampagne</a>. }</p>
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<p>Es geht hier also darum eine <a href="http://www.swashmark.com/Berlin-pfffffftsch.html" target="_blank">essentialisierte Meinung</a> &uuml;ber "Gauck" zu vermitteln, die rhetorische Figur gegen&uuml;ber den "Zitateverzerrern" - ist die <a href="http://www.swashmark.com/Alltag-und-Ignoratio-Elenchi-Spinoff-Berlinserie-3.-Yes-we-can.html" target="_blank">"Ignoratio Elenchi"</a> - das unterschieben einer falschen These.</p>
<p>{ Daneben - im Subkontext (es wird auch zur&uuml;ck auf den Spiegel verlinkt) - wird, was als durchaus auf Basis der Zitate zu vertretende journalistische Meinung zu werten ist,&nbsp; zum "einiges durcheinandergeraten" - ein altes Spiel - der eine behauptet im Besitz der Wahrheit zu sein, eine Interpretation, um dem Anderen die Grundlagen seiner Meinung zu entziehen - ein Schritt weiter und wir sind bei sowas wie: die Journalisten reissen alles aus dem Zusammenhang und sagen was sie wollen - sie haben sogar eine Meinung - das ist eine Reaktion aus der I-M&auml;nnchen Klasse politischer KOmmunikation}) </p>
<p>- was also den angeblichen Zitatezerfetzern vorgeworfen wird - n&auml;mlich ein Zitat auch zu interpretieren - und in einen selbstgew&auml;hlten inhaltlichen Kontext zu stellen, im Sinne einer offenen Interpretationsmatrix (also ein Meinungsbildungsprozess) soll hier - im Stile des emp&ouml;rten Gutmenschen - unterdr&uuml;ckt werden - um eine eigene <a href="http://www.swashmark.com/Serie-Berlin-Bebelplatz-Leere-und-Huelle.html" target="_blank">statische und monolitische Interpretationsmatrix</a> anzubieten - ungewollte best&auml;tigt sich so die Grundkritik an dem Sonntagsredner - seine Zitate - auch seine kompletten Reden und Texte halten nicht stand sobald eine v&ouml;llig andere, v&ouml;llig ligitime Interpretation auftaucht - sie kann nurmehr mit der Floskel von "falschen Zitat" abgewehrt werden - eine verborgene Rechtfertigungsstrategie - "Streitwert" ergibt sich so nicht aus den Inhalten (denn es war ja nicht so gemeint), sondern aus dem inhaltsleeren Vorwurf meiner Oma - <a href="http://www.swashmark.com/object-v-das-hat-damit-nichts-zu-tun-2002.html" target="_blank">"Das hat damit nichts zu tun"</a>.</p>
<p>Es kommt das Unbehagen auf, dass ungewollte, aber m&ouml;gliche Interpretationen, damit ein <a href="http://www.critical-art.net/books/ted/" target="_blank">Floaten der Meinungsmatrix</a>, unterdr&uuml;ckt werden soll, dieses Unbehagen ist berechtigt - zumal es im Gewande der Moral als Totschlagargument daherkommt.</p>
<p>Zitate und ihre <a href="http://www.swashmark.com/deleuze-rhizom.html" target="_blank">freie vagabundierende Interpretation</a> - geh&ouml;ren nicht Demjeniegen der sie ausspricht - wenn er eine &ouml;ffentliche Person ist - und sich zu Belangen der &Ouml;ffentlichkeit &auml;u&szlig;ert - sie geh&ouml;ren all jenen - die sie h&ouml;ren - und diese <a href="http://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/0,2828,720945,00.html" target="_blank">haben das Recht</a>,&nbsp; diese Zitate zu interpretieren und wahrzunehmen und in Zusammenh&auml;nge zu stellen, die sie f&uuml;r richtig halten - das nennt man Demokratie - ich jedenfalls habe schon jetzt den Kaffee auf - Le roi est mort, vive le roi ? - aber wie gesagt -&nbsp; Also - jetzt reichts aber auch - es ist wirklich v&ouml;llig bl&ouml;dsinnig - wann reden wir endlich wieder &uuml;ber die Kanzlerin und nicht mehr &uuml;ber den hauptamtlichen Gr&uuml;&szlig;august vom Schloss Belleveu - oder Bellev&uuml;.</p>
<p>Wie auch immer - eigentlich interessant - denn es geht im Text ja nicht um Gauck - sondern um das Wort "Dissident" - und wie es w&auml;hrend des kalten Krieges mit einer ideologischen Bedeutung aufgeladen wurde - nun haben wir also ein neues Wort es heisst "Gauck" und es wird lange vor der Bundesversammlung mit Ideologie aufgeladen, was eine sehr interessante Entwicklung im Zusammenhang dieses Textes ist.&nbsp;</p>
<p>Herr Gauck? Noch da? Wollen Sie sich das wirklich antun? Man muss nicht Pr&auml;sident sein - warum wollen Sie Pr&auml;sident werden - ich kann Ihnen nicht dazu raten, dieses Amt anzutreten, sollten Sie gew&auml;hlt werden. Wenn es etwas gibt, was einen Dissidenten ausmacht - auch im goldenen Westen, dann ist es die F&auml;higkeit sich nicht instrumentalisieren zu lassen - von nichts und niemandem - schaffen Sie das?<strong><br /></strong></p>
<p><strong>Gehen sie in sich.<br /></strong></p>
<p><strong>[20.02.2011]
</strong></p>
<p style="text-align: right;">
<em>3. The return of cultural continuity is what exalts the
monument in the eyes of the complicit. In its cloak of
silence, the monument can easily repress contradiction. To
those whose values they represent, monuments offer a
peaceful space through the familiarity of cynical tradition.
At the monument, the complicit are not burdened with
alienation arising from diversity of opinion, nor with the
anxiety of moral contradiction. They are safe from the
disturbance of reflection. Monuments are the ultimate
ideological bunkers&mdash;the concrete manifestations of fortress
mentality."<a href="http://www.critical-art.net/books/ted/"><strong> The Electronic Disturbance, 1993</strong></a></em><a href="http://www.critical-art.net/books/ted/">
</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<div style="text-align: right;">
<div>
<em>&ldquo;Um es klar zu sagen, ich finde den Einsatz nicht gut, aber 
ertr&auml;glich und gerechtfertigt&rdquo;</em>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.critical-art.net/books/ted/"><em>Gauck zum </em></a><em><a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Emscher-Videos-7-Wenn-das-Blut-durch-die-Strassen-fliet.html" target="_blank">Afghanistan Einsatz </a>der <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Suomi-on-huonolla-tuulella-Zuege-Massakerskala-RMS-Lusitania.html" target="_blank">Bundeswehr</a>. Das <a href="http://soldatenglueck.de/2010/06/27/37213/gauck-konkretisiert-haltung-zum-bundeswehr-einsatz-in-afghanistan-scharfe-kritik-an-roter-bourgeoisie/" target="_blank">nenne</a> ich <a href="http://soldatenglueck.de/" target="_blank">Soldatengl&uuml;ck</a></em></p>
<p style="text-align: right;"><em>"So d&uuml;rfen wir hoffen und wollen daf&uuml;r arbeiten, dass sich neben<br />der F&uuml;lle spezieller Erinnerungsg&uuml;ter von Gruppen und<br />Nationen ein Erinnerungsbesitz aufbaut, in dem nicht die<br />Kriege und Siege von einst dominieren.</em></p>
<p style="text-align: right;"><em>Joachim Gauck in seiner Rede <a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/Stiftungsvortrag_Gauck.pdf" target="_blank">"Welche Erinnerungen braucht Europa?"</a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote>
<p style="text-align: right;"><em>&bdquo;Wenn der Verfassungsschutz bestimmte Personen oder 
Gruppen innerhalb dieser Partei observiert, wird es daf&uuml;r Gr&uuml;nde geben. 
Er ist nicht eine Vereinigung von Leuten, die neben unserem Rechtsstaat 
existiert und Linke verfolgt.&ldquo;</em></p>
<p style="text-align: right;"><em>Gauck - zur &Uuml;berwachung der "die Linke" durch den Verfassungsschutz - B&uuml;rgerrechtler? Zivilgesellschaft? Demokratie? Ehemaliger B&uuml;rgerrechtler? Ehemaliger, sicher fragt sich nur was - Stasi - Nasi - Frasi. </em></p>
<p style="text-align: right;"><em>
</em></p>
<hr />
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Was ist das Problem mit Gauck - das Problem ist - der Sonntagsredner 
mit den Allgemeinpl&auml;tzen entlarvt sich in der Regel durch die 
Widerspr&uuml;chlichkeit und Inkongruenz seiner Aussagen &uuml;ber die Jahre- 
schon das geringste krtische - nicht widerspruchsfreie - nachfragen 
l&auml;sst das Geb&auml;ude des Weihevollen in sich zusammenbrechen - v&ouml;llig egal 
auf welcher politischen Seite man steht - - es gibt in diesen "Geb&auml;uden 
des Pr&auml;sidialen" keine Beziehungen, keine Kontinuit&auml;ten und 
Schlussfolgerungen, keine Widerspr&uuml;che - ( und Wulff mal ganz gegen den Mainstream - auch nichts Falsches ) - was sich dann in der 
Gegen&uuml;berstellung, schon ohne weiteren Kommentar als seltsam erratisch 
erweist (Verfssungsschutzzitat - es wird Gr&uuml;nde geben - die Nachfrage "Welche?" "auf welcher rechtsstaatlichen Grundlage?" sprengt schon die scheinbare Logik - befremdlich ist - bei der pers&ouml;nlichen und institutionelle Stasi Erfahrung - die ihre Gr&uuml;nde hatte - so.oder.so - das naive Vertrauen in politische Polizeien - die sowohl in der BRD, wie in der gesamten Welt, immer ein rechtsstaatliches Problem sind - NSU - NPD V-M&auml;nner - die Liste der Seltsamkeiten beim VS ist lang, sehr lang. Das ist tyisch Gauck - und das ist gemeint, wenn ich von Allgemeinpl&auml;tzen rede. ) - denn Banalit&auml;ten und Allgemeinpl&auml;tze passen Sonntags in der 
Paulskirche oder in sonstigen heiligen Hallen - aber nie zur 
Wirklichkeit - denn diese macht es in der Regel erforderlich, dass man 
ein Thema von vielen Seiten - auch vor dem Hintergrund einer, der 
Banalait&auml;t fremden, Komplexit&auml;t aufarbeitet - deshalb wird Gauck ein 
schlechter Pr&auml;sident sein - er lebt in einer Welt der weievollen 
Wiederho(h)lung von Phrasen.</p>
<p style="text-align: left;">Es ist nun indes sicher ein Allgemeinplatz, dass ein ganz 
gro&szlig;koalition&auml;rer Kandidat vor allem eine F&auml;higkeit besitzen muss: Er 
muss in ausschweifender Rede sowenig sagen k&ouml;nnen, dass alle glauben 
viel geh&ouml;rt zu haben.</p>
<blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
</blockquote>
<p style="text-align: left;"><strong><a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Mahnmal-des-Mahnmals-mind-the-gap.html" target="_blank">Erinnerung</a> - Joachim Gauck soll Bundespr&auml;sident werden - ein Wertkonservativer. Nun - er wird als ehemaliger <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/magda/joachim-gaucks-totalitaere-aufklaerung" target="_blank">B&uuml;rgerrechtler</a> gehandelt, was sich nicht wirklich belegen l&auml;sst, bzw. es liegt im <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/HiredFired-Seafood-inc..html" target="_blank">Auge des Betrachters</a> - nicht wenige hielten seine Rolle in der DDR<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,700903,00.html" target="_blank"> f&uuml;r opportunistisch </a>gegen&uuml;ber der <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/3-DDR-Witze-Treffen-sich-zwei-Genossen.html" target="_blank">SED Diktatur</a>, sp&auml;ter f&uuml;r opportunistisch gegen&uuml;ber der "Wieder"vereinigungsfloskel. Unsch&ouml;n war sicher seine willige Vertretung f&uuml;r den ausgeladenen <a href="Somalia-The-Age-of-the-Helicopter-Ziegler-hlt-eine-Rede.html" target="_blank">Ziegler bei den Salzburger Festspielen</a>- unsch&ouml;n und typisch banal sind seine<a href="http://www.zeitverlag.de/pressemitteilungen/joachim-gauck-antikapitalismusdebatte-ist-unsaglich-albern/" target="_blank"> </a>j&uuml;ngsten &Auml;u&szlig;erungen zu <a href="http://www.zeitverlag.de/pressemitteilungen/joachim-gauck-antikapitalismusdebatte-ist-unsaglich-albern/" target="_blank">kapitalismuskritischen Debatten</a>. Seine Positionen in der <a href="http://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/0,2828,720945,00.html" target="_blank">"Hartz IV" Debatte</a> erkl&auml;ren <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/HiredFired-Seafood-inc..html" target="_blank">vielleicht</a> die <a href="http://www.sofeb.de/Kurzfassung%20Sanktionsprojekt.pdf" target="_blank">N&auml;he</a> der FDP "<a href="http://www.ftd.de/politik/deutschland/:hartz-iv-debatte-westerwelle-warnt-vor-spaetroemischer-dekadenz/50072745.html" target="_blank">Sp&auml;tr&ouml;mische Dekadenz</a>" zu diesem Kandidaten -&nbsp; es lie&szlig;e sich noch <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/in-bochum-opel2-und-gelsenkirchen-trinkhalle-oder-wie-man-den-kapitalisten-wirklich-direkt-ente.html" target="_blank">vieles aufz&auml;hlen</a> was es schon mehr als verwunderlich erscheinen l&auml;sst, dass ausgerechnet <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Alt-arm-arbeitslos-Statistik-meets-Statistik.html" target="_blank">Rot-Gr&uuml;n</a> diesen Kandidaten vorschl&auml;gt, oder eben <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/kampagnen-call-it-democrazy.html" target="_blank">gerade nicht</a> (Wer wird die tollste <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/The-Feel-Good-Republik-of-Love-inc.-mit-Nuklearer-Teilhabe.html" target="_blank">Volkspartei im Lande</a> - und wer ist <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Simulierte-Demokratie-z.B.-Rot-Gruen-das-B-Team-des-Kapitalismus.html" target="_blank">noch nicht stoned?</a>). </strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Dumm nur, dass die Gr&uuml;nen sich nicht gleich die Goldenen genannte haben - dann h&auml;tten wir sie endlich die Schwarz-Rot-Goldene Koalition</strong>&trade;</p>
<hr style="text-align: left;" />
<p style="text-align: left;">Joachim Gauck sagte bei der ZEIT MATINEE in den Hamburger Kammerspielen,
 dass er die Antikapitalismusdebatte f&uuml;r<a href="http://www.zeitverlag.de/pressemitteilungen/joachim-gauck-antikapitalismusdebatte-ist-unsaglich-albern/" target="_blank"> &bdquo;uns&auml;glich albern&ldquo;</a> halte.</p>
<p style="text-align: left;">Bei der Gelegenheit - neuer Artikel zu Occupy beim <a href="http://socialistworker.org/2012/02/15/building-a-stronger-occupy" target="_blank">US- Socialist WOrker.</a></p>
<p style="text-align: left;">Video vollkommen alberne R&auml;umung der Berliner Occupisten - alles total albern.</p>
<p style="text-align: left;">
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</p>
<hr style="text-align: left;" />
<p style="text-align: left;"><strong>Alles in allem sind seine Reden und Beitr&auml;ge jedoch <a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/Stiftungsvortrag_Gauck.pdf" target="_blank">voller banaler Allgemeinpl&auml;tze</a>, wie man sie von vielen Kanzeln der Republik kennt - und in jeder Sonntagsrede gerne <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/vogelsang-fiktion-und-konstruktion-die-vogelsang-konversion-2.html" target="_blank">mit Wohlwollen</a> zur Kenntnis nimmt, soweit der zuvor verspeiste schwere Sonntagbraten der Hausfrau einen nicht w&auml;hrend der Rede soviel <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Die-Metaphysik-der-groen-Pleite.html" target="_blank">Sauerstoff aus dem Gehirne abzieht</a>, dass man in ein feines <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Machtuebernahme-fuer-Anfaenger-Teil-III-Amazing-romans-really-amazing.html" target="_blank">b&uuml;rgerliches Sonntagsnickerchen</a> f&auml;llt - was dann das ganze Ereignis zu einer runden und demokratischen Sache macht - im <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Arrivederci-Roma-Prohibition-die-Scheinheiligen-Europas-Geburt-des-Venizianischen-Popularismus.html" target="_blank">wertkonservativen</a> Sinne - <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Erratisch-welch-ein-wunderbarer-Wort-Ort.html" target="_blank">Neues</a>, <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/die-Trotzki-Kamenew-Retusche-Lenins-Rede-am-05.05.2011.html" target="_blank">Aufregendes</a> - <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Mietenstopp-in-Berlin-und-anderswo.html" target="_blank">"Ruckendes"</a> - <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Bretter-die-die-Welt-bedeuten.html" target="_blank">Brilliantes</a> - dies wird man von diesem <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/countdown-to-eternity.html" target="_blank">Pr&auml;sidenten</a> sicher nicht erwarten d&uuml;rfen - daf&uuml;r - <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Der-Gute-Hirte.html" target="_blank">Solidit&auml;t</a> - gepflegte Langeweile - <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Wir-waaaaarten-.....html" target="_blank">viel Volk</a> -&nbsp; ein <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Athen-Wertpapiere-in-der-Drogerieeabteilung.html" target="_blank">behautsamer Umgang mit der Politik</a> und der Geschichte - <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/there-will-be-blood.html" target="_blank">"Vers&ouml;hnen statt Spalten"</a> (&ouml;che) in so weit sicher ein Kandidat der <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/1.-Mai-Tag-der-Arbeit-Loehne-an-den-DAX-koppeln-Prohibido-el-Paso.html" target="_blank">f&uuml;r Ruhe sorgen</a> wird, ob es das ist was die Republik braucht ist eine andere Frage - sch&ouml;n w&auml;re sowiso eine Frau gewesen - aber andererseits - das deutsche Staatsoberhaupt - ein&nbsp; symbolisches fast <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Privatisierung-der-Wohlfahrt-Fluch-der-guten-Tat-Ces-gen-la.html" target="_blank">caritatives</a> Amt. </strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Ein Dissident? Ein B&uuml;rgerrechtler? Ein <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Staatsanleihen-EZB-Kapitalaufstockeung-und-Krisenmechanismus-Hintertuumlr-EuroBonds..html" target="_blank">Diener vieler Herren</a>? Die <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Papst-in-DeutschlandPapst-in-Deutschland-Und-nocheinmal-Fiktion-des-Wissens-ist-nicht-Neue-Sachli.html" target="_blank">Frage</a> m&ouml;gen andere beantworten - <a href="http://www.kunstkopie.de/kunst/carl_spitzweg_70/sonntagsspaziergang-1.jpg" target="_blank">Retro in jedem Falle</a>.</strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>In diesem Sinne <a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Frohe-Weihnachten-What-goes-up-must-come-down.html" target="_blank">Frohe Weihnachtsansprache</a> - mit Gauck - ja ist denn schon wieder<a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Seisachtheiaisten-Seisachteiaismus-seisachtheia-schuld-sklaven-immobilien-reichlich-antik.html" target="_blank"> Weihnachten?</a> Bald.<br /></strong></p>
<p style="text-align: left;">
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</p>
<p style="text-align: left;"><strong>[18.12.2011]
</strong></p>
<p style="text-align: left;">Der <em>ehemalige</em> tschechische Pr&auml;sident Vaclav Havel ist im Alter von 75 Jahren gestorben.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>[07.10.2011]
</strong></p>
<p style="text-align: left;">Und es gibt sie doch noch - Dissidenten - naja - aber auf jeden Fall B&uuml;rgerrechtlerinnen, <a href="http://derstandard.at/1317019584222/Zwei-Liberianerinnen-und-eine-Jemenitin-Friedensnobelpreis-geht-an-drei-Frauen">mit Friedensnobelpreis</a> - derweil sehnt sich Deutschland dagegen nach Beton - nicht nur in Form von "Stra&szlig;en" sondern auch in der Politik - schon vergessen - die letzte <a href="http://www.n24.de/news/newsitem_7321148.html" target="_blank">Gro&szlig;e Koalition</a> war eine echte Katastrophe - kann man z.B. mit dem Begriff "Gro&szlig;e Koalition" leicht recherchieren, ich hoffe, dass die &uuml;brigen Parteien wissen, dass sie daran eine Mitverantwortung tragen - andererseits - warum nicht - f&uuml;r die ausserparlamentarische Opposition ist die Beton-Koalition immer schon das Beste gewesen. 
</p>
<p style="text-align: left;">by beuse </p>
<p style="text-align: left;"><img src="assets/images/startright/dissident-foto.jpg" alt="" width="600" height="227" /></p>
<p style="text-align: left;">Es gab eine Zeit in der das Wort "Dissident&trade;" mit einer ganz bestimmten Bedeutung
aufgeladen war.
</p>
<p style="text-align: left;"><em><img style="margin-left: 5px; margin-right: 5px; float: left;" src="assets/images/dissig.jpg" alt="" width="192" height="179" /></em><strong>Wie ich darauf komme?</strong> Ich habe mal einen Job als LKW Fahrer gemacht, um als junger Mann etwas dazuzuverdienen. Nat&uuml;rlich war der Job total unterbezahlt, und auch sonst ziemlich ungerechte Plackerei. Es ergab sich nun, dass der B&uuml;rgermeister von W&uuml;rzburg dem Herren Lew Kopelew eine Kiste vom W&uuml;rzburger Stein&trade; zukommen lie&szlig;. Diese Kiste verirrte sich just in die Spedition in
der ich seinerzeit Dienst tat, dar&uuml;berhinaus lag die Auslieferung der Kiste in meiner Verantwortung. Ich war damals ganz gut mit den
Arbeiten Lew Kopelews vertraut, und wollte ihm bei der Gelegenheit auch direkt &uuml;ber "mein unterbezahltes Arbeitsverh&auml;ltnis&trade;" aufkl&auml;ren, und ihm sagen, dass hier auch einiges im Argen lag. Ich schleppte also die Kisten hoch, und Herr Kopelew bat mich auch herein, in seiner Wohnung hingen Fotos, Plakate alles m&ouml;gliche. Ich beschwerte mich &uuml;ber die schwere Kiste, die ich bei 30 Grad im Schatten hochschleppen musste, und wir wechselten ein paar Worte. Wie auch immer, er sah schon meinem schweissgebadetem Gesicht an, was ich ihm
eigentlich sagen wollte. Er gab mir zwei Flaschen vom W&uuml;rzburger Stein&trade; und wir verabschiedeten uns, der Wein war gut, eine Woche sp&auml;ter habe ich gek&uuml;ndigt.</p>
<p style="text-align: left;"><br />(Der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCrzburger_Stein" target="_blank">W&uuml;rzburger Stein</a> ist ja eine Lage die erst von den Dampflocks eingenebelt wurde, und nun von der nahen <span style="text-decoration: line-through;">Autobahn</span> vierspurigen Bundesstra&szlig;e, dem Geschmack dieser erstkalssigen Silvaner-Lage d&uuml;rften die Umweltbedingungen, in feinen Endspitzen der Note absolut zutr&auml;glich sein, bzw diese erst erm&ouml;glichen. Wobei mangels Vergleichsm&ouml;glichkeit mir nicht klar ist ob Kohle oder Benzin hier bessere Dienste tun/taten)</p>
<p style="text-align: left;">
Eine Microethymologie&trade; ergibt, dass wir es mit einer Anlehnung an das lateinische
"dissidens (-entis)" zu tun haben. Das Verb w&auml;re "dissidere" also etwa "von 
etwas entfernt sein, getrennt sein". Die Bedeutung war zun&auml;chst garnicht eindeutig.
Zur Mitte/Ende des 18JH. etwa wurden Protestanten als "Dissidenten&trade;" bezeichnet.
</p>
<p style="text-align: left;">
Dies soll zun&auml;chst ausreichen, denn Dissident ist neben den
objektiv herleitbaren Fakten vor allem ein Wort, welches zeigt wie Sprache mit 
Ideologie aufgeladen werden kann. Soweit, dass ein Wort unter bestimmten 
Voraussetzungen eine gew&uuml;nschte Bedeutung erh&auml;lt, bzw. derart mit einer Bedeutung
aufgeladen werden kann, dass es sich eignet um mit ihm Politik, also Meinung, 
zu machen.
</p>
<p style="text-align: left;">
Das sind nat&uuml;rlich nicht wirklich tolle neue Erkenntnisse, und sicher fallen jedem
zig W&ouml;rter ein f&uuml;r die das ebenso gilt, einige werden gar einwenden dies geht mit
jedem Wort. Dem w&uuml;rde ich ohne weiteres zustimmern, doch das Wort "Dissident&trade;" 
spielt  eine besondere Rolle, wobei ich mich auf einen Teilsaspekt, den des 
"Kalten Krieges&trade;" beschr&auml;nken m&ouml;chte. 
</p>
<p style="text-align: left;">
Es gab in der ehemaligen UdSSR von jeher Menschen, die gegen die angeblich sozialistische
Herrschaft Einspruch erhoben. Das Spektrum dieser Kritiker war dabei breit gef&auml;chert, und
konnte vom Trotzkisten&trade; &uuml;ber Basisdemokraten&trade; und Umweltsch&uuml;tzer&trade; bis zu Erzkonservativen&trade; der
orthodoxen Kirche reichen. (Wenn ich von in der ehemaligen Sowjetunion spreche, meine ich den
geamten Ostblock&trade; einschlie&szlig;lich der DDR&trade; mit)
</p>
<p style="text-align: left;">
Uns im Westen, in der Regel allein durch die g&auml;ngigen Massenmedien informiert, 
war es ziemlich egal aus welcher Ecke die kritischen Stimmen kamen, oder besser wir wurden
dar&uuml;ber nicht unterrichtet. Die weitere Information wurde durch die Verwendung eines Wortes
&uuml;berfl&uuml;ssig, gemeint ist das Wort "Dissident&trade;".
</p>
<p style="text-align: left;">
Dieses Wort war ungemein praktisch. Es wurde etwa ab 1949, vor allem in den USA, 
von vornherein als sprachliche Waffe im Kalten Krieg benutzt. Schnell verbreitete
sich diese Sprachregelung im gesamten "freien Westen&trade;". Im Endergebnis wurde uns so in
der "Tagesschau" und anderen Nachrichtensendungen immer wieder ein Update &uuml;ber dissidentische
Aktivit&auml;ten im "Hinterland des Feindes&trade;" verabreicht.
</p>
<p style="text-align: left;">
Nun gut, das ist nun vielleicht etwas spitz formuliert. Doch es folgte in der
Regel eben nicht eine pr&auml;zise Information &uuml;ber die politischen Ziele und Hintergr&uuml;nde dieses
oder jenes "Dissidenten&trade;", nein der "Dissident&trade;" war gut, denn er war gegen "den Osten".
Soweit ich mich erinnern kann entstanden auch Wortkonstruktionen die ganz interessant sind
also etwa "Dissidentenp&auml;rchen&trade;", "Dissidentengruppe&trade;" auch L&auml;nderk&uuml;rzel waren &uuml;blich also etwa "DDR - Dissident&trade;"
(gerade DDR-Dissident soll mir mal bitte jemand genau erl&auml;utern, auch den feinen Unterschied zum "CSSR - Dissident&trade;" und
erst recht den zum "BRD-Dissidenten&trade;" oder gar zum "&Ouml;stereich-Sissidenten&trade;"[A-Dissident&trade;])Schon klar - sonderlich humorig ging es
im Kalten Krieg leider auf keiner Seite zu.
usw. 
</p>
<p style="text-align: left;">So richtig lustig machen wollte sich seinerzeit &uuml;ber dieses ganze "Dissidententum" niemand,
 nein die "Dissidenten&trade;" waren eine angesehene Gruppe. Nat&uuml;rlich &uuml;bersahen die meisten im Westen dabei,
 dass viele der "Dissidenten&trade;" nun nicht gerade den "Privatkapitalismus LasVegasStyle&trade;" oder die
 repr&auml;sentative Demokratie, oder die soziale Marktwirtschaft anstrebten. Viele der "Dissidenten"
 standen den westlichen Politik-und Wirtschaftsentw&uuml;rfen ebenfalls kritisch gegen&uuml;ber. Weiter muss
 man bedenken, dass oft schon absolute Kleinigkeiten wie etwa ein falsches Wort in einem Text ausreichte,
 also z.B. "Erisch Honeck&auml; der Kleingartenvereinsvorsitzende der Deutschen Demokratischen Kleing&auml;rten 
 gab bekannt..."&trade; statt "Erich Honecker der Staatsratsvorsitzende der Deutschen Demokratischen Republik 
 gab bekannt ...", um direkt mit Erlangung des "Dissidentenstatus&trade;" entlohnt zu werden.   
 </p>
<p style="text-align: left;">
[ &Uuml;brigens Afghanistan&trade; - jeder der damals irgend etwas gegen die Sowjets in Afgahnistan&trade; sagte, und zudem in einem der Staaten
des Osblocks lebte, wurde gleich zum "Dissidenten" bef&ouml;rdert. Heute stehen wir selber in Afghanistan&trade;, und werden, meiner
Meinung nach, das Land auch so verlassen wie die Sowjets seinerzeit, n&auml;mlich mit den Beinen in der Hand. Aber das hat damit nichts zu tun. ]
</p>
<p style="text-align: left;">
 "Dissident&trade;" das Kultwort im Ost-West Konflikt der alten, ordentlich aufger&auml;umten Kalten Kriegs Welt, das war sch&ouml;n,
 und die Familie versammelte sich vor der "Tagesschau" um t&auml;glich &uuml;ber das Schicksal dieses oder jenes
 "Dissidenten&trade;" aufgekl&auml;rt zu werden.</p>
<p style="text-align: left;"> Uns im Westen gab der "Dissident" ein sicheres Zeichen alles richtig
 gemacht zu haben, was uns auch in der Regel gleich davon abhielt mal vor der eigenen T&uuml;r genauer hinzuschauen. 
 </p>
<p style="text-align: left;">
"Dissidenten" im Westen, die gab es nicht, das Wort war ganz allein den "Kritikern" im Ostblock 
vorbehalten. Niemals w&auml;re jemand auf die Idee gekommen eine Person aus der 
"Westdeutschen Friedensbewegung&trade;" oder vielleicht VertreterInnen der "68er Revolte&trade;" oder der "AntiAKW Bewegung&trade;"
als Dissidenten zu bezeichnen. Diese waren entweder: "Revolution&auml;re&trade;", "Querulanten&trade;", "arbeitsscheues Gesindel&trade;", 
"Linksradikale&trade;", "Terroristen&trade;", "Chaoten&trade;" - aber  "Dissidenten&trade;"? Jener edle Heldenstatus des widerst&auml;ndigen 
"Kommunismus"-Kritikers wurde den wackeren West-Aktivisten niemals einger&auml;umt (die h&ouml;chste Form d&uuml;rfte "Gr&uuml;ner" oder
"bei Greenpeace" gewesen sein, zwar nicht wirklich edle Helden, doch schon ziemlich dicht am "Dissidenten&trade;").
</p>
<p style="text-align: left;">
Bei genauerer Betrachtung der Ziele jedoch kann man sehr oft feststellen, dass die Unterschiede
in den Forderungen der Aktivisten garnicht mal so gro&szlig; waren. "Schwerter zu Pflugscharen&trade;" war jedoch "dissident&trade;", "die Westdeutsche Friedensbewegung&trade;" z.B. war der landl&auml;ufigen Ansicht nach "DKP-unterwandert&trade;", 
"langhaarig&trade;", "chaotisch&trade;" und "arbeitsscheu&trade;". (Es ist ja auch ein Unterschied ob man gegen die Atomwaffen des Russen demonstriert,
oder gegen die Atomwaffen des Amerikaners, gell&trade;.)
</p>
<p style="text-align: left;">
Ein nicht unerheblicher Teil der "Dissidenten" des Ostens wurde &uuml;brigens mit den Argumenten vom Regime
verfolgt, mit denen die westliche Bev&ouml;lkerung ihren eigenen Kritikern begegnete: Also etwa: "Asozial&trade;", 
"Arbeitscheu&trade;", "sozial Desintegriert&trade;" etc. jedenfalls wurden ihnen ernsthafte politische Absichten in der
Regel abgesprochen.
</p>
<p style="text-align: left;">
Im Endeffekt f&uuml;hrte dieser Wortgebrauch nat&uuml;rlich zu einer mehrfachen Entfremdung. Denn einerseits wurden
die "Regime des Ostens" auf eine b&ouml;se Abstraktion reduziert und andererseits konnte Widerstand im eigenen 
Land als &uuml;berfl&uuml;ssig, als unerw&uuml;nscht gebrandmarkt werden, immer mit dem Verweis auf "die Dissidenten", die
ja nun wirklich allen Grund haben gegen ihre Regierungen zu opponieren - <em><strong>"Geh doch nach dr&uuml;ben!"</strong></em>, was ja auch umgekehrt funktioniert, voraus sich ein egenwilliges "Deutsch-Deutsches&trade;" verbales aber auch reales, "Hin- und Her&trade;" ergab.</p>
<p style="text-align: left;">Die tats&auml;chlichen Absichten der 
"Dissidenten&trade;" des Ostens, die eben meistens keineswegs das westliche Modell &uuml;bernehmen wollten, 
spielten kaum eine Rolle. Dies hat ihren tats&auml;chlichen Anliegen nicht geholfen, erf&uuml;llte aber seine Funktion
im Kalten Krieg. 
</p>
<p style="text-align: left;">
In der sehr langsam "auftauenden&trade;" Sowjetunion nach 1975 ergab sich dann eine langsame Steigerung, denn es ging
zunehmend h&auml;ufiger um die Aufnahme von "Dissidenten&trade;" im Westen. Auch hier zeigte sich wieder die ganze
Palette der medialen, "kalten Kriegsf&uuml;hrung&trade;", denn irgendwie gelang es die "Flucht in den Westen" mit 
der ideologischen Behauptung zu verbinden der Westen sei das bessere "System", der "Dissident" dokumentiere 
durch seine Flucht oder seine "Ausb&uuml;rgerung", dass er das westliche System bevorzuge. Dies war nat&uuml;rlich eine 
Instrumentalisierung und Verh&ouml;hnung der gezwungenen Exilanten, die ihre Heimat in der Regel keineswegs
verlassen wollten. Viele von ihnen wie Lew Kopelew&trade; oder Wolf Biermann&trade; blieben auch im Westen unbequem und
kritisch - Nur Dissidenten - das waren sie nun nicht mehr, nun waren sie "der ehemalige Dissident&trade;".
</p>
<p style="text-align: left;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;">Insbesondere in Deutschland spielte "Dissident&trade;" und Flucht eine gro&szlig;e Rolle, denn direkt im Zentrum der
"Blockteilung&trade;" gelegen, noch dazu als Staat nach 1945 geteilt, war der Konkurrenzdruck besonders gro&szlig;, so musste
jeder ankommende Fl&uuml;chtling zum Statement nicht nur f&uuml;r "die BRD&trade;" gerinnen, sondern auch zum tapferen 
"Anti-Kommunisten&trade;" werden. Worum es den Exilanten in ihrer Heimat&trade; wirklich gegangen ist, welche Konflikte sie
mit dem Staatskapitalismus des Ostens austragen mussten, dies wurde nie im Detail besprochen, sondern auf
der Ebene banaler, schwammiger immer gleicher Argumentationen ausgetragen. Im wesentlichen wird man dies
auf "gegen die Kommunisten","konnte man nicht sagen was man will", "keine Reisefreiheit&trade;", "Lied wurde verboten&trade;",
"Buch wurde verboten&trade;", "Film wurde verboten&trade;", "Kunstwerk darf nicht gezeigt werden&trade;" reduzieren k&ouml;nnen. 
</p>
<p style="text-align: left;">
Durch diese Form der Auseinandersetzung wurde das eigentliche Werk der "Dissidenten&trade;" weder gew&uuml;rdigt, noch als f&uuml;r den
Westen relevante Auseinandersetzung, &uuml;ber die Opposition zur Ostf&uuml;hrung&trade; hinaus, begriffen. Die verbotenen B&uuml;cher, 
die Lieder, die Werke der "Dissidenten" waren den meisten im Westen nicht bekannt, dies &auml;nderte sich auch nach der "Flucht in den Westen&trade;" nicht. Im Gegenteil, die Berichterstattung verlief in Wellen, und erfuhr ihren H&ouml;hepunkt kurz nach der Ankunft des "Dissidenten&trade;" bei uns (Sondersendung und dann ab: Liveschalte, Lesung, Konzert, Kranz, Orden, Gedenken)  danach
ebbte die Berichterstattung ab, der "Dissident" war nun ein "Ex-Dissident&trade;", denn im Westen da gibt es keine "Dissidenten&trade;", das
w&auml;re auch garnicht erforderlich, denn unsere Gesellschaft ist ja frei, so die unausgesprochene Logik.
</p>
<p style="text-align: left;">
Im Verlauf der "Ost-West Ann&auml;herung&trade;", mit "Mauerfall&trade;" und offenen Grenzen, haben diese Personen wie auf einen Schlag ihren Status
verloren, sind keine "Dissidenten" mehr, d&uuml;rfen nun ja alles was sie immer wollten. In der Zeit der Wende wurden zwar bestimmte 
Teile der "Dissidentenszene" mit in die Organisationsprozesse der neuen Staaten einbezogen, doch waren dies in der Regel 
einzelne Personen an besonders herausgehobener Stelle, vielleicht so jemand wie "Vaclav Havel&trade;" oder "Lech Walesa&trade;" (Diese beiden
machen &uuml;brigend die Bandbreite "dissidentscher Aktivit&auml;ten&trade;" deutlich, markieren sie soch sehr unterschiedliche Politik 
und Ideologieans&auml;tze, aber auch ganz verschiedene Pers&ouml;nlichkeitsmerkmale). </p>
<p style="text-align: left;">
Die Regel war eine andere, und dies k&ouml;nnen wir bis heute in der ex-DDR sehr genau beobachten: die alten "Eliten"
sind gewandelte, nun neu gewandete Vertreter der neuen Ordnung. Die "Dissidenten", und deren Organisationen dagegen, 
sind von der Bildfl&auml;che verschwunden, oder finden sich erneut im kritischen Lager, diesmal allerdings
als "Chaoten, Linksradikale, arbeitscheues Gesindel, Autonome, Hippies, Punks, Hartz IV'ler oder was weiss ich."
Dissidenten, die sind sie nun nicht mehr, fliehen k&ouml;nnen se' auch nirgendwohin.  Dissidenten gibt es eigentlich 
nur noch im "Iran&trade;" und in "Nord-Korea&trade;", vereinzelt auf "Kuba", je nach wirtschaftlicher Gro&Atilde;&Yuml;wetterlage auch manchmal in "China&trade;".
</p>
<p style="text-align: left;">
Wir im Westen, und also nun auch im ehemaligen Osten, haben durch diesen langen und ideologischen Gebrauch des Wortes 
"Dissident&trade;" keinen Begriff f&uuml;r das was "Dissident&trade;" eigentlich meint. Gleichzeitig verhindert der allgemein &uuml;bliche 
Gebrauch des Begriffes "Dissident&trade;" eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Inhalten der "Dissidenten&trade;" des ehemaligen 
Ostblocks.  Dies ist ein ziemlicher Verlust, und m&ouml;glicherweise k&ouml;nnte so eine interessante Quelle erschlossen werden um den 
Stereotypen in der, immer noch aktuellen, Ost-West-Diskussion&trade; zu entgehen.
</p>
<p style="text-align: left;">
Wogegen ganz genau haben sich "die Dissidenten" eigentlich gewendet? 
</p>
<p style="text-align: left;">
Und nat&uuml;rlich gibt es den Begriff auch andersherum. Dazu eignet sich erneut das Beispiel "Schwerter zu Pflugscharen" vs. "Westdeutsche Friedensbewegung&trade;", denn die DDR F&uuml;hrung&trade; stand allem was den
Klassenfeind schw&auml;cht durchaus positiv gegen&uuml;ber, die eigene Friedensbewgung jedoch setzte sich aus, wir ahnen es, "<span style="text-decoration: line-through;">Revolution&auml;re</span> Reaktion&auml;ren&trade;", "Querulanten&trade;", "arbeitsscheuem Gesindel&trade;", 
"<span style="text-decoration: line-through;">Linksradikalen&trade;</span> Rechtsradikalen&trade;", "Terroristen&trade;", "Chaoten&trade;" zusammen.
</p>
<p style="text-align: left;"><em><strong><br /></strong></em></p>
<p style="text-align: left;"><em><strong><br /></strong></em></p>
</div>
</div> ]]></description> <pubDate>Tue, 04 Oct 2011 00:03:06 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/dissident-trade.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>!!BASTA!! - Which Side Are You On? - Europa von Unten: Sparpakete zurück an Absender</title> <link>http://www.swashmark.com/CCC-its-Partytime-Europa-von-Unten-Sparpakete-zurck-an-Absender-Party-hat-begonnen.html</link> <description><![CDATA[ http://ggtmwtli.swashmark.com/CCC-its-Partytime-Europa-von-Unten-Sparpakete-zurck-an-Absender-Party-hat-begonnen.html ]]></description> <pubDate>Wed, 15 Jun 2011 00:21:35 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/CCC-its-Partytime-Europa-von-Unten-Sparpakete-zurck-an-Absender-Party-hat-begonnen.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>Proletarische Kunst 7 - Brot und Spiele - Wochenende</title> <link>http://www.swashmark.com/Proletarische-Kunst-7-Brot-und-Spiele-Wochenende.html</link> <description><![CDATA[ http://ggtmwtli.swashmark.com/Proletarische-Kunst-7-Brot-und-Spiele-Wochenende.html ]]></description> <pubDate>Fri, 15 Jul 2011 03:12:14 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/Proletarische-Kunst-7-Brot-und-Spiele-Wochenende.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>Chinatown - das dunkle Elexier</title> <link>http://www.swashmark.com/Chinatown-das-dunkle-Elexier.html</link> <description><![CDATA[ <p style="text-align: right;"><em>Der Film noir ist grundlegend gepr&auml;gt durch die gesellschaftlichen Ver&auml;nderungen im Amerika der 40er und fr&uuml;hen 50er Jahre. So hatte die gro&szlig;e Depression nicht nur materielle Folgen f&uuml;r Amerikas B&uuml;rger:<br /><br />&bdquo;Sie ersch&uuml;tterte auch die Grundfesten des nationalen Selbstverst&auml;ndnisses, den Glauben an Selbstverantwortung und Selbstbestimmtheit des Individuums, an die aktive Beherrschung der Welt und an die heilende Kraft des Kapitalismus.&ldquo; 26</em></p>
<p>
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</p>
<p><br /><br />by thon<br /><strong><br />1. Einleitung<br /><br />2. Die Odyssee des Drehbuchschreibers im &Uuml;berblick<br /><br />3. Chinatown anhand der Odyssee des Drehbuchschreibers<br /><br />4. Der Film noir als kulturell determinierte Auspr&auml;gung dramaturgischer Muster<br /><br />5. Fazit<br /><br />6. Literaturverzeichnis</strong><br /><br /><br /><strong>1. Einleitung</strong><br /><br />Das Drehbuch f&uuml;r Roman Polanskis Chinatown verfasste Robert Towne. Es wurde 1975 mit dem Oscar f&uuml;r das beste Originaldrehbuch, dem Golden Globe f&uuml;r das beste Drehbuch, sowie mit dem amerikanischen und britischen Academy Award f&uuml;r das beste Drehbuch ausgezeichnet. Mit Chinatown erhielt ein&nbsp; Drehbuch die wichtigsten Auszeichnungen der Filmindustrie, das viele Merkmale der klassischen Heldengeschichte tr&auml;gt. Die Reise des Helden dient seit jeher und weltweit als narratives Grundmuster und ist gekennzeichnet durch typische Situationsabfolgen und Charaktere. Sie ist vor dem Hintergrund unterschiedlicher kultureller Entwicklungstendenzen in ihrer konkreten Ausformung &auml;u&szlig;erst unterschiedlich. Gemein ist ihren narrativen Strukturen jedoch ein Fundus an dramaturgischen Techniken und M&ouml;glichkeiten. So k&ouml;nnen Heldengeschichten stark differierende Formen annehmen, sich auf der Basis eines abstrakten Vergleichs der Funktionalit&auml;t des dramatischen Erscheinens aber sehr &auml;hnlich sein. Ebenso spielen geographische, soziale und lebensraumbezogene Aspekte eine wichtige Rolle. Hierbei ist zudem eine unterschiedliche Ausformung der Heldenreise vor dem Hintergrund der technischen Entwicklung zu beachten. Die Funktion des Helden wird in Erz&auml;hlungen industrialisierter und reicher Gesellschaften eine ganz andere sein als in Erz&auml;hlungen armer und wenig industrialisierter Gesellschaften. So bringt die technische und wissenschaftliche Entwicklung einer Gesellschaft scheinbar neue Heldenrollen hervor. Doch damit nicht genug: Auch durch die Ver&auml;nderung der Verbreitungsart narrativer Traditionen finden neue Heldengeschichten Eingang in den dramaturgischen Fundus einer Gesellschaft. Die Helden des Industriezeitalters w&auml;ren nicht denkbar, wenn nicht durch die technische Entwicklungen dieser Zeit die M&ouml;glichkeit der massenhaften Vervielf&auml;ltigung der Geschichten entstanden w&auml;re. Damit &auml;ndert sich die inhaltliche Funktion der Erz&auml;hlungen. Es kommt zu einer Demokratisierung des Helden. Er verliert seine vordergr&uuml;ndig religi&ouml;se Funktion und &uuml;bernimmt die Rolle des Detektivs, des Polizisten, des Soldaten, des Antihelden, des Jedermann und des Donald Duck. Auch wenn hier von einer Emanzipation der Erz&auml;hlweisen gesprochen werden kann, bleiben doch dramaturgische R&uuml;ckgriffe auf der Ebene der Funktionen innerhalb narrativer Strukturen, die den R&uuml;ckschluss zulassen, dass bestimmte, aus der oralen Tradition stammende, Erz&auml;hlkonzepte besonders stringent und besonders gut geeignet sind, um Geschichten zu erz&auml;hlen.<br /><br />Nach dem Professor f&uuml;r Mythologie und vergleichende Religionswissenschaften Joseph Campbell, der religi&ouml;se &Uuml;berlieferungen, M&auml;rchen und Mythen auf gemeinsame Erz&auml;hlstrukturen hin untersucht hat, wird diese archetypische Grundstruktur der Heldenreise als &ldquo;Monomythos&rdquo; bezeichnet. Der Monomythos beschreibt ein zyklisches Schema, dem alle Geschichten insgesamt oder ausschnitthaft folgen und das die entscheidenden Stationen im Individuationsprozess umfasst. Das Muster, nach dem sich Erkenntnis und Selbsterfahrung vollziehen, ist ein Grunds&auml;tzliches. Damit ist die Struktur des Monomythos ein entscheidendes Werkzeug f&uuml;r die dramaturgische Analyse, die Entwicklung und Erarbeitung von Filmstoffen.<br /><br />Die 1997 erschienene Odysse des Drehbuchschreibers von Christopher Vogler hat zur Zielsetzung genau jenen Monomythos als Grundmuster des Erz&auml;hlens erfolgreicher Drehb&uuml;cher des amerikanischen Erfolgskinos aufzuzeigen und als Leitfaden zum Verfassen von Drehb&uuml;chern zu empfehlen. Dabei bezieht Vogler sich neben Joseph Campbells Der Heros in tausend Gestalten1 auf die Archetypenlehre des Schweizer Psychologen Carl Gustav Jung. Als Archetypus bezeichnet Jung universell vorhandene, von Kultur und sozialer Herkunft unabh&auml;ngige Urbilder menschlicher Vorstellungsmuster.<br /><br />Christoph Vogler ist als Mitarbeiter an dem renommierten Filmdepartement der USC (University of California) in dem Bereich der Stoffentwicklung und der Autorenbetreuung t&auml;tig und hat f&uuml;r einige der popul&auml;rsten Filmstudios in der Pr&uuml;fung von Stories und Drehbuchentw&uuml;rfen gearbeitet. Die Odyssee des Drehbuchschreibers2 gilt seit einigen Jahren als einer der Hollywood-Standards f&uuml;r Drehbuchschreiber.<br /><br />Diese Arbeit dient einer kritischen Auseinandersetzung mit Christopher Voglers Thesen. Es soll gepr&uuml;ft werden, in wie weit das Modell der Heldenreise als ein Leitfaden zum Verfassen kommerziell erfolgreicher Drehb&uuml;cher geeignet ist. Hierzu ist es notwendig, im Anschluss an eine dramaturgische Anlayse Chinatowns anhand der Odyssee des Drehbuchschreibers, die Relevanz der genrespezifischen Definitionsmerkmale und konstitutiven Elemente der Film noirs zu untersuchen. Nur so kann nachgewiesen werden, dass vielmehr das Genre als der von Vogler postulierte formale Ablauf der Heldenreise als dramaturgische Anweisung bindet.</p>
<p><br /><strong>2. Die Odyssee des Drehbuchschreibers im &Uuml;berblick<br /></strong><br />Vogler bezieht sich in der Odyssee des Drehbuchschreibers auf die wissenschaftlichen Arbeiten von Joseph Campbell und Carl Gustav Jung. Er greift sowohl auf Campbells Vergabe von Archetypen, die dieser anhand von vergleichenden mythologischen Studien gewonnen hat, als auch auf Jungs aus tiefenpsychologischen Studien hervorgegangene Typisierung zur&uuml;ck. In Anlehnung an Campbells Der Heros mit tausend Gestalten und der dort dargestellten Reise des Helden als Grundmuster f&uuml;r jede Erz&auml;hlung unabh&auml;ngig von sozialer und religi&ouml;ser Herkunft entwarf Vogler seine den Forderungen der Filmindustrie angepassten zw&ouml;lf Stadien der Heldenreise. Wie auch Campbell unterwirft er die zw&ouml;lf Stadien der Reise dem klassischen Paradigma der Dreiaktstruktur. Der erste Akt umfasst die gewohnte Welt des Helden, den Ruf des Abenteuers, die Weigerung des Helden, die Begegnung mit dem Mentor und das &Uuml;berschreiten der ersten Schwelle. Im zweiten Akt durchl&auml;uft der Held Bew&auml;hrungsproben, trifft Verb&uuml;ndete und Feinde, dringt zur tiefsten H&ouml;hle vor und stellt sich der entscheidenden Pr&uuml;fung, um im Anschluss daran eine Belohnung in Empfang zu nehmen. Der dritte Akt beschreibt den R&uuml;ckweg des Helden, seine Auferstehung und die R&uuml;ckkehr mit dem Elixier.<br /><br />Vogler verweist darauf, dass der Held zu Beginn jeder Geschichte in seiner gewohnten Welt gezeigt werden muss: &bdquo;Die gewohnte Welt ist Kontext, Ausgangspunkt und Hintergrund des Helden.&ldquo;3 Dabei sollte besonderer Wert auf die geographische, kulturelle und zeitliche Dimension gelegt werden. Denn nur: &bdquo;Damit ist die wichtigste Grundlage f&uuml;r einen Kontrast [zur daraufhin folgenden Reise] gegeben.&ldquo;4 Im Anschluss daran sollte der Ruf des Abenteur erfolgen5. Es muss sich dabei nicht zwingend um eine &auml;u&szlig;ere Herausforderung handeln: &bdquo;Es kann sich auch ein Bote aus dem Unbewu&szlig;ten des Helden melden und ihm die Nachricht &uuml;berbringen, dass es nun Zeit f&uuml;r eine Ver&auml;nderung ist.&ldquo;6 Handelt es sich jedoch um einen von au&szlig;en an den Helden herangetragenen Ruf, muss sich zu diesem immer auch ein innerer Konflikt gesellen, sei es ein Mangel in der Pers&ouml;nlichkeit des Helden, ein noch nicht &uuml;berwundendes dramatisches Erlebnis, die Unzufriedenheit mit sich selbst oder Schwierigkeiten beim Aufbau von Beziehungen. Ziel der Reise darf es f&uuml;r den Helden nicht nur sein, die ihm durch &auml;u&szlig;ere Umst&auml;nde auferlegte und mit dem Ruf des Abenteuers &uuml;berbrachte Aufgabe zu erf&uuml;llen. Er sollte auch innerlich wachsen, seine sozialen F&auml;higkeiten ausbauen oder an Erkenntnis reicher werden. Das Stadium der Weigerung tritt als retardierendes Moment im Handlungsverlauf und zugleich als Spannungspunkt im Fortgang des Geschehens auf. Hier bringt nicht zuletzt die Begegnung mit dem Archetypen des Mentors die Entscheidung. &bdquo;F&uuml;r den Geschichtenerz&auml;hler bietet die Episode der Begegnung mit dem Mentor reichen Stoff f&uuml;r Konflikte, f&uuml;r humorvolle und tragische Szenen.&ldquo;7 Der Mentor tritt als weise und erfahrene Person auf, die dem Helden sch&uuml;tzend zur Seite steht und ihm die F&auml;higkeiten f&uuml;r die Bew&auml;ltigung seiner Aufgaben vermittelt. Es folgt das &Uuml;berschreiten der ersten Schwelle und somit die Zusage zur Annahme der Herausforderung. Der Held sieht sich im Folgenden Bew&auml;hrungsproben, Verb&uuml;ndeten und Feinden gegen&uuml;bergestellt. Er lernt dazu, gewinnt an St&auml;rke und n&auml;hert sich dem zentralen Punkt seiner Reise. Es erwartet ihn die entscheidende Pr&uuml;fung, die mit der Erfahrung von Todesn&auml;he und Verlust&auml;ngsten einhergehen kann und dem Helden all seine Willensst&auml;rke abverlangt8.<br /><br />Hat der Held die Pr&uuml;fung erfolgreich bestanden, die immer auch mit einer inneren Wandlung des Helden einhergeht, wird er belohnt. Das Zehnte Stadium der Reise umfasst den R&uuml;ckweg. Der Held kehrt in seine gewohnte Welt zur&uuml;ck oder setzt die Reise zu seinem entg&uuml;ltigen Ziel fort. &bdquo;Der R&uuml;ckweg markiert den Punkt, an dem der Held sich wieder bewu&szlig;t dem Abenteuer zuwenden mu&szlig;.&ldquo;9 Das elfte Stadium bezeichnet die Auferstehung des Helden und bildet die Klimax. Der Handlungsverlauf fordert nunmehr eine weitere Pr&uuml;fung, dieses Mal von h&ouml;chstem Anspruch.10 Der Sieg &uuml;ber den Gegner sollte mit einer emotionalen L&auml;uterung einhergehen und den Helden zur R&uuml;ckkehr mit dem Elixier11 bef&auml;higen. Unabh&auml;ngig davon, ob der Held in seine gewohnte Welt zur&uuml;ckkehrt oder seine Reise fortsetzt, sollte er emotional gewachsen sein und sein Ziel erreicht haben: &bdquo;Was sie auch tun, sie tun es in dem Wissen, da&szlig; f&uuml;r sie ein neues Leben beginnt, da&szlig; der zur&uuml;ckgelegte Weg ihr Leben auf immer ver&auml;ndert hat.&ldquo;12<br /><strong><br />3. Chinatown anhand der Odyssee des Drehbuchschreibers</strong><br /><br />Als ein &bdquo;Politthriller&ldquo; in der Tradition des Film noir ist Chinatown dramaturgischen Paradigmen unterworfen. Diese genrespezifischen Festlegungen erfordern eine dem Gesamtkonzept entsprechende Handlungsf&uuml;hrung; Eben auch, weil der Film noir nicht &bdquo;durch Konventionen des Schauplatzes und des Konflikts [...], sondern eher durch die subtileren Qualit&auml;ten des Tones und der Atmosph&auml;re&ldquo;13 definiert ist. Der Film noir adaptiert konstitutive Elemente, Definitionsmerkmale und Handlungsmotive aus Genres wie dem Melodram, dem Gangsterfilm, dem Detektivfilm, dem Polizeifilm und dem Horrorfilm. Er ist gekennzeichnet durch die Auseinandersetzung mit Mord, Korruption, Ehebruch, Politik und Erotik, seine Helden sind negative Helden. Das Verbrechen ist der Ausgangspunkt der Handlung, &bdquo;der kategorische Imperativ des Film noir&ldquo;14. Die Hauptfigur wird mit diesem Verbrechen als Untersuchender, als Beobachter, als Opfer oder als T&auml;ter konfrontiert. So auch der Privatdetektiv Jake J. Gittes, dessen Weg im Folgenden einer dramaturgischen Analyse anhand der Odyssee des Drehbuchschreibers unterliegen soll:<br /><br />Jake. J. Gittes gewohnte Welt ist gekennzeichnet durch die Arbeit in seiner Detektei. Vogler betont: &bdquo;Eine weitere wichtige Funktion der gewohnten Welt besteht darin, die dramatische Frage der Geschichte aufzuwerfen.&ldquo;15 In Chinatown geschieht dies durch Gittes zynische &Auml;u&szlig;erung, dass Reiche sogar mit einem Mord davon k&auml;men16. Zugleich kommt diese Aussage der Forderung Voglers nach, dem Helden Charakterz&uuml;ge zuzuschreiben, die eine Identifikation erleichtern. Gittes tritt in der Gestalt des verwundeten Helden auf: &bdquo;Mitunter scheint es, als w&auml;re der Held vollkommen ausgeglichen und h&auml;tte sich fest im Griff, doch diese Selbstbeherrschung kaschiert lediglich eine tiefe seelische Verwundung.&ldquo;17 Die dramatische Frage lautet: Wird Gittes seine Verwundung, hervorgerufen durch die Ereignisse in Chinatown &uuml;berwinden und verhindern, dass ihm dieselben Fehler noch einmal widerfahren? Mrs. Mulwray, die Gittes mit einer Klage droht, &uuml;berbringt den Ruf des Abenteuers. Gittes wurde instrumentalisiert und sieht sich gezwungen schon seiner Berufsehre wegen, f&uuml;r Aufkl&auml;rung zu sorgen: &bdquo;I&acute;m just trying to make a living, and I don`t want to become a local joke&ldquo;18. Die Synthese aus innerem und &auml;u&szlig;erem Konflikt bildet nicht nur die Basis f&uuml;r das Handlungsgeschehen, sondern konstituiert auch die Zielstrebigkeit Gittes, die keine Weigerung, dem Ruf zu folgen, zul&auml;sst. Das &Uuml;berschreiten der ersten Schwelle, das Fahnden nach seinen Gegnern, geschieht ohne die vorherige Begegnung mit einem Mentor. Gittes trifft auf seine Antagonisten (Mulvihill und dessen Begleiter), als er Nachforschungen im Reservat anstellt: &bdquo;Next time you lose the whole thing, kitty cat.&ldquo;19 Das Vordringen zur tiefsten H&ouml;hle ist bestimmt durch Gittes Fragen an Mrs. Mulwray, die nur nach und nach ihr Wissen preisgibt, die wichtigsten Informationen jedoch weiterhin unterschl&auml;gt. Gittes sucht Noah Cross auf. Er befindet sich in der tiefsten H&ouml;hle, am zentralen Punkt seiner Reise. Der Schauplatz der entscheidenden Pr&uuml;fung ist das Seniorenheim. Gittes und Mrs. Mulwray werden erkannt und von Palmer, Mulvihill und dessen Begleitern gestellt. Nur durch Mrs. Mulwrays Eingreifen k&ouml;nnen die beiden entkommen. Es folgt die Station der Belohnung. Vogler verweist darauf, dass als Belohnung des Helden eine Liebeszene angesetzt werden kann20. So auch in Chinatown. Mrs.Mulwray gewinnt als Gittes Verb&uuml;ndete und st&auml;ndige Begleiterin dessen Vetrauen. Er erz&auml;hlt &uuml;ber die Geschehnisse in Chinatown. Doch die Liebesnacht wird durch einen Anruf unterbrochen. Mrs. Mulwray bricht hastig auf und bittet Gittes, ihr nicht zu folgen. Sie warnt ihn vor ihrem Vater: &bdquo;You may think you know what&acute;s going on, but you don`t.&ldquo;21 Gittes befindet sich auf dem R&uuml;ckweg, er entscheidet sich, sein Ziel weiterzuverfolgen. Die folgenden Szenen sind gepr&auml;gt von R&uuml;ckschl&auml;gen f&uuml;r Gittes. Er wird mehrfach unter Druck gesetzt und auf die Probe gestellt: Das elfte Stadium seiner Reise, die Auferstehung, spielt in Chinatown. Die Schlussequenz ist die Folge von Gittes Fehlplanungen und seiner Unzul&auml;nglichkeit. &bdquo;Ehe der Held die gewohnte Welt wieder betreten darf, hat er ein letztes l&auml;uterndes Fegefeuer zu durchstehen.&ldquo;22 Gittes muss die schmerzliche Erfahrung machen, dass er ein weiteres Mal in seinem Leben den Einfluss der Reichen und die Macht der Korruption untersch&auml;tzt und somit den Tod einer Frau verschuldet hat. Innerer und &auml;u&szlig;erer Konflikt zeigen sich als unaufl&ouml;slich. Das zw&ouml;lfte Stadium, die R&uuml;ckkehr mit dem Elixier, scheint zu entfallen. Doch Voglers Heldenreise umfasst neben dem klassischen Helden in einem kurzen Abriss auch die Rolle des tragischen Helden, dessen Elixier die Erkenntnis seiner Mangelhaftigkeit ist23.<br /><br />Die zw&ouml;lf Stationen der Reise des Helden sind als Beschreibungsmodell des dramaturgischen Aufbaus Chinatowns in sich schl&uuml;ssig anzuwenden, so wie sich an dieser Stelle eine ebenso stichhaltige Analyse der Handlung und der Rollenverteilung vor dem Hintergrund des Film noir anfertigen lie&szlig;e: Der Detektiv als Antiheld, die Verzahnung von Verbrechen, Politik, Erotik und Perversion, die Last der Vergangenheit, das Streben nach beruflicher und sozialer Rehabilitierung, die Ohnmacht gegen&uuml;ber der Korruption. Der Vorteil einer genrespezifischen Analysevorgabe liegt dabei in der dem Prozess immanenten M&ouml;glichkeit der Kategorisierung der Handlung in konstitutive Elemente und der Verbildlichung in der &Auml;sthetik des Film noir, die einen methodischen Mehrwert darstellt. Diesem Mehrwert ermangelt es der Odyssee des Drehbuchschreibers, deren Vorteil die Universalit&auml;t der Anwendung ist.</p>
<p><br /><strong>4. Der Film noir als kulturell determinierte Auspr&auml;gung dramaturgischer Muster</strong><br /><br />Jake J. Gittes ist als scheiternder Privatdetektiv der Stereotyp des Antihelden im Film noir. (1. Chinatown zitiert den FilmNoir in Farbe(Operiert an der Schwelle des NoirZitats zum PolitThriller, Polanski entwickelt diese Position weiter bis in den kammerspielartigen "Der Tod und das M&auml;dchen", der politische Hintergr&uuml;nde nutzt um eine psychologisch dramatische Situation auszuloten.). 2.Es gibt den klassischen FilmNoir auch mit "cleanen, eindeutigen" Helden, Bogard. 3. Chinatown orientiert sich an den "pre-existentialistischen" "dunklen" FilmNoirs, nicht an den eher "stylischen" Filmen. Anm.d.Red. ) Er sieht sich einem Verbrechen gegen&uuml;bergestellt, gegen das er keine Handhabe hat. Erfolglos k&auml;mpft er gegen die Verquickung von Politik und Verbrechen, von Familie und Perversion an. Dem Versuch beruflicher Rehabilitierung folgt ein unl&ouml;sbares moralisches Dilemma. &bdquo;Psychologische Irritation tritt an die Stelle sozialer Orientierung.&ldquo;24 Der Film noir hat ein strenges dramaturgisches Konzept, sodass die Determinante in der Konstruktion von Heldenfiguren im Film Noir von gr&ouml;&szlig;erer Bedeutung f&uuml;r den Fortgang des Geschehens ist als die Reise des Helden. Der Mythos des Aufkl&auml;rens wird durch die komplexen, von Verbrechen gepr&auml;gten Handlungsstr&auml;nge gebrochen. Die Reise des Helden im Film noir ist eine Reise des pers&ouml;nlichen Scheiterns: Die Suche nach der Wahrheit in einer stetig komplexer werdenden Realit&auml;t erweist sich als fatal. Der Aufkl&auml;rer selbst wird instrumentalisiert. So ist es Gittes selbst, der Noah Cross den Weg zu dessen T&ouml;chtern bahnt. Sein Ziel, aufzukl&auml;ren, wird zu seinem Verh&auml;ngnis. Er wird Wegbereiter f&uuml;r weitere Verbrechen.<br /><br />Im Gegensatz zu den scheinbar allm&auml;chtigen Helden des traditionellen amerikanischen Spielfilms befindet sich der Held im Film Noir in einem steten Kampf gegen Gegner, derer er nicht habhaft werden kann. Zumeist steht er einer unsichtbaren Macht- und Gewaltmechanik gegen&uuml;ber. Unabh&auml;ngig von der Konfrontation des Helden mit den Folgen dieser korrupten und korrumpierenden Mechanik und dem zum Scheitern verurteilten Versuch, diese Missst&auml;nde aufzudecken, ist der Held doch auch Teil dieses Systems. So hetzt er als Zeuge unabwendbarer Schrecken machtlos durch den Film und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in das Herz der Finsternis25, in ein Panoptikum des ungelebten Lebens. Die Kraft des Gesetzes und der Aufkl&auml;rung versagt. Unausweichlich ist das Scheitern der edelsten Absichten im Angesicht eines entpersonifizierten, verschachtelten und unaufl&ouml;sbaren Systems der Macht und der Angst, in dem jeder jederzeit austauschbar ist.<br /><br />Der Film noir ist grundlegend gepr&auml;gt durch die gesellschaftlichen Ver&auml;nderungen im Amerika der 40er und fr&uuml;hen 50er Jahre. So hatte die gro&szlig;e Depression nicht nur materielle Folgen f&uuml;r Amerikas B&uuml;rger:<br /><br />&bdquo;Sie ersch&uuml;tterte auch die Grundfesten des nationalen Selbstverst&auml;ndnisses, den Glauben an Selbstverantwortung und Selbstbestimmtheit des Individuums, an die aktive Beherrschung der Welt und an die heilende Kraft des Kapitalismus.&ldquo; 26<br /><br />Im Gegensatz zu dem Gangsterfilm der 30er Jahre l&auml;sst sich an dem Film noir jedoch keine direkte Sozialkritik festmachen.27 Von Bedeutung ist in der &bdquo;Schwarzen Serie&ldquo; viel mehr die Auseinandersetzung mit dem Verfall b&uuml;rgerlicher Werte und mit dem moralischen Dilemma des ambiguinen Individuums im Spannungfeld von Korruption und Erotik. Die Helden des Film noir unterscheiden sich entscheidend von denen der Jahre zuvor, die zwar soziale Missst&auml;nde ansprachen, aber das Bild aufrecht erhielten, dass der Einzelne bem&auml;chtigt sei, auf diese aufmerksam zu machen und sie zu beheben.<br /><br />Der Held des Film noir scheitert in dem Bestreben, Unrecht aufzudecken und es zu beseitigen. Sein Handlungseinfluss ist begrenzt. F&uuml;r den Film noir typisch ist zudem die Aufhebung klar definierter Entscheidungsm&ouml;glichkeiten zwischen Gut und B&ouml;se, eine Folge des undurchschaubaren Geflechts aus Zweitem Weltriegs, Nachkriegsproblematik, Kaltem Krieg, hetzerischem Antikommunismus und aufbl&uuml;hendem Neokonservatismus.28 Die Auspr&auml;gungen der Helderolle im Film noir sind determiniert durch genau diese kulturellen Bedingungen im Amerika der 40er und fr&uuml;hen 50er Jahre und finden ihren Fortgang in den Filmen des Neo-Noir.</p>
<p><br /><strong>5. Fazit</strong><br /><br />Hauptkritikpunkt an Voglers Vorgehen ist, dass Campbells Monomythos als strukturrelevant aufgezeigt, jedoch nicht methodisch aufgearbeitet wird. Vogler fertigt ein Beschreibungsmodell an und kennzeichnet dieses als kreative Methodik f&uuml;r das Verfassen von Drehb&uuml;chern. Er reduziert die Erkenntnisse Campbells auf einen blo&szlig;en Motivkatalog und bittet den Leser, aus den aufgezeigten Charakterz&uuml;gen und Wegabschnitten zu w&auml;hlen. Das Fehlen einer strukturellen und &auml;sthetischen Manifestation bedingt eine Motivhascherei.<br /><br />Dem Monomythos ist immanent, dass er sich wandelt, auch wenn er im Kern determiniert ist. Er speist sich aus Vergangenheit und Gegenwart, l&auml;sst sich als Beschreibungsmodell stets anwenden und umfasst kulturell determinierte Auspr&auml;gung dramaturgischer Muster. Dennoch: Als Ratgeber f&uuml;r das Verfassen von Drehb&uuml;chern greift er zu kurz. Denn die Beschreibung des Monomythos in all seinen kulturellen, zeitgeschichtlichen und geographischen Ausformung ist unm&ouml;glich, f&uuml;r den dramaturgischen Aufbau eines Films unserer Zeit aber unverzichtbar.<br /><br />Die Odyssee des Drehbuchschreibers erhebt nicht den Anspruch, ein Lehrbuch f&uuml;r das Drehbuchschreiben zu sein. Deklariert jedoch ihre inhaltliche Bewandtnis:<br /><br />&bdquo;Es ging mir darum, die Verbindung zwischen diesen Ideen und dem zeitgen&ouml;ssischen Geschichtenerz&auml;hlen herzustellen, in der Hoffnung, eine praktische Anleitung k&ouml;nnte zu jenen kostbaren Gaben hinf&uuml;hren, die in der tiefsten Vergangenheit wie auch in unserem innersten Selbst verborgen sind.&ldquo;29<br /><br />Doch gerade in dem Bestreben, Drehbuchautoren die mythologischen Grundmuster des amerikanischen Erfolgskinos aufzuzeigen, liegt ein weiterer Kritikpunkt, vor allem in Hinblick auf den Film noir, der gerade die f&uuml;r die amerikanische Gesellschaft grundlegende Mythen stilisiert und zur Diskussion stellt30.&nbsp; Der Film noir tritt dem American Dream nicht nur als Antithese gegen&uuml;ber: &bdquo;Der Film noir hintertreibt diesen Nationalmythos: Er dreht dessen Moralit&auml;t um, er hebt diese als Kategorie auf. Soziales Bem&uuml;hen und sozialer Erfolg bedeuten ihm einfach nichts.&ldquo;31 Der Antiheld des Film noir ist ein Besonderer: &bdquo;Er stellt Charaktere dar und liefert keine biographischen Abrisse. Sein Antiheld ist kein sozialer Typus, er steht f&uuml;r nichts als sich selbst.&ldquo;32 Auch wenn dieser durch den Archetypen des Antihelden33 bei Vogler rudiment&auml;r erfasst werden kann, so fehlt die Anleitung f&uuml;r die genrespezifische Charakterzeichnung und der Hinweis auf die Bedeutung eines phylogenetischen Potentials. Wichtig in diesem Zusammenhang scheint es, dass &bdquo;nicht die einzelnen Bilder und Mythen, sondern der Drang des Individuums, gleichbleibende Vorstellungen im Zusammenhang mit einem bestimmten Thema zu entwickeln&ldquo;34 vererbt werden. Dem gerecht zu werden, erfordert eine bestimmende Flexibilit&auml;t. Der Genrefilm muss in seinen Notwendigkeiten ausgewiesen werden. Doch trotz ihres Anspruches, universell zu sein, untersucht die Odyssee des Drehbuchschreibers die Spezifika des Genrefilms nicht . Auch wenn Vogler die m&ouml;glichen Abweichungen von Definitionsmerkmalen aufzeigt, stellt er den Bruch mit traditionellen Rollenvergaben und Irritationen der Erz&auml;hlstruktur nicht als dramaturgische Mittel vor. Bez&uuml;glich dieses Kritikpunktes sichert sich Vogler immer wieder ab, indem er die M&ouml;glichkeit einer Abweichung von seinem Modell als eine diesem immanente und zugleich h&ouml;chst individuelle Bezugsgr&ouml;&szlig;e darstellt:<br /><br />&bdquo;Ich werde hier den Mythos vom Helden auf meine Art wiedererz&auml;hlen, und Sie sollten sich die Freiheit nehmen, damit in gleicher Weise zu verfahren. Geschichtenerz&auml;hler haben die mythischen Modelle seit jeher so adaptiert, da&szlig; sie sich ihren eigenen Absichten f&uuml;gten und mit den Bed&uuml;rfnissen ihrer jeweilgen Kultur &uuml;bereinstimmten.&ldquo;35<br /><br />Die Odysse des Drehbuchschreibers soll nicht die Funktion eines strukturellen Instruments f&uuml;r das Drehbuchschreiben &uuml;bernehmen, dient aber auch der inhaltlichen Anweisung nur unzureichend, da sie m&ouml;gliche Handlungsfelder und Verhaltensweisen nur absteckt und nicht ausreichend dramaturgisch differenziert. Das erscheint aufgrund der Vielzahl von Genres auch nicht als leistbar, hat aber zu Folge, dass die Odyssee des Drehbuchschreibers nur als dramaturgisches Analyseinstrument und nicht als praktische Anleitung f&uuml;r das Drehbuchschreiben gelten kann. Der Nutzen dem Werk Joseph Campbells gegen&uuml;ber liegt scheinbar ausschlie&szlig;lich darin, dass dessen strukturalistische Analyse des Aufbaus aller Heldenmythologien vereinfacht dargestellt, mit Beispielen aus dem amerikanischen Erfolgkino untermauert und so als Popul&auml;rliteratur f&uuml;r jedermann zug&auml;nglich gemacht wird, wohingegen Der Heros in tausend Gestalten als wissenschaftliche Fachliteratur h&ouml;here Anspr&uuml;che an seine Leser stellt und zugleich ein fundierteres Wissen vermittelt.</p>
<p><strong><br />6. Literaturverzeichnis</strong><br /><br />Campbell, Joseph: Der Heros in tausend Gestalten, 1. Aufl., Frankfurt am Main / Leipzig: Insel Taschenbuch 1999, dt. Erstausgabe: 1953.<br /><br />Conrad, Joseph: Herz der Finsternis, M&uuml;nchen: Manesse 2007, engl. Erstver&ouml;ffenlichung: Blackwood's Magazine 1899, dt. Erstausgabe: 1926.<br /><br />Jung, C. G.: Symbole und Traumdeutung. Ein erster Zugang zum Unbewussten, Z&uuml;rich / D&uuml;sseldorf: Walter 1998, Originalausg. erschien u.d.T.: "Man and his symbols" (1964). <br /><br />Krutnik, Frank: In a Lonely Street. Film noir, Genre, Masculinity, London / New York: Routledge 1991.<br /><br />R&ouml;ll, Franz Josef: Mythen und Symbole in popul&auml;ren Medien. Der wahrnehmungsorientierte Ansatz in der Medienp&auml;dagogik, Frankfurt am Main: Gemeinschaftswerk der Evang. Publizistik 1998.<br /><br />Steinbauer-Gr&ouml;tsch, Barbara: Die lange Nacht der Schatten: Film noir und Filmexil, Berlin: Bertz 1997.<br /><br />Telotte, J.P.: Voice In The Dark. The Narrative Patterns of Film Noir, Illinois: University of Illinois Press 1989.<br /><br />Towne, Robert: Chinatown, London: Faber and Faber 1998.<br /><br />Seesslen, Georg: Detektive. Mord im Kino, Marburg: Sch&uuml;ren 1998.<br /><br />Silver, Alian / Ursini, James: Film noir, K&ouml;ln: Taschen 2004.<br /><br />Vogler, Christopher: Die Odyssee des Drehbuchschreibers. &Uuml;ber die mythologischen Grundmuster des amerikanischen Erfolgskinos, 2. Aufl., Frankfurt am Main: Zweitausendeins 1998.<br /><br />Werner, Paul: Film noir. Die Schattenspiele der &raquo;schwarzen Serie&laquo;, Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1985.<br /><br />1Joseph Campbell: Der Heros in tausend Gestalten, 1. Aufl., Frankfurt am Main / Leipzig: Insel Taschenbuch 1999.<br /><br />2Christopher Vogler: Die Odyssee des Drehbuchschreibers. &Uuml;ber die mythologischen Grundmuster des amerikanischen Erfolgskinos, 2. Aufl., Frankfurt am Main: Zeitausendeins 1998.<br /><br />3Ebd., S. 167.<br /><br />4Ebd.<br /><br />5&bdquo;Es kann sich um ein Ereigniss, zum Beispiel eine Kriegserkl&auml;rung, handeln, oder einem Telegramm ist zu entnehmen, dass da&szlig; die Verbrecher soeben aus dem Gef&auml;ngnis entlassen wurden und mit dem Mittagszug die Stadt erreichen, um sich am Sheriff zu r&auml;chen, der sie einst verhaftet hatte. Wenn in der Geschichte Gerichtsverfahren oder Prozesse eine Rolle spielen, kann die Aufforderung zum Abenteuer auch in Form einer Verf&uuml;gung, einer Vorladung oder eines Haftbefehls ergehen.&ldquo;, Ebd., S. 190.<br /><br />6Ebd., S. 190.<br /><br />7Ebd., S. 217.<br /><br />8&bdquo;Die entscheidende Pr&uuml;fung ist gewisserma&szlig;en der wichtigste Knotenpunkt einer Geschichte. Viele F&auml;den der Geschichte des Helden f&uuml;hren zu diesem Punkt, und F&auml;den, n&auml;mlich M&ouml;glichkeiten und Verwandlungen, gehen von diesem Knotenpunkt aus.&ldquo;, Ebd., S. 276.<br /><br />9Ebd., S. 325.<br /><br />10&bdquo;Damit die Geschichte wirklich rundum befriedigt, braucht das Publikum nun noch ein zus&auml;tzliches Erlebnis von Tod und Wiedergeburt, das der entscheidenden Pr&uuml;fung &auml;hnelt. Der Unterschied liegt im wesentlichen darin, da&szlig; wir es hier nicht mit einer Krise, sondern mit der Klimax, der letzten und gef&auml;hrlichsten Begegnung mit dem Tod, zu tun haben.&ldquo;, Ebd., S. 335.<br /><br />11Das Elixier ist die Errungenschaft der Reise. Der Begriff des Elixier kann einen sozialen Aufstieg, wertvolle G&uuml;ter, magische Kr&auml;fte oder wichtige Erkenntnisse umfassen.<br /><br />12Ebd., S. 361.<br /><br />13Paul Schrader: &bdquo;Notes On Film Noir.&ldquo; In: Film. Comments, No.1, New York: 1972, S. 464. Zitiert nach: Werner: Film noir. Die Schattenspiele der &raquo;schwarzen Serie&laquo;, Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1989, S.20.<br /><br />14Werner: Film noir, S. 11.<br /><br />15Vogler: Odyssee, S. 169, &bdquo;Die handlungsrelevanten Fragen k&ouml;nnen viel dazu beitragen, das Geschehen voranzutreiben, aber es sind die dramatischen Fragen, die die Zuschauer wirklich fesseln und sie zu Mitwissern der Gef&uuml;hlswelt ihrer Helden machen.&ldquo;, Ebd., s. 170.<br /><br />16Robert Towne: Chinatown, London: Faber and Faber 1998, S. 5: &bdquo;you gotta be rich to kill somebody, anybody and get away with it&ldquo;.<br /><br />17Vogler: Odyssee, S. 178.<br /><br />18Towne: Chinatown, S. 34.<br /><br />19Ebd., S. 52.<br /><br />20Vgl. Vogler: Odyssee, S. 309.<br /><br />21Towne: Chinatown, S. 108.<br /><br />22Vogler: Odyssee, S. 335.<br /><br />23Vgl. &bdquo;Durch Schaden klug geworden&ldquo;, Ebd., S. 374.<br /><br />24Werner: Film noir, S. 15.<br /><br />25Vgl. Joseph Cornrads Novelle Herz der Finsternis, M&uuml;nchen: Manesse 2007, dt. Erstausgabe: 1926, der sich in &auml;hnlicher Weise mit der &bdquo;Unfassbarkeit&ldquo; des Verbrechens besch&auml;ftigt.<br /><br />26Barbara Steinbauer-Gr&ouml;tsch: Die lange Nacht der Schatten: Film noir und Filmexil, Berlin: Bertz 1997, S. 16.<br /><br />27Werner: Film noir, S. 23.<br /><br />28Ebd, S. 24.<br /><br />29Vogler: Odyssee, S. 9.<br /><br />30Werner: Film noir, S. 15.<br /><br />31Ebd.<br /><br />32Ebd., S. 16.<br /><br />33Vgl. &bdquo;Antihelden&ldquo;, Vogler: Odyssee, S. 97.<br /><br />34Franz Josef R&ouml;ll: Mythen und Symbole in popul&auml;ren Medien. Der wahrnehmungsorientierte Ansatz in der Medienp&auml;dagogik, Frankfurt am Main: Gemeinschaftswerk der Evang. Publizistik 1998, S. 101.<br /><br />35Vogler: Odyssee, S. 53.<br /><br />Streetwalk Chinatown/L.A.<br /><br /></p> ]]></description> <pubDate>Wed, 01 Sep 2010 20:47:11 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/Chinatown-das-dunkle-Elexier.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>photo IV: mens-agitat-molem</title> <link>http://www.swashmark.com/photo-IV-mens-agitat-molem.html</link> <description><![CDATA[ <p>"mens agitat molem", digitale kleinbild-photos 2005, thon&beuse</p><br />
<p>[!easy2?gid=`248` &amp;showonly=`images`!]</p>
 ]]></description> <pubDate>Thu, 05 May 2011 02:13:53 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/photo-IV-mens-agitat-molem.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>EZB Staatsfinanzierung aus Sicht der nächsten Generation</title> <link>http://www.swashmark.com/EZB-Staatsfinanzierung-aus-Sicht-der-nchsten-Generation.html</link> <description><![CDATA[ http://ggtmwtli.swashmark.com/EZB-Staatsfinanzierung-aus-Sicht-der-naechsten-Generation.html ]]></description> <pubDate>Thu, 02 Feb 2012 17:30:44 +0100</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/EZB-Staatsfinanzierung-aus-Sicht-der-nchsten-Generation.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>-Z- asche - Seisachtheiastan: Seisachtheiaisten - Seisachteiaismus - Seisachtheia - schuld-sklaven</title> <link>http://www.swashmark.com/Seisachtheiaisten-Seisachteiaismus-seisachtheia-schuld-sklaven-immobilien-reichlich-antik.html</link> <description><![CDATA[ http://ggtmwtli.swashmark.com/Seisachtheiaisten-Seisachteiaismus-seisachtheia-schuld-sklaven-immobilien-reichlich-antik.html ]]></description> <pubDate>Thu, 09 Jun 2011 17:26:40 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/Seisachtheiaisten-Seisachteiaismus-seisachtheia-schuld-sklaven-immobilien-reichlich-antik.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>Die Weltwirtschaftskrise - Griechenland für Immer - Banken sind Peanuts</title> <link>http://www.swashmark.com/die-weltwirtschaftskrise-fr-eine-neue-realpolitik.html</link> <description><![CDATA[ http://ggtmwtli.swashmark.com/die-weltwirtschaftskrise-fr-eine-neue-realpolitik.html ]]></description> <pubDate>Fri, 16 Dec 2011 15:12:49 +0100</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/die-weltwirtschaftskrise-fr-eine-neue-realpolitik.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>R2P-Dial N for Murder - über den Terror - S-21 - die innere Globalisierung - Rabiate Alte</title> <link>http://www.swashmark.com/StockWars-die-X-Te-Art.-3942-Carte-Blanch-fuer-den-Westen.html</link> <description><![CDATA[ http://ggtmwtli.swashmark.com/StockWars-die-X-Te-Art.-3942-Carte-Blanch-fuer-den-Westen.html ]]></description> <pubDate>Mon, 21 Mar 2011 21:33:48 +0100</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/StockWars-die-X-Te-Art.-3942-Carte-Blanch-fuer-den-Westen.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>„There will be Blood“ - Die Versuchung des Daniel Plainview</title> <link>http://www.swashmark.com/there-will-be-blood-plainview.html</link> <description><![CDATA[ <h3 style="margin-bottom: 0cm;">Die letzte Drainage auf
der Bowlingbahn</h3>
<p>
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</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong><em>Nun
 der Film ist schon etwas &auml;lter,
aber er hat eine beeindruckende Halbwertzeit, und wer ihn bis jetzt
nicht gesehen hat, der sollte ihn sich anschauen. F&uuml;r uns ist er ein 
beeindruckendes Werk zum Thema "Religion Kapitalismus".</em></strong></p>
<p>Was ist so
"dumm" am normalen Western, warum ist der Western nichts
als ein M&auml;rchen? Er erz&auml;hlt die Geschichte von Bauern und
Viehz&uuml;chtern, sowie von kriminellen Elementen in den "St&auml;dten"
der jungen USA, diese Fokussierung erm&ouml;glicht eine vergleichsweise
harmlose Geschichtsschreibung, mit klar verteilten Rollen -
Gesetzloser, Cowboy, Marshall &ndash; manchmal b&ouml;se oder verherrlichte "Indianer".
</p>
<p>&bdquo;Oil&ldquo; von Upton
Sinclair, diente als lockere Vorlage f&uuml;r &bdquo;There will be Blood&ldquo;, 
allerdings ist der Film ganz sicher keine Verfilmung, nach Auskunft des 
Regisseurs lie&szlig; er sich nur von den ersten 150 Seiten inspirieren.
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Der Inhalts Limerick zu "There will be blood":</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="RIGHT">Plainview will das &Ouml;l und
was er alles daf&uuml;r tut</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="RIGHT">er findet's im Boden der
dritten Offenbarung</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="RIGHT">pl&ouml;tzlich explodiert der
F&ouml;rderturm</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="RIGHT">Plainviews Sohn ist nun
taub, der arme Wurm</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="RIGHT">am Ende Bowlingbahn
- der Priester liegt im eignen Blut.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT">&bdquo;There
 will be blood&ldquo;
dies ist ein Titel, der eine Prophezeiung ist, der aber auch die
Handlung einer zeitlichen Dynamik unterwirft, die letztlich in der
Erwartung der Erf&uuml;llung der Prophezeiung liegt. Diese zeitliche
Dynamik einer Prophezeiung ist die U(h)rsuppe jedweder Religion, die
ihre Anh&auml;nger stets der Struktur einer Vorhersage, einer
apokalyptischen oder einer paradiesischen, unterwirft. Diese
strukturelle Erwartungshaltung finden wir mehr oder weniger in allen
Religionen, je interventionistischer das Gottesbild der Religion ist,
umso drastischer und st&auml;rker werden die Prophezeiungen, "denn
wahrlich Br&uuml;der ich sage euch der Herr wird kommen und euch richten",
Ursuppe des Glaubens &ndash; Ursuppe &Ouml;l, dies ergibt in "There will be Blood" 
die
wahre Suppe des Lebens - Blut. Und so haben wir alle dramatischen
Elemente des &uuml;berzeugenden und streckenweise in eine neue
&Auml;sthetik getunkten Films &bdquo;There will be blood&ldquo; zusammen.
Abstrakt ergibt dies den &ndash; INDUSTRIELLEN
&ndash; "Gr&uuml;ndungsmythos" der USA &ndash; der &Ouml;lmann, der Priester, der arme
Farmer &ndash; der sein karges Land an den &Ouml;lmann verkauft, damit seine
Kirche, dieses mal die der "dritten Offenbarung", bl&uuml;hen m&ouml;ge &ndash; und
f&uuml;rwahr es waren seltsame Gesch&ouml;pfe und eigent&uuml;mliche
Glaubensvorstellungen, die sich seinerzeit in das Land der Verhei&szlig;ung
aufgemacht haben. Gro&szlig;e Teile dieser &bdquo;Kirchen&ldquo; gr&uuml;nden sich
auf das Laienpriestertum, und nun ja, der Laienpriester, dies ist
dann eben oft ein Mann, der seine Offenbarungen auf einem einsamen
H&uuml;gel in den Plains erhalten hat, es erschien ihm Dies und Das. Eines 
aber was die Amtskirche Europas prinzipiell schon hinter sich hatte,
lag noch vor diesen Laienkirchen, sie mussten ein Wirtschaftsimperium
werden, um endlich auch
politische Macht erlangen zu k&ouml;nnen, und hier da trafen sich dann
Kapitalismus und Kirche in irgendeinem dreckigen und stinkenden
Bohrloch in den Plains, welches nur eine Zapfstelle der H&ouml;lle gewesen
sein kann, daran aber muss <em>Mann</em> zugrunde gehen, der Laien-Prediger wie der
&Ouml;lbaron. 
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT">Doch es geht hier auch um
eine Abstraktion, die erste Generation der &Ouml;lbarone, zu denen
zweifelsohne auch Daniel Plainview z&auml;hlte, stand noch selbst bis zum Halse in der
stinkenden und krebserregenden Br&uuml;he. Die &Ouml;ll&ouml;cher waren
keine F&ouml;rdert&uuml;rme, sondern offenliegende &Ouml;lbrunnen, die mit
primitivsten Mitteln ausgebeutet wurden. Im Laufe der Zeit
entwickelte sich die Technik, das &Ouml;l wurde abstrakter, es wurde nun
gepumpt, es blieb das Transportproblem, die ersten Pipelines
entstanden. F&uuml;r diese Teilabschnitte des ersten &Ouml;lbooms in den
USA findet <strong><em>Paul
Thomas Anderson</em></strong> hervorragend raffinierte Bilder &ndash; es gelingt
ihm also aus dem &Ouml;l feinstes "Super" zu raffinieren, &ouml;che. </p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT">Es sind vor allem
in der beinahe stummen ersten viertel Stunde archetypische Bilder der
Konfrontation von Wildnis und Industrie, die gerade gekennzeichnet
sind durch die Abwesenheit jedweder Spiritualit&auml;t.  Angesichts
des &Ouml;ls und der fr&uuml;hen F&ouml;rdermethoden will der Dreiklang aus <strong><em>&bdquo;Land
&ndash; Weite &ndash; Gott&ldquo;</em></strong> nicht gelingen, es sei denn dieser Dreiklang 
lie&szlig;e
sich in einem 20 Meter tiefen stinkendem Loch erh&ouml;ren. Das alles
interessiert Daniel Plainview sowieso erst als er durch einen
Farmersohn erf&auml;hrt, dass in &bdquo;Little-Bosten&ldquo; &Ouml;l aus dem Boden
tropft, dieses Land geh&ouml;rt elenden Farmern, die zur &bdquo;Kirche der 3.
Offenbarung&ldquo; geh&ouml;ren, die von einem Laienprediger angef&uuml;hrt wird. Vor 
diesem Hinergrund kann sich das industriell-religi&ouml;se Fr&uuml;hstadium der 
heutigen
Weltmacht entfalten. Und letztlich werden beide Religionen gleich 
radikal und r&uuml;cksichtslos um die Menschen und die Werte k&auml;mpfen:
auf der einen Seite die Religion Kapitalismus und auf der anderen
Seite die Religion einer der zahlreichen Kirchen der USA. Doch "Kirche 
Kapitalismus" und "Kirche Religion" gehen auch B&uuml;ndnisse ein, was bis 
heute gerade in der Person "George W. Bushs" oder "der Tea-Party" 
virulent ist. (Damit ist nicht gesagt, dass die "Baptisten", die Obama 
mit tragen, hier weniger "offenbart" sind, aber das ist eine andere 
Geschichte.) USA - <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.robertbellah.com/articles_5.htm" target="_blank"><em>Civil Religion</em></a></span>. Insbesondere Plainviews religi&ouml;s anmutender Kampf gegen den Monopolisten "Standard Oil", definiert die Konkurrenz als eine ebenfalls religi&ouml;se, rituelle Triebfeder der "Religion Kapitalismus". Obschon Plainview auf ein Angebot von Standard h&auml;tte eingehen k&ouml;nnen, wei&szlig;t er es zur&uuml;ck, nur um seine sinnlos gewordene Existenz im Kampf gegen den Monopolisten weiter zu rechfertigen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT">Es entsteht ein dauernder
Tonus, getragen vom genialen Soundtrack <strong>Jonny
Greenwood</strong>s. In einer der st&auml;rksten Szenen, als
Daniel seinen Sohn nach einem Unfall vom F&ouml;rderturm holt, l&ouml;st der
Sound  die  Sequenz gleichsam aus dem Strom des Filmes, kippt ins
g&auml;nzlich lyrische und erreicht damit eine Erhabenheit, eine
Entr&uuml;cktheit, wie sie vielleicht bei den Gl&auml;ubigen des LaienPredigers Eli entstehen. Dies sind tats&auml;chlich deliriante bis
ekstatische Bilder und Kl&auml;nge, die vortrefflich mit einer
ekstatischen bis deliranten Religiosit&auml;t korrespondieren. Der Film
distanziert sich ansonsten durch seinen harten Realismus von diesen
Bildern, aber, er macht diese &bdquo;Verz&uuml;ckung im Elend&ldquo; erfahrbar. </p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT">Gleich
eine der ersten Szenen erreicht ebenfalls eine grandiose Kraft: Ein
Arbeiter steht in einem &Ouml;lloch und ist vollkommen schwarz von der
Br&uuml;he, nur seine Augen funkeln noch ein wenig, pl&ouml;tzlich bricht
oben die F&ouml;rderkonstruktion und schie&szlig;t nach unten, als die
Konstruktion mit Wucht auf den K&ouml;rper schl&auml;gt sehen wir f&uuml;r den
Bruchteil einer Sekunde zartes Rot &ndash; Blut aus dem &ouml;lverschmierten
K&ouml;rper spritzen, wie ein feiner Nebel nur, um sich sofort mit dem
Schwarz des &Ouml;ls zu mischen, der Mann bricht zusammen ist tot. 
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT">Nein, &bdquo;There will be
Blood&ldquo; hat nichts heroisches, wie &bdquo;Giganten&ldquo;, es entstehen keine
(Anti)-Helden, keine Eroberer, es entstehen gebrochene Menschen, nichts
au&szlig;er Einsamkeit, kleine, elende Menschen, die keine eigene Sprache finden &ndash;
Menschen die nicht zuh&ouml;ren k&ouml;nnen, wir sehen Menschen in ein R&auml;derwerk verstrikt.&nbsp; 
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT">Dennoch entstehen, nicht auf der Leinwand, aber in unseren K&ouml;pfen, die alt bekannten Bilder der "epischen US Helden",
dies ist die Erinnerung an all die "designte" Geschichte, die Erinnerung an andere Filme. Und so wird in "There will
be Blood" eben auch die Frage nach einer nur gestalteten "Erinnerung" gestellt. Wenn Tarantino Gewalt zum Designelement gemacht hat,
dann bricht "There will be Blood" derartige Designvorstellungen, dadurch, dass innerhalb der Gewaltszenen, wie beim Tod des "Bruders",
Gewalt stets als fast unsichbare, stille und kleine Handlung passiert, nicht zur "erhabenen" Designerfahrung wird.  
Vielleicht ist der &bdquo;Sohn&ldquo;
von Daniel ja deshalb taub geworden, weil es in einer solchen Welt
nichts gibt dem man zuh&ouml;ren sollte. Gewalt ist etwas intimes und daher so gef&auml;hrliches - sie ist im Raum der Betroffenen - in den sie einbricht - immer eine brutalstm&ouml;gliche Verletzung jeder Intimit&auml;t - das ist ihr eigentlicher Schrecken - wird sie dagegen zu etwas Gro&szlig;em stilisiert - zu etwas beeindruckendem gemacht - wie auch immer - dann bereitet man nur die n&auml;chste Eskalationsstufe vor.&nbsp; Und so bricht sich die Gewalt in "There will be blood" in immer intimer werdenden Beziehungen zwischen Daniel - Eli - Daniels Sohn - in fast famili&auml;ren Strukturen Bahn - und wird so erst zu einer be&auml;ngstigenden und, ja, alles vernichtenden apokalyptischen Gefahr. Das Motiv der Gewaltanwendung - dies sollte man wenigstens wissen - l&ouml;st diesen Konflikt auf einer abstrakten Ebene nicht auf, kann allenfalls das Gewissen beruhigen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT">Der Film transponiert die
Ereignisse  auch nicht in einen "Indipendent - Poplayer", nicht in
glanzvolle Oberfl&auml;chen, so l&auml;sst er keine Flucht zu &ndash; in gewisser
Weise also auch ein &bdquo;No Country for old men&ldquo; f&uuml;r Erwachsene. In kaum
einem anderen Film werden die Helden der US Geschichte derart
zurechtgestutzt, wird die Abwesenheit von Bildung, Kultur und Liebe
derart drastisch thematisiert. Die gro&szlig;e Leere der Plains mit
irgendwas anderem als Wildnis oder Gier zu f&uuml;llen ist nicht
gelungen, es bleibt abzuwarten was uns am Ende des &Ouml;lzeitalters
bevorsteht, wahrscheinlich nichts als die letzte Drainage auf der
Bowlingbahn. Mephisto.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT"><em><strong>&bdquo;There Will Be Blood&ldquo; 
USA
2007</strong></em> 
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT">Regie
Paul
Thomas Anderson 
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT">Drehbuch
Paul Thomas Anderson 
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT">Produktion
Paul Thomas Anderson,<br />Daniel Lupi, Joanne Sellar 
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT">Musik
Jonny
Greenwood 
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT">Kamera
Robert Elswit
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT">Schnitt
Dylan Tichenor
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT"><strong>Darsteller:</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Daniel
Day-Lewis: Daniel Plainview</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Paul
	Dano: Eli Sunday und Paul Sunday 
	</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Kevin
	J. O&rsquo;Connor: Henry 
	</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ciar&aacute;n
	Hinds: Fletcher 
	</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Dillon Freasier: H.W. (Kind) 
	</p>
<p>Russell Harvard: H.W. (Erwachsener) 
	</p>
<p>&nbsp;</p> ]]></description> <pubDate>Thu, 30 Dec 2010 03:03:07 +0100</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/there-will-be-blood-plainview.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>Somalia - The Age of the Helicopter - Ziegler hält eine Rede</title> <link>http://www.swashmark.com/Somalia-The-Age-of-the-Helicopter-Ziegler-hlt-eine-Rede.html</link> <description><![CDATA[ http://ggtmwtli.swashmark.com/Somalia-The-Age-of-the-Helicopter-Ziegler-hlt-eine-Rede.html ]]></description> <pubDate>Fri, 29 Jul 2011 00:09:54 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/Somalia-The-Age-of-the-Helicopter-Ziegler-hlt-eine-Rede.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>World of Financial Shortcuts - Das Nachtgebet der Pausenaufsicht - Doom Machine</title> <link>http://www.swashmark.com/World-of-Financial-Shortcuts.html</link> <description><![CDATA[ http://ggtmwtli.swashmark.com/World-of-Financial-Shortcuts.html ]]></description> <pubDate>Sun, 05 Feb 2012 00:58:57 +0100</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/World-of-Financial-Shortcuts.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>„Alaaf und Heil Hitler&quot;</title> <link>http://www.swashmark.com/Alaaf-und-Heil-Hitler.html</link> <description><![CDATA[ <p><strong><em>von J. Sch&ouml;n</em></strong></p>
<p><img style="float: left; margin: 5px;" src="assets/images/alpensimulacrum/Karnevalsbuch_gr.jpg" alt="" width="250" height="186" /></p>
<p>Wenn Anfang des kommenden Jahres wieder K&ouml;lns feine Gesellschaft im 
G&uuml;rzenich die Proklamation des n&auml;rrischen Trifoliums &ndash; Prinz, Jungfrau, 
Bauer &ndash; feiert, d&uuml;rften die wenigsten wissen (wollen), dass diese 
Tradition von den Nazis begr&uuml;ndet wurde. Gleiches gilt f&uuml;r die 
feierliche Er&ouml;ffnung des Stra&szlig;enkarnevals an Weiberfastnacht. Nicht die 
einzigen &Uuml;bernahmen hier und in anderen St&auml;dten aus der Zeit des 
Faschismus. &bdquo;Die Lachende K&ouml;lnArena&ldquo; etwa, eine mehrfach ausverkaufte 
volksnahe Massensitzung, ist ein Nachkomme des &bdquo;KdF-Bordfestes&ldquo; in den 
Rheinlandhallen. R&uuml;ckg&auml;ngig gemacht haben die K&ouml;lner Narren zwar die 
Verordnung, dass die Jungfrau durch eine Frau dargestellt werden muss &ndash; 
heute ist es wieder ein Mann. Um so lieber aber haben sie &uuml;bernommen, 
dass das bis 1935 m&auml;nnliche Tanzmariechen ein &bdquo;lecker M&auml;dche&ldquo; sein muss.
</p>
<p>
Das alles ist nichts Unbekanntes, doch die beiden Historiker Marcus 
Leifeld und Carl Dietmar stellen in ihrer detailreichen Untersuchung 
&bdquo;Alaaf und Heil Hitler&ldquo; erstmals dar, welche Funktion der Karneval in 
der &bdquo;Unterhaltungsideologie&ldquo; der Nationalsozialisten hatte. Untersucht 
haben sie die Karnevalshochburgen Mainz, M&uuml;nchen, Freiburg und K&ouml;ln, wo 
die Quellenlage am besten war. Aber auch Beispiele aus anderen St&auml;dten 
wie N&uuml;rnberg, Wien oder Chemnitz finden sich. Es ist eine umfangreiche 
Arbeit geworden, mit historischen Fotos und vielen Beispielen aus 
B&uuml;ttenreden, Briefen und offiziellen Verlautbarungen. Ein gut lesbares 
Standardwerk, von dem die beiden Autoren aber selber zugeben, dass es 
aufgrund fehlender, im Krieg zerst&ouml;rter Quellen noch viele L&uuml;cken gibt. 
</p>
<p>
Ihr Fazit: Die Karnevalisten waren meist mehr als nur angepasste 
Mitl&auml;ufer. Widerstand gegen das Regime war die Ausnahme. Es gab ihn in 
der Person des D&uuml;sseldorfers Leo Statz, dort Pr&auml;sident der 
Karnevalsvereine und Zentrums-Mitglied. Die Gestapo beobachtete ihn, 
1943 wurde er vom Berliner Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und 
hingerichtet. Er war denunziert worden, weil er im Suff am Endsieg 
gezweifelt hatte. In Mainz, wo die politische B&uuml;ttenrede Tradition 
hatte, wagten Seppel Gl&uuml;ckert und Martin Mundo kritische Worte. In K&ouml;ln 
war es Karl K&uuml;pper, der mit erhobenem rechten Arm das Publikum begr&uuml;&szlig;te 
und es auf k&ouml;lsch fragte: &bdquo;Regnet es?&ldquo;. Wegen &bdquo;Ver&auml;chtlichmachung des 
Deutschen Gru&szlig;es&ldquo; erhielt er lebenslanges Redeverbot. Nach 1945 
versteckte sich der offizielle K&ouml;lner Karneval hinter dem &bdquo;unangepassten
 Narren&ldquo; als Beispiel f&uuml;r den &bdquo;breiten Widerstand&ldquo;. Als er sich in den 
50er Jahren weigerte, seine Texte vor den Live&uuml;bertragungungen im 
Fernsehen vorzulegen, durfte er dort nicht mehr auftreten.</p>
<p>
Lange war die Verwicklung des Brauchtums in die Nazi-Politik f&uuml;r die 
Karnevalisten ein Tabu-Thema. Erleichtert wurde dies durch die 
vielfachen personalen Kontinuit&auml;ten. Ein Beispiel: der K&ouml;lner Thomas 
Liessem, Anfang der 30er Jahre Pr&auml;sident der Karnevalsgesellschaft 
&bdquo;Prinzengarde&ldquo;, nach 1945 unter anderem Pr&auml;sident des Bundes Deutscher 
Karneval und des Festkomitees K&ouml;lner Karneval. Nach dem Krieg lie&szlig; er 
sich f&uuml;r seine &bdquo;Narrenrevolte&ldquo; feiern: 1935 hatte er erfolgreich 
verhindert, dass der K&ouml;lner Karneval von &bdquo;Kraft durch 
Freude&ldquo;-Funktion&auml;ren &uuml;bernommen, der NS-Organisation, die das 
Freizeitverhalten der Deutschen regelte. 
</p>
<p>&nbsp;Doch war das weniger ein politisch begr&uuml;ndeter Widerstand, als vielmehr 
die Verteidigung der traditionellen Karnevals-Organisation. Denn 
ideologisch stand der SA-Mann durchaus auf Seiten der Nazis. So wetterte
 er in einem Buch &uuml;ber den Heimat-Dichter Willy Ostermann gegen 
&bdquo;j&uuml;dische Schreiberlinge&ldquo;, in der Neuauflage von 1951 wurden daraus 
&bdquo;irgendwelche Schreiberlinge&ldquo;. Als sich 1973 der Brauchtumsexperte 
Max-Leo Schwering als einer der ersten mit Karneval und NS-Zeit 
besch&auml;ftigte, riet ihm Liessem: &bdquo;Lassen Sie die Finger davon!&ldquo;. Erst 
eine junge Generation von Karnevalsfunktion&auml;ren steht den Forschungen 
aufgeschlossen gegen&uuml;ber. In K&ouml;ln &ouml;ffnen selbst gro&szlig;e 
Karnevalsgesellschaften ihre Archive &ndash; sofern sie nicht klammheimlich 
froh sind, dass die Dokumente im Krieg vernichtet wurden. 
</p>
<p>
Als die Nazis an die Macht kamen, fanden sie beim Karneval Strukturen 
vor, die sie gut f&uuml;r ihre Zwecke weiterentwickeln und nutzen konnten. In
 den 20er Jahren hatte man vor allem in K&ouml;ln  Karneval als touristische 
Attraktion und wichtige Einnahmequelle entdeckt. Republikweit wurde f&uuml;r 
einen Besuch des Rosenmontagszugs geworben. Auf diesen Zug sprangen die 
Nationalsozialisten auf: Der Karneval eignete sich zur Propagierung der 
Volksgemeinschaft, die KdF sorgte f&uuml;r billige Eintritts- und Fahrkarten 
an den Rhein. Doch nicht jeder Berliner konnte etwas mit dem rheinischen
 Frohsinn anfangen, und der Versuch, diesen etwa nach Hamburg zu 
exportieren, scheiterte nicht nur am Dialekt. Auch Freiburg hatte Mitte 
der 30er Jahre die bis dahin eher den Einheimischen vorbehaltene 
alemannische Fasenacht zu einem touristischen Ereignis umgestaltet. Sie 
wurde mit einheitlichen Kost&uuml;men inszeniert und selbst untypische wie 
Cowboy fanden Eingang. 
</p>
<p>
Die Nutzung des Karnevals als Transmissionsriemen f&uuml;r faschistische 
Inhalte erfolgte nicht sofort. Zun&auml;chst mussten die 
Karnevalsgesellschaften gleichgeschaltet werden. Dies ging nicht &uuml;berall
 glatt &uuml;ber die B&uuml;hne, in Frankfurt konnte es &uuml;ber zwei Jahre verhindert
 werden. Dabei ging es bei den Auseinandersetzungen zwischen 
Karnevalisten und Parteifunktion&auml;ren meist nicht um Inhalte, sondern 
eher um organisatorische Fragen. Juden wurden langsam aus den Vereinen 
gedr&auml;ngt, erst ab 1935 wurde von den Mitgliedern der Arier-Nachweis 
verlangt. Mit der Gr&uuml;ndung des &bdquo;Reichsbund Karneval&ldquo; war die 
Gleichschaltung 1937 erfolgreich vollzogen. 
</p>
<p>
Dass die Nazis den Karneval bald auch zur Propagierung ihrer Ziele 
einsetzten, liegt nahe. Einfluss gewannen sie z.B. dadurch, dass 
NS-Beh&ouml;rden bei der Organisation der Rosenmontagsz&uuml;ge halfen &ndash; dies auch
 in St&auml;dten, wo Karneval bis dahin unbekannt war. Bekannt sind 
Judenhetze auf K&ouml;lner Rosenmontagswagen. Doch scheint es, dass im 
Karneval auch kontrolliert &bdquo;Dampf abgelassen&ldquo; werden konnte z.B. gegen 
Nazi-Bonzen (in diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass das 
deutsche Kabarett Kaiser Wilhelm II. als Geburtshelfer hat). Um 
allerdings spontane systemgef&auml;hrdende Ausf&auml;lle zu vermeiden, sollte nach
 M&ouml;glichkeit das Zeigen von NS-Fahnen vermieden werden (Fotos von 
Umz&uuml;gen zeigen, dass dies nicht &uuml;berall der Fall war), in Kneipen 
sollten NS-Symbole und Hitlerbilder abgeh&auml;ngt werden. 
</p>
<p>
Der &bdquo;offizielle&ldquo; Karneval passte sich, so Dietmar und Leifeld, 
freiwillig an die Nazi-Ideologie an. Zu seien zum Beispiel die 
&bdquo;Schwellk&ouml;ppe&ldquo; &ndash; &uuml;berdimensionale K&ouml;pfe aus Pappmach&eacute;e, die w&auml;hrend des 
Rosenmontagszugs getragen wurden &ndash; mit antisemitischen Z&uuml;gen nicht von 
oben verordnet worden, sondern als &bdquo;Tribut an den Zeitgeist&ldquo; zu 
verstehen. Wie weit die Nazi-Ideologie von den nicht-organisierten 
Narren &uuml;bernommen wurde, m&uuml;sse noch erforscht werden. Ihm liege zum 
Beispiel ein Privatfoto vor, das ein P&auml;rchen als Gendarm und Jude 
verkleidet zeige. 
</p>
<p>
<strong><em>Carl Dietmar/Marcus Leifeld: &bdquo;Alaaf und Heil Hitler. Karneval im Dritten
 Reich&ldquo; &ndash; Herbig Verlag, M&uuml;nchen 2010, 224 Seiten, 24,95 Euro</em></strong></p>
<p><strong><em>Der Artikel erschien ebenfalls auf "<a href="http://www.koeln-nachrichten.de/lokales/karneval/koeln_karneval_nazi_faschismus_rosenmontag_alaaf_-heil-hitler.html" target="_blank">k&ouml;ln-nachrichten.de</a>"<br /></em></strong></p> ]]></description> <pubDate>Thu, 11 Nov 2010 10:59:10 +0100</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/Alaaf-und-Heil-Hitler.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>&quot;It's a hard World for little things&quot; &quot;The Thin Red Line&quot; von Terrence Malick</title> <link>http://www.swashmark.com/The-thin-red-line-von-Terrence-Malick.html</link> <description><![CDATA[ <p style="text-align: right;">&nbsp;</p>
<dl><dd style="text-align: right;">Es war einmal ein treuer Husar,</dd><dd style="text-align: right;">Der liebt' sein M&auml;dchen ein ganzes Jahr,</dd><dd style="text-align: right;">Ein ganzes Jahr und noch viel mehr,</dd><dd style="text-align: right;">Die Liebe nahm kein Ende mehr.
</dd><dd style="text-align: right;">(...)<br /></dd><dd style="text-align: right;">Jetzt mu&szlig; ich tragen ein schwarzes Kleid,</dd><dd style="text-align: right;">Das ist f&uuml;r mich ein gro&szlig;es Leid,</dd><dd style="text-align: right;">Ein gro&szlig;es Leid und noch viel mehr,</dd><dd style="text-align: right;">Die Trauer nimmt kein Ende mehr.
</dd><dd style="text-align: right;"><br />"Treuer Husar", deutsches Volkslied<br /></dd></dl>
<p style="text-align: right;"><br />"So this is Guadalcanal", a man at the rail said, <br />and spat tobacco juice over the side. <br />"What the fuck you think it was? <br />Fucking Tahiti?"<br /><a href="http://www.jamesjonesliterarysociety.org/THIN.HTM" target="_blank">James Jones, <br />"The Thin Red Line" 1962 <br />Seite 2<br /></a></p>
<p style="text-align: center;">
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</p>
<p><em>Der zugrunde liegende Roman </em><em>"The Thin Red Line", </em><em>1962, von James Jones verfasst, wurde &uuml;brigens mit "<strong>Der tanzende Elefant</strong></em><em>" &uuml;bersetzt, in einer sp&auml;teren Ausgabe erst "Insel der Verdammten". Zuvor erschien, der auch verfilmte, "Verdammt in alle Ewigkeit" 1951 (<a href="http://www.imdb.com/title/tt0045793/" target="_blank">From here to Eternity</a>), dieser ist deutlich konkreter, weniger poetisch-abstrakt, weniger lyrisch. Wie auch der zugeh&ouml;rige gleichnamige <a href="http://www.imdb.com/title/tt0045793/" target="_blank">Film Fred Zinnemanns "</a><a href="http://www.imdb.com/title/tt0045793/" target="_blank">Verdammt in alle Ewigkeit</a></em><em><a href="http://www.imdb.com/title/tt0045793/" target="_blank">"</a>. Zinnemann (Seventh Cross, High Noon, </em><em>The Day of the Jackal</em><em> ) ist mit den Mitteln des Mainstreamkinos unterwegs, zwar erschreckend, aber Mainstream. Dies kann man von Malik nicht gerade behaupten, seine Verfilmung ist nicht die, die der Gro&szlig;papa vielleicht erwarten w&uuml;rde. Auch w&uuml;rde es viel zu kurz greifen nur von einer Verfilmung zu sprechen, durch das Buch inspiriert</em><em> trifft es besser. "The Thin Red Line" wurde schon fr&uuml;her regelrecht verfilmt von <a href="http://www.imdb.com/title/tt0058648/" target="_blank">Andrew Marton 1964</a></em><br /><em><br />"<a href="http://www.imdb.com/title/tt0120863/" target="_blank">The thin red line" von Terrence Malick, USA/1998</a>, Kamera, John Toll, Schnitt, Leslie Jones, Saar Klein, Billy Weber, </em>ist<em>,</em> kein Kriegsfilm, sondern handelt von einer  <em>lyrischen, symbolischen Invasion</em>, gerade dadurch vermag er mehr &uuml;ber "Krieg" zu sagen als die meisten anderen Filme. Es findet eine Invasion in einen paradiesischen
Zustand statt. Das ewig vom leichten Wind bewegte Gras gibt dem Film seine ernste, dabei beschwingte Stimmung. 
In der Schlu&szlig;zene kommen Paradiesvorstellung und Paradies f&uuml;r den amerikanischen Soldaten zusammen:
 "Take me as I am uuuuu... Jesus I come unto you uuuuu Take me as I am uuuuu... " . Der malaysische Chor greift die 
Rhythmik des Grases und des Windes auf, ebenso wie die pendelnde, schwebende, leichte, fast l&auml;chelnde Kamera. Der G.I. steht allein vor denen, die selbst Gras sind, die wie aus dem Nichts aufgetaucht sind, die Antwort des Paradieses auf den Eindringling, gleichsam aus der Natur destiliert. Die Gradwanderung findet hier ein Ende, beobachtet von der wundersch&ouml;nen, aber eiskalten Natur, deren Sch&ouml;nheit nur f&uuml;r den friedlichen ein Paradies sein kann, f&uuml;r den Krieger wandelt sie sich in eine Kulisse des sentimentalen Scheinens, ist der Raum der seinem jeweiligem Gegner Deckung gibt. <br /><br />Der "kurzgeschlossene" Konflikt zwischen Paradies und Krieg gibt dem Film eine reichhaltige 
abstrakt-lyrische Ornamentik, die die Frage nach dem "Warum" ad absurdum f&uuml;hrt, +berfl&uuml;ssig erscheinen l&auml;sst. Der Film repr&auml;sentiert die Wahrnehmung der Natur, nicht die eines einzelnen Soldaten, die Natur hat kein Bewusstsein, <em>sie ist</em>. Man kann ihr Widerstand entgegensetzen oder nicht, es ist einerlei, sie gibt den Takt des "Krieges" vor. Die an manchen Stellen fast wie eine Naturdokumentation erscheindenden Abschnitte, thematisieren das amerikanischen Naturverst&auml;ndnis, was einerseits in der Natur den Raum der Pioniere sieht, die der Wildnis die Zivilisation bringen, andererseits aber eben einen <em>paradiesischen</em> Zustand der Unber&uuml;hrtheit, ja der von "Gott" "gezeichneten" absoluten Sch&ouml;nheit. Dieser Grundkonflikt l&auml;sst die Amerikaner immer wieder staunen, wenn ihnen pl&ouml;tzlich der Feind in der Natur begegnet. Andererseits sind sie fest davon &uuml;berzeugt, dass ein Mann (Soldat) nur hier, in dieser Naturlandschaft, seine tiefsten Pr&uuml;fungen erleben kann. <em>Schon bevor in diesem Film gestorben wird, ist alles Sterben in einen abstrakten mythischen Kosmos &uuml;berf&uuml;hrt, der die gesamte Geschichte der jungen USA auf das Duell mit dem in der Natur lauernden "B&ouml;sen" konzentriert, da ist viel mehr Wahres &uuml;ber die USA gesagt, als wir Europ&auml;er es uns in unseren k&uuml;nsten Tr&auml;umen vorstellen k&ouml;nnten.</em> <em>Der letzte Grund allen US-Wahrnehmens ist oft ein religi&ouml;ser, Amerika - <a href="http://www.robertbellah.com/articles_5.htm" target="_blank">"civil religion"</a></em>. Wenn der Film aber diese Schicht der Wahrnehmung blo&szlig;legt, dann thematisiert er nicht einfach Krieg, Krieg wird nur genutzt um bestimmte Motivlagen, Wahrnehmungen besonders komprimiert zu ergr&uuml;nden, um sie einer banalen, gemeinhin als selbstverst&auml;ndlich angesehenen, Filmgeschichtssuppe zu entreissen, und so zu pr&auml;zisieren. Ein komplexer filmischer Essay, wie wir ihn nur &auml;u&szlig;erst selten finden, und dies vordergr&uuml;nding mit dem Hollwoodbesteckkasten. Das die Frage nach Ethik und Moral keinerlei Rolle spielt ist einer der ganz gro&szlig;en Aspekte des Films. Die Voraussetzung des Krieges ist das Ausserkraftsetzen der ethischen Normen zivilisierter Gesellschaften, eine Theoriebildung, die diese Normen nicht ebenso ausser Kraft setzt, kann das Ph&auml;nomen Krieg nicht erg&uuml;nden, nur abbilden, wie auch immer. Auch Chuck Norris ist ein moralischer Krieger, ebenso wie Rambo, auch wenn diese Filme keine Sozialp&auml;dagogik sind, wie "Full Metall Jacket" oder "Apocalypse Now".</p>
<p>Die allermeisten anderen Filme, die sich mit den Kriegen/Invasionen der USA besch&auml;ftigen, wie <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Tt0xxAMTp8M" target="_blank">"Apokalypse Now"</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=zSQ2WRoqOCA&amp;" target="_blank">"Full Metal Jacket"</a>, "<a href="http://www.youtube.com/watch?v=nTdcThIjzKc" target="_blank">Platoon</a>", "<a href="http://www.youtube.com/watch?v=tp-DuEPuZQ0" target="_blank">Hamburger Hill</a>", <a href="http://www.youtube.com/watch?v=XyLNo048VTg" target="_blank">"Black Hawk down"</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=tp-C5BXa3Y0" target="_blank"><strong><em>"The Deer Hunter</em></strong>"</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=o5BqUTHHRJM" target="_blank"><em>"Privat Ryan"</em></a> oder der totale Schmachtfetzen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=3mJoHqmtFcQ" target="_blank">"Good Morning Vietnam"</a> etc., pr&auml;sentieren grunds&auml;tzlich eine &auml;u&szlig;ere Wahrnehmung, auch wenn sie dies im Stile der "Gutmenschen" und der "Political Correctness" tun. So bleiben sie vordergr&uuml;ndige Filme, die Soldaten des "Westens" gehen psychologisch an den "Opfern" zugrunde, bleiben selbst aber letztlich T&auml;ter, sind die Determinanten der Handlung. Es sind Filme, die die abgespaltene Kriegserfahrung der westlichen Soldaten re-Integrieren sollen, Therapie und Vorbereitung des n&auml;chsten Krieges, nicht aber subversive und grunds&auml;tzliche Unterwanderung der Kriegspsychologie, sie halten stets die Feindrollen aufrecht, so oder so, psychologische Kriegsf&uuml;hrung an der Popfront.<br /><br /> Eine sehr fr&uuml;he radikale Ausnahme bildet der sarkastische <a href="http://www.youtube.com/watch?v=s3ifRA0Kj-8&amp;" target="_blank">"Path of Glory", insbesondere die Schlu&szlig;sequenz</a>, die in der Tradition der tats&auml;chlich subversiven Unterwanderung, der zwanziger und drei&szlig;iger Jahre gedreht ist: "Krieg dem Krieg", "Das Proletariat hat kein Vaterland" etc.. Seine Fokussierung auf die Schreibtischt&auml;ter des Krieges, auf die bigotte Generalit&auml;t, auf den Krieg der Generalit&auml;t gegen die eigenen Soldaten, hat f&uuml;r Verbotsverf&uuml;gungen und einen handfesten Skandal in Frankreich gesorgt, nicht umsonst, denn er gef&auml;hrdete das Selbstverst&auml;ndnis der "Grand Nation". Als Postmoderner Film geht&nbsp; <a href="http://www.youtube.com/watch?v=LCmlOhsIwBk" target="_blank">"The Thin Red Line"</a> noch weiter, und abstrahiert den Soldaten und seine Wahrnehmung, er vollzieht einen Perspektivwechsel, und bleibt kalt, was das emotionale Spektrum des <em>traditionellen westlichen Blickens</em> angeht.<em> <br /><br />Die Handlungsoptionen entfernen sich in die Natur, fast wie in der Geschichte von der Bounty ["What the fuck you think it was? Fucking Tahiti?"</em><em>] erliegen die Soldaten der Ahnung des Paradieses, was sie gleichsam gespiegelt, schon in der dauernden Pr&auml;senz der Natursch&ouml;nheit zu finden glauben. Wie auf einem Trip entfernen </em><em>sich</em><em> die Soldaten in eine Hyperrealit&auml;t, vor deren Hintergrund das Sterben belanglos bis sch&ouml;n wird, da die Unbegreiflichkeit der Gewalt vor der Sch&ouml;nheit einen Abstraktionsgrad erreicht, der ein Hinnehmen erzwingt, der die L&uuml;cke zwischen Leben und Tod bereits vor dem Tode schlie&szlig;t. Dies ist zuende gedacht die Drohung des Paradieses, die umgekehrte H&ouml;llendrohung, also - das sch&ouml;nste, schweigsamste und paradoxeste Grauen, was jemals auf eine Leinwand pojeziert wurde, das Paradies ist gerade das sich tarnende absolute B&ouml;se. Mystik des Grauens - elementare Kriegspsychologie - das "Trainieren des Hinnehmens" - der Tod erf&uuml;llt die Paradieserwartung, Ausserkraftsetzen des &Uuml;berlenbenswillens, Zombies im Paradies. +++&nbsp; Ein Film </em><em>David Lynchs hie&szlig; "Inland Empire", was aber ist das "Inl&auml;ndische" der US-Wahrnehmung, zu dieser Diskussion leistet Malik einen wichtigen Beitrag. </em><em>Jenseits der verordneten imperialistischen/antiimperialistischen Heimatvorstellungen der US-Amerikaner dringt "The Thin Red Line" tief in die psychologischen, zuweilen naiven, Bedingungen eines fiktiven "US-Inlandes" ein. Wir Europ&auml;er haben mehr als zweitausend Jahre Geschichte hinter uns, die uns sowas wie eine "Heimat" gab, die USA existieren kaum 300 Jahre, und wurden von Menschen ma&szlig;geblich gestaltet, die Religion, Armut und der Sklavenhandel in den Weg &uuml;ber den Atlantik zwang, in das scheinbar menschenleere, gelobte, paradiesische Land.<br /></em><br />&Auml;sthetisch steht der Film f&uuml;r jene sehr seltene St&ouml;mung des amerikanischen, abstrakten und lyrischen Kinos, postmoderner Pr&auml;gung, die ihren Ursprung in Filmen wie z.B. "The Night of the Hunter" hatte, dieses Amerikanische Kino geht auf Vorl&auml;ufer des franz&ouml;sischen sp&auml;t-modernen "Poetischen Realismus" zur&uuml;ck: Jean Renoir vor allem Marcel Carn&eacute; Sicher geh&ouml;rt z.B. David Lynch in diese Klasse des postmodernen lyrischen amerikanischen Kinos, auch wenn er deutlich st&auml;rker auf das Spektakel setzt. <br /><br />In der Schlussszene ist alles komprimiert vorhanden, wof&uuml;r, keine Ahnung zig z.B. Vietnamfilme etc., Kilometer von Zelluloid verbraten haben, eine Komprimierung, ohne auch nur ein Gramm zuviel Gewicht zu haben, g&auml;nzlich ohne Spektakel, ohne die Versatzst&uuml;cke des immer wieder episch, melodramatischen, aufdringlichen und lauten Kriegs/Invasionsfilms. Perfekt - ein Gedicht.  </p>
<p>
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</p> ]]></description> <pubDate>Thu, 30 Sep 2010 22:13:36 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/The-thin-red-line-von-Terrence-Malick.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>Adenauer, Ostermann, Fassbinder, Malle und Miles in Schmitze Billas Villa beim Glaserl Wein</title> <link>http://www.swashmark.com/Adenauer-Ostermann-Fassbinder-Malle-und-Miles-in-Schmitze-Billas-Villa.html</link> <description><![CDATA[ <p style="text-align: right;"><br />"Und wenn Sie das Wort Marxist h&ouml;ren, dann geht es Ihnen so <br />wie Goebbels damit operiert hat,<br /> nichts anderes, nicht, <br />Sie sind n&auml;mlich genauso dumm in dieser Frage <br />wie jener war, <br />nur war er ganz jesuitisch raffiniert.<br /><br />Wer rausgeht, muss auch wieder reinkommen - ich sage ihnen Prost!"</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=sLFMvdgKgCk" target="_blank">Herbert Wehner, 13.03.1975<br /></a></p>
<p style="text-align: right;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: right;"><span><a name="oben"></a>F&uuml;nfunzwanzigdausend Mark kr&auml;g et Billa Schmitz<br /><a href="Adenauer-Ostermann-Fassbinder-Malle-und-Miles-in-Schmitze-Billas-Villa.html#marke">usbezahlt op eine Knall</a>, un wat meint ihr jitz?<br />Eeztens jov et Bell om Maat seinen Laden auf,<br />zweitens wood en Poppelsdorf sich en Huus jekauf.<br />Wat h&uuml;ckzodag nit &uuml;vver Naach der Minsch sich ver&auml;ndere kann.<br /><br /><strong>Jetz h&auml;t dat Schmitzen Billa<br />En Poppelsdorf en Villa.<br />Et h&auml;t en eijen Huus, dat Bell es fein erus!<br /></strong><br /><strong>(...)<br /></strong></span></p>
<p style="text-align: right;">Willi Ostermann - <em>Villa Billa</em></p>
<p>Warum ist es am Rhein so sch&ouml;n - Einmal am Rhein, mit Riesling und 
Lampingons auf der Terrasse, das Madel im Arm, so richtig als Eingeborener f&uuml;hlen. Die
 M&auml;nner mit den dicken 
Gl&auml;sern im Horngestell - das Wirtschaftswunder d&uuml;nstet aus, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=bbHpWm_p1EE" target="_blank">Adenauer</a>, 
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=OwNmnq-tMkM" target="_blank">Erhard</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=dOzbmtDch48" target="_blank">Brandt</a> und <a href="http://www.youtube.com/watch?v=uHKtxu6_aLo&amp;NR=1" target="_blank">Schmidt</a>, viel <a href="http://www.youtube.com/watch?v=0hwDFrwmsmA" target="_blank">Kohl</a> und etwas <a href="http://www.youtube.com/watch?v=1O7kPse3Ryg" target="_blank">Kiesinger</a>. Staatssekret&auml;re, die Botschafter, die Abegeordneten mit Besuchergruppe 
aus dem Heimatwahlkreis - und die Dr&uuml;ben, die haben den K&uuml;rzeren 
gezogen, denn wir w&auml;hlen die Freiheit, dehalb packen wir jetzt P&auml;ckchen,
 dass die auch was haben, vom Gard Haar Studio.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
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</p>
<p><em>(ps<span style="font-family: Arial;">. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Willi_Ostermann" target="_blank">Ostermanns Willi</a> machte regelm&auml;&szlig;ig Urlaub im&nbsp;
"Burghof" nahe K&ouml;nigswinter. Dort schrieb er auch: "Da, wo die sieben Berge stehen".&nbsp; Na ja am Ende hie&szlig; es dann - "<a href="http://www.youtube.com/watch?v=0IwuRJflTcc" target="_blank">Jetz h&auml;t dat Schmitze Billa en Poppelsdorf en Villa</a>".</span> Damit ist die Villa des UFA Stars "<a href="http://www.beepworld.de/members69/sybilleschmitz/biografiehauptseite.htm" target="_blank">Sybille Schmitz</a>" gemeint. R. W. Fassbinder drehte einige Filme, die an das Melodrama ala <a href="http://www.imagesjournal.com/issue10/reviews/sirk/" target="_blank">Douglas Sirk</a> angelehnt waren. </em><em><a href="http://www.arte.tv/de/Kino-auf-Arte/3063132,CmC=3061602.html" target="_blank">"Die Sehnsucht der Veronika Voss"</a>, die wenigstens in Teilen Schmitzens Biographie adaptierte, ist einer davon und er ist ein Teil von Fassbinders sog. "BRD-Trilogie".</em><em> Fassbinder hat eigentlich melodramatische St&uuml;cke fabriziert, die nur vor dem besonderen Hintergrund der BRD jenen gewissen revolution&auml;ren Habitus des "Neuen Films" atmeten, ich brauche die Liste der Exilanten, die in Nordamerika oder sonswo weilten, hier sicher nicht listen. Wahrscheinlich war er der einzige echte, talentierte Melodramatiker, den das Nachkriegseuropa je hervorgebracht hat. Allzuoft werden diese, in das Reich der literarischen Subgenres, wie dem (tragischen) "Liebesroman", verweisenden Ans&auml;tze&nbsp; </em></p>
<p><img style="float: left; margin: 4px;" src="assets/images/quickanddirty/ovberdriven_mouth.jpg" alt="" width="160" height="64" /></p>
<p><em>&uuml;bersehen, obschon sie un&uuml;bersehbar sind. Die deutliche Positionierung an der Seite der damals frischen GenderDiskussion d&uuml;rfte hier auch von manchen recht banalen Wahrheiten abgelenkt haben. Mit dem melodramatischen Genre geht einher, dass es sich wenig, bis garnicht mit den abstrakten aesthetisch-formalen Bedingungen des Films auseinandersetzt, da der Sog der "Story/Gef&uuml;hle" so gro&szlig; wird, dass ein Hinausweisen aus der Story kaum mehr m&ouml;glich scheint, aber Film ist keine Literatur. Hier k&ouml;nnte man als Gegenbeispiel den legend&auml;ren <a href="http://www.youtube.com/watch?v=vXKN6HCwuxM&amp;" target="_blank">"</a></em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=vXKN6HCwuxM&amp;" target="_blank"><em>Ascenseur pour l'&eacute;chafaud</em></a><em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=vXKN6HCwuxM&amp;" target="_blank">"</a>(Louis Malle) bringen, der zu der zeitbezogenen (rythmische) und raumbezogenen (Schwerkraft ist nur eine Option) Diskussion &uuml;ber das was Film sein kann, einen brillianten Beitrag liefert. Dar&uuml;ber hinaus weist Malle die Notwendigkeit eines Genres (Krimi) aus, f&uuml;hrt dieses aber sogleich wieder ad absurdum - er f&uuml;hrt das Genre vor, genauso wie den erz&auml;hlenden "Problemfilm".&nbsp; Der "Erz&auml;hlfilm" wird also vollkommen zerbrochen, zerspiegelt, durch die Fatalit&auml;t des Zufalls, des kleinen &uuml;bersehenen Moments und der sich daraus ergebenden F&uuml;lle an Details und Verzweigungen, vielleicht der Beginn der Filmischen-Postmoderne. <strong>Malle betritt den Raum des sprachlich nicht vermittelbaren, und genau dieser Raum, das ist der eigentliche Raum des Kinos, denn ansonsten br&auml;uchten wir das Kino garnicht.</strong> Der bis heute unglaubliche <a href="http://www.youtube.com/watch?v=B0Jy5bdObEM" target="_blank">Miles Davis Soundtrack</a> soll auch nicht unerw&auml;hnt bleiben, genausowenig, wie die unerreichte Bildsprache, jenes seltsam zuckende immer spiegelnde vollkommen klare Schwarz-Weiss. Schon 1958 war damit ein Abstraktionsgrad erreicht, der eigentlich nicht mehr in Frage gestellt werden konnte, die Story hatte aufgeh&ouml;rt zu existieren, <strong>Film muss etwas anderes leisten als Literatur</strong></em><em>. <br />Bei Fassbinder gibt es in "Martha" jene gegenl&auml;ufige Kreiselbewegung <a href="http://www.youtube.com/watch?v=vZbGOrvi_t0" target="_blank">"</a></em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=vZbGOrvi_t0" target="_blank"><span id="eow-title" title="Fassbinder Martha Dynamo Brainboggle Stedicam Dance" dir="ltr">Stedicam Dance</span></a><em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=vZbGOrvi_t0" target="_blank">"</a> im Innenhof der Botschaft (Fassbinder oder Ballhaus oder beide? Bei Scorsese findet man sowas sp&auml;ter massenhaft, perfektioniert bis in den Wahn in "Casino".), hier vielleicht erreicht er eine mit Malle vergleichbare formale Stringenz, verl&auml;sst g&auml;nzlich das Erz&auml;hlkino zugunsten einer "Unerz&auml;hlbaren Bilderfolge" Fassbinder liefert bisweilen aber doch gef&uuml;hlsduselige auch r&uuml;hrig-naive Varianten, die manchmal wie ein Update der Vorkriegsmoderne erscheinen, als ob er etwas nachzuholen h&auml;tte. Dies ist zun&auml;chst eine behauptete politische Auseinandersetzung, sie thematisiert die Kontinuit&auml;ten des "dritten Reiches", auch des UFA-Films, in der West-Republik, sie thematisiert das Scheitern an sozialen Bedingungen, dies jedoch mit einem Weichzeichner, die Auseinandersetzung m&uuml;ndet schlie&szlig;lich in einer seltsamen "Kulturrevolution", die aus heutiger Sicht sehr harmlos war, da sie die Antworten auf ihre Fragen innerhalb vorgegebener Spielregeln, schlie&szlig;lich in sich selbst fand. Geschlossene, selbstgen&uuml;gsame, bisweilen auch selbstgerechte Positionierungen einer versp&auml;teten melodramatischen Moderne. &nbsp;&nbsp; </em></p>
<p><em>Zur&uuml;ck zu Herrn Ostermann: Am Eingang zum Nachtigallental bei K&ouml;nigswinter steht &uuml;brigens ein Denkmal f&uuml;r den Willi. Ja, da kann man schon ins Palavern kommen, wenn man den Fluss dabei beobachtet wie er sich aus dem Mittelrheintal kommend in der Ebene ausbreitet. Ein Fluss h&ouml;rt eben nicht pl&ouml;tzlich auf, verschwindet irgendwo, und flie&szlig;t dann an anderer Stelle weiter - fragen Sie doch mal die Leute im <a href="http://www.steinmann.uni-bonn.de/" target="_blank">Poppeldorfer Schloss</a>, ob es derartige Flussverschwindungen gibt. Tja, und so schade dat auch is, sch&ouml;nes Lied, aber, aber, leider, leider <a href="http://www.youtube.com/watch?v=8kbT4OBpK7c&amp;" target="_blank">so janz stimmt dat ja nu och nit</a>, andererseits... Wenn man dann schon in der Stadtrevue lesen muss das <a name="marke"></a>"Ehrenfeld jetzt ne Marke" wird, also quasi der Stadtteil mit den drei Streifen, da brauchte man doch damals weniger, um viel mehr zu sagen, aber das ist eine andere Geschichte, so Schluss sonst wird das hier noch ein K&ouml;lsches Melodram. Obschon ich frag mich im Moment schon ob irgendwas, was jemals in K&ouml;lsch gesungen wurde mit diesem Ostermann Originalen vergleichbar ist, dieses zarte, freundliche Beben in der Stimme, bei gleichzeitigem "Abbrechen" der h&ouml;chsten Noten, oder besser das Ansteuern der h&ouml;chsten T&ouml;ne bei plotzlich heiterem und gewollten Abbruch des Versuches, er scheint regelrecht in manchen Momenten die Z&auml;hne zusammenzubeissen, die Silben nur mit viel Druck herauszupressen, dabei erreicht er dieses unnachahmlich verschmitzte - und dabei sehr elegante, was sich auch auf seine Aussprache der Mundart bezieht, och ja und dieses "R", das d&uuml;rfte das sch&ouml;nste "R" sein, was jemals verlautspracht wurde, garnicht zu vergleichen mit 	<strong>
<h1><a href="Adenauer-Ostermann-Fassbinder-Malle-und-Miles-in-Schmitze-Billas-Villa.html#oben">&reg;</a> </h1>
&nbsp; - </strong>h&auml;, &auml;hm, sowas wie wirklich erstklassiger K&ouml;lscher Schangson, was irgendwie nie so richtig weiterentwickelt wurde, denn das sind ja keine Karnevalsschlager, also auch kein Karnevalsbusiness, das ist ja nicht mal lustig, und dieses Geigengeschrammel, da kann man Wien ja im Prater versenken. Ja das waren wirkliche Lieder, die ganz ausserhalb von "Frohsinn" und 657 Promille ihre Berechtigung hatten. So bleibt dann ja die Frage was denn "das Fremde" ist was Willi Ostermann beschw&ouml;rt, ich jedenfalls bin mir ganz sicher, dass er diejenigen meint f&uuml;r die K&ouml;lsche Lebensart zwischen 11.11. und Aschermittwoch stattfindet, diejenigen, die garnicht lauthals genug herausbr&uuml;llen k&ouml;nnen, dat se K&ouml;lsche sind, diejenigen die Lebensart in Bierpreisen, Umsatz und Besucherzahlen messen, diejenigen die glauben Kl&uuml;ngeln heisst Netzwerk zur gegenseitigen Bereicherung und diejenigen die glauben wenn se nen St&uuml;ck vom Ostermann tr&auml;llern dann w&auml;ren se der Ostermann, und ach diejenigen die die k&ouml;lsche Lebensart nur ansprechen um andere auszuschlie&szlig;en, so gut nacht. )<strong><br /></strong></em></p>
<p><strong><br /></strong></p>
<p>
<strong><img style="margin: 5px; float: left;" src="assets/images/quickanddirty/burghof.jpg" alt="" width="250" height="189" /></strong></p>
<p> Das ist die provisorische Republik, mit Bayern.
 Bekieste, weinumrangte Terassen der Gartenlokale, darauf St&uuml;hle deren 
Sitzfl&auml;che ein Geflecht aus bunten Plastikb&auml;ndchen bildet. Gartenzwerg, 
Fachwerk, goldener R&ouml;merkelch mit gr&uuml;nem Wulstfu&szlig;, Tanzveranstaltung 
mit Alleinunterhalter, die Nibelungenh&ouml;hle, sie ist ein Reptilienzoo. Der "Wilde Westen" ist einer der Gr&uuml;ndungsmythen der USA. Der Western ist ein Heimatfilm, verglichen mit dem was bei uns als Heimatfilm firmiert ist der "Western" deutlich praller.&nbsp; Neulich war ich auf einer Fahradtour im Siebengebirge unterwegs, da habe ich auf einem Stein eine Pause gemacht und das dreiarmige Fahradweghinweisschild "Bonn 10 KM" "Bad Honnef 10KM" "Ittenbach 10KM" auf der anderen Seite des Weges beobachtet. Bei Wind quitschte es und schnarrte metallisch, weil es in seiner Verankerung bewegt wurde, dies sind die Momente in denen ich denke, dass Leben im Kapitalismus nur ein Western sein kann. Ausserdem war ich pl&ouml;tzlich unsicher, denn vielleicht hatte sich das Schild <em>im Zuge</em> vorhergenender B&ouml;hen ja g&auml;nzlich verdreht, <img style="margin: 5px; float: right;" src="assets/images/quickanddirty/come_in_find_and_out.jpg" alt="" width="250" height="187" />vielleicht zeigte es nach Bonn, obschon es dort in Wirklichkeit nach Ittenbach ging. Vielleicht ist die N&auml;he des "Wilden Westen" zum Heimatfilm jedoch die Erkl&auml;rung warum eine gewisse folkloristisch begr&uuml;ndetet imagin&auml;re "WildWest" Vorstellung Pierre Brice hat Winnetou werden lassen, nicht aber Klaus Kinski oder Rolf Boysen zu Shatterhand. Diese folkloristischen N&auml;hen zu allem M&ouml;glichen sind drollig, sind Ausdruck typisch deutscher Weltsicht, denn so wird selbst der "Wilde Westen" zum heimeligen Orte an dem letztlich die Haltung des gesunden Menschenverstandes auch in den Schluchten des imaginierten "Gran Canyon" siegen wird. Eigentlich wird in <em>(Bild oben: Tauben auf Beton, 2005)</em>Deutschland (fast) alles immer zum Heimatfilm. Jetzt ist es aber so, dass es im Heimatfilm nicht zu einem "<a href="http://www.youtube.com/watch?v=7R2Atsh6hHA&amp;" target="_blank">ShootOut</a>" kommt, denn der Leichnam des Kontrahenten macht sich auf der Blumenwiese mit Mittelgebrirgshintergrundpanorama garnicht gut, stattdessen kommt es zum <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ZHpGJwGIbqA&amp;" target="_blank">Kompromiss</a>, dieser wird in der Regel in einer schw&uuml;len, und hitzigen, durchaus mit der Stimmung eines Gro&szlig;raumb&uuml;ros, oder einer Amtsstube vergleichbaren Umgebung ausgetragen. Ein Ort also, dem man nicht sogleich ansieht, dass er den "ShootOutKompromiss" beherbegt, niemand hat gesagt, dass es da keine Toten gibt. Das ist das Treibhausklima in dem Koeppens Keetenheuve sein feuchtes Grab findet:</p>
<p style="text-align: right;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: right;">
<em>"Er sa&szlig; im Nibelungenexpre</em><em>&szlig;. Es dunstete nach
neuem Anstrich,<br />nach Renovation und Restauration; <br />es reiste sich gut mit
der deutschen Bundesbahn; <br />und au&szlig;en waren die Wagen blutrot lackiert.
<br />Basel Dortmund, Zwerg Alberich und die Schlote des Reviers; <br />Kurswagen Wien
Passau, Femem&ouml;rder Hagen hatte sich's bequem gemacht; <br />Kurswagen Rom
M&uuml;nchen, der Purpur der Kardin&auml;le lugte durch die Ritzen verhangener
Fenster; <br />Kurswagen Hoek van Holland London, die G&ouml;tterd&auml;mmerung
der Exporteure,<br /> die Furcht vor dem Frieden. Wagalaweia, rollten die R&auml;der"</em> </p>
<p style="text-align: right;">Aus Wolfgang Koeppen, Das Treibhaus.</p>
<p style="text-align: left;"><br />
<br />
<img style="float: right; margin: 5px;" src="assets/images/quickanddirty/tauben-im-gras.jpg" alt="" width="250" height="188" />Rh&ouml;ndorf, ebenfalls am Fu&szlig; des Siebengebirges gelegen, ist der Ort in 
dem Adenauer seine Rosen pflegte. Mit dem Drachenfels, der 
Nibelungensage, der Zahnradbahn usw. entstand vor allem in den 50er 60er
 Jahren diese seltsame Mischung aus Rheinromantik- und Touristik, mit den
 entsprechenden Lokalit&auml;ten, dem eigenen Lebensgef&uuml;hl.</p>
<p style="text-align: left;">Heute ist dies von einem pitoresk - morbiden Charme, nurmehr eine Erinnerung. Von der L&ouml;wenburg oder dem Drachenfels, oder vom Petersberg geht der Bilck weit in das Land, welches einst direkt von der gegen&uuml;berliegenden Rheinseite aus regiert wurde. Die Verbindung aus Macht, Rhein und deutscher Imagination macht die historische Spannung&nbsp; dieses&nbsp; Mikrokosmos, und seiner Aussichtspunkte aus. Adenauer liegt auf dem Rh&ouml;ndorfer Waldfriedhof, wenige Meter von seinem Rosengarten entfernt; Unten am Ufer das ehemalige Hotel Rheinblick.</p>
<p><br />
[!XSPFjukebox?track_url=`http://www.swashmark.com/assets/images/audio/nibe2.mp3` &amp;skin=`MiniTunesReduced`!]
</p>
<p><strong><br /></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><img style="vertical-align: middle;" src="assets/images/quickanddirty/sie-befinden-sich.jpg" alt="" width="580" height="435" /></strong></p> ]]></description> <pubDate>Sat, 25 Sep 2010 22:35:27 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/Adenauer-Ostermann-Fassbinder-Malle-und-Miles-in-Schmitze-Billas-Villa.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>Die Macht und ihr Preis (Cadaveri eccellenti ) : Prothetische Finanz-Junta:  EZB : Face Value</title> <link>http://www.swashmark.com/Staatsanleihen-EZB-Kapitalaufstockeung-und-Krisenmechanismus-Hintertuumlr-EuroBonds..html</link> <description><![CDATA[ http://ggtmwtli.swashmark.com/Staatsanleihen-EZB-Kapitalaufstockeung-und-Krisenmechanismus-Hintertuumlr-EuroBonds..html ]]></description> <pubDate>Tue, 08 Feb 2011 23:53:25 +0100</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/Staatsanleihen-EZB-Kapitalaufstockeung-und-Krisenmechanismus-Hintertuumlr-EuroBonds..html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>&quot;Erratisch&quot; - welch ein wunderbarer Wort Ort - Spektraler Zwischenfall</title> <link>http://www.swashmark.com/Erratisch-welch-ein-wunderbarer-Wort-Ort.html</link> <description><![CDATA[ http://ggtmwtli.swashmark.com/Erratisch-welch-ein-wunderbarer-Wort-Ort.html ]]></description> <pubDate>Sat, 09 Jul 2011 21:58:50 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/Erratisch-welch-ein-wunderbarer-Wort-Ort.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>&quot;La Haine&quot; - Inländisch abgeschoben</title> <link>http://www.swashmark.com/la-Haine-Inlndisch-abgeschoben.html</link> <description><![CDATA[ <p><strong>&nbsp;</strong><br />
Serie F&uuml;r 5 Euro:
<p>No documents found.</p>
</p>
<p style="text-align: right;">
"Dies ist die Geschichte von einem Mann, der aus dem 50. Stock eines Hochhauses f&auml;llt. <br />Und w&auml;hrend er f&auml;llt, wiederholt er, um sich zu beruhigen, immer wieder: <br />Bis hierher lief's noch ganz gut, bis hierher lief's noch ganz gut. <br />Doch wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung."</p>
<p style="text-align: right;">Text aus Off/<a href="http://www.youtube.com/watch?v=cy5TaO6qTBU&amp;" target="_blank">Opening </a><br />von "Hass"<br />Original song zum Opening ist "<a href="http://www.youtube.com/watch?v=aVgHffdUPfI&amp;" target="_blank">Burnin and Lootin</a>, Bob Marley and the Wailers"</p>
<p><em><a href="http://www.netzeitung.de/entertainment/movie/366780.html" target="_blank">Interview mit O-T&ouml;nen von <em>Mathieu</em>  Kassovitz</a><br />
</em></p>
<p>
<em><a href="http://www.imdb.de/title/tt0113247/maindetails" target="_blank">Hass in der IMDb</a></em></p>
<p><em><a href="http://www.faz.net/-01ibq8" target="_blank">Die neuesten Ideen von Nicolas Sarcozy</a><br /></em></p>
<!--
		@page { margin: 2cm }
		P { margin-bottom: 0.21cm }
-->
<p style="margin-bottom: 0cm;">"Hass" erz&auml;hlt von den
unaufl&ouml;sbaren Widerspr&uuml;chen in einer der Pariser Vorst&auml;dte. Er
zeigt die fatalen Konsequenzen der verfehlten Sozialpolitik
Frankreichs. Das besondere ist, dass der Film die Ursachen nicht in
&bdquo;Integrationsproblemen&ldquo; sieht, sondern in sozialen Problemen.
Erst vor dem Hintergrund einer verfehlten Sozialpolitik entfalten
&bdquo;Integrationsprobleme&ldquo; &uuml;berhaupt ihre Wirkung, st&auml;rken so auch
Radikale und Fundamentalisten aller Couleur. Die Betroffenen im Film
sind drei junge Leute, die aus g&auml;nzlich unterschiedlichen
kulturellen Zusammenh&auml;ngen kommen, da ist der Araber Sa&iuml;d, der Jude
Vinz und der Schwarze Hubert. Mit ihren Augen sehen wir die Vorstadt,
sie nehmen uns mit durch eine franz&ouml;sische Gesellschaft, die Teile
ihrer Bev&ouml;lkerung abgespalten hat, quasi <em><strong>inl&auml;ndisch
abgeschoben</strong></em>. Die sozialpolitische Realit&auml;t zwingt den
Betroffenen Situationen auf, aus denen sie prinzipiell nicht
entkommen k&ouml;nnen, auch die Staatsorgane, hier in Form der
Polizisten, stehen vor Problemen, die sie selbst nicht geschaffen
haben, die sie mit ihren Mitteln aber auch nicht l&ouml;sen k&ouml;nnen.
Letztlich ist niemand mehr in der Lage "richtig" zu
handeln, so sehr sich Einzelne auch bem&uuml;hen. 
</p>
<p>
<object width="560" height="340" data="http://www.youtube.com/v/WQ3dSuQA--I?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;color1=0x5d1719&amp;color2=0xcd311b" type="application/x-shockwave-flash">
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<param name="allowscriptaccess" value="always" />
<param name="src" value="http://www.youtube.com/v/WQ3dSuQA--I?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;color1=0x5d1719&amp;color2=0xcd311b" />
<param name="allowfullscreen" value="true" />
</object>
</p>
<p>CutOuts of <a href="http://www.imdb.de/title/tt0113247/" target="_blank">"La Haine"</a> mit <em>Samurai</em> von <a href="http://www.myspace.com/shurikniam" target="_blank"><em>Shurik'n</em></a> bei YouTube hochgeladen von <a href="http://www.youtube.com/user/gangsta3869" target="_blank">gangsta3869</a></p>
<!--
		@page { margin: 2cm }
		P { margin-bottom: 0.21cm }
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-->
<p style="margin-bottom: 0cm;">"Hass" zeigt die Akteure nie
als arme Opfer, vielmehr als selbstbewusste Menschen, die trotz ihrer
Situation versuchen ein menschenw&uuml;rdiges Leben zu f&uuml;hren.
<br />&Auml;sthetisch manifestierte sich in "Hass" ein Kino der
Dynamik, der Stringenz, der rhythmischen Collage von Situationen,
dies in einer brillanten Schwarzwei&szlig; Optik. "Hass" bleibt
stets auf der Seite der Protagonisten, die Laiendarsteller sind, der
Film sp&uuml;rt ihre Situationen auf, ohne dabei eine
dokumentarisch-analytische Position zu verlassen, der Film will <strong><em>kein
Mitleid, kein Bedauern, keine Didaktik</em></strong>.&nbsp; Er folgt so einer
antirassistischen Position, die auch keinen Positivrassismus,
Charityrassismus betreibt: Armut entsteht nicht durch bestimmte
kulturelle Hintergr&uuml;nde, sondern durch eine Sozialpolitik, die
bestimmte Menschen stigmatisiert, erst danach setzt eine Flucht in
Kultur, religi&ouml;sen Fanatismus, Radikalismus ein. Es geht nicht um
Almosen und Hilfe, es geht darum, dass ein selbst gestalteter Alltag
m&ouml;glich sein muss. Ein Alltag, der nicht nur bedeutet die
Drecksarbeit zu machen, die sonst keiner machen will. In der
Inszenierung ist der &ouml;ffentliche Raum scheinbar leer, die drei
Jugendlichen bewegen sich durch eine entv&ouml;lkerte Vorstadt, direkt
nach den Unruhen traut sich erst einmal niemand mehr auf die Stra&szlig;e,
diese "Leere und Angst nach dem Sturm" ist Symbol der
"Leere" des Ghettos, der Abwesenheit von Perspektiven. Besonders bei Vinz wandelt sich die Angst in ein kaum mehr zu beherrschende "Geladenheit", eine innere klaustrophobische Situation, die an irgendeiner Stelle einen Ausweg finden muss.</p>
<p>Was bleibt vom Sozialrealismus traditioneller Art? Fast nichts,
denn er wurde in eine beinahe maschinelle Rhythmik der Eskalation
weiterentwickelt, die zum Beispiel auch durch das dauernde
Hubschraubergeknatter &uuml;ber den K&ouml;pfen deutlich wird. In den
Hubschraubern manifestiert sich ein Apparat, dessen Hauptziel die
Abschottung der Menschen in bestimmten Zonen ist.<strong> <em>Dieser Apparat der Staatsmacht tritt ihnen nicht mehr als ihr Apparat, als der Apparat der demokratisch ligitimierten rechtsstaatlichen Exekutive gegen&uuml;ber, sondern als der Apparat einer Besatzungsarmee.</em></strong> Irgendwann wird dann auch der Sozialarbeiter als Teil der leeren Versprechen, als Teil der Besatzer wahrgenommen. Die, in letzter Konsequenz, durch den Apparat abgeschotteten Zonen
entwickeln sich dann, durch eben jene Abschottung, in den vielzitierten "rechtsfreien
Raum", dies liefert dann wiederum die Begr&uuml;ndung f&uuml;r Angriffe von Seiten des Staates, die weitere Abschottung erfolgt. Unter derartigen Bedingungen bleibt
den Menschen&nbsp; gar nichts anderes, als eine Selbstorganisation des
Lebens, vor dem Hintergrund nicht funktionierender Sozial- und
Bildungssysteme, diese Selbstorganisation ist das, was wir den
"rechtsfreien Raum" nennen. <br /><br />Irgendwann
verlassen sie die Vorstadt und besuchen einen "ausgeflippten
K&uuml;nstler" in einer der besseren Gegenden der Stadt, gro&szlig;e
sanierte Altbauwohnung, hier stehen sie allerdings erneut vor einer
Leerstelle, denn der "K&uuml;nstler" hat den dreien wenig mehr
zu bieten als die Rolle des ausgeflippten, zugekoksten Kleinb&uuml;rgers,
dessen Malereien man wahrscheinlich nur zugedr&ouml;hnt f&uuml;r Kunst halten
kann. Bigotterie der "B&uuml;rgerlichen" - die in pekuni&auml;ren
Verh&auml;ltnissen an den Rand gedr&uuml;ckten, d&uuml;rfen immerhin noch die
Drogenlieferanten f&uuml;r die "bessere" Gesellschaft spielen -
kein Ort nirgends, &auml;hem, sozusagen. Die Konsequenz der dauernden
Ortlosigkeit ist das Gef&uuml;hl nirgendwo ein zu Hause zu haben, au&szlig;er
in einer weiteren Eskalation. F&uuml;r diese latente Bedrohung steht
Vinz, der eine 45er Magnum gefunden hat, die ein Polizist im Viertel
verloren hat, diese 45er spielt die eigentliche Hauptrolle, sie ist
das Damoklesschwert &uuml;ber den Handelnden. Vinz macht den Einsatz der
Waffe davon abh&auml;ngig ob ein bei den Unruhen durch Sch&uuml;sse der
Polizei verletzter Jugendlicher stirbt. Dies ist ein symbolischer
Konflikt, der auch die Freundschaft der drei jungen M&auml;nner auf die
Probe stellt. Nur in wenigen Sequenzen bewegen sich die drei Helden
des Films nicht, dann sind sie irgendwo in den kulturellen Zentren
der Vorstadt, dies sind wahlweise: Hausd&auml;cher, runtergekommene
Spielpl&auml;tze, Garagen, leerstehende Keller oder &auml;hnliches. Einmal
sitzen sie auf einem Spielplatz als ein Fernsehteam aufkreuzt - und
versucht Bilder aus der Kriegszone zu sammeln - lange bevor der <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,411216,00.html" target="_blank">ZDF
Skandal um Hamburg-M&uuml;mmelmannsberg</a> bekannt wurde. Die
Mehrheitsgesellschaft ist geil auf das Elend der Vorstadt, sie will
die Outlaws unbedingt in den News.<br /><br />"Hass" bleibt
dabei aber nicht in totaler Tristesse stecken, beispielsweise gibt es
die Szene in der ein DJ in seinem Zimmer ein DJ Set aufgebaut hat, er
ist nerv&ouml;s wie vor einem Auftritt. Er &ouml;ffnet die Fenster seines
Zimmers und beschallt die gesamte Nachbarschaft mit seinem Sound, die
Kamera folgt fliegend den Schallwellen, "auf den Schwingen"
der Musik fliegt der Zuschauer durchs Viertel. 
</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
<object width="560" height="340" data="http://www.youtube.com/v/3FG4hacQjWU?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;color1=0x5d1719&amp;color2=0xcd311b" type="application/x-shockwave-flash">
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</object>
</p>
<!--
		@page { margin: 2cm }
		P { margin-bottom: 0.21cm }
-->
<p>Nicht ganz ohne Pathos, vielleicht sogar ein etwas kitschiger
Moment. Durch die Auswahl des St&uuml;ckes aber, in der auch <a href="http://www.youtube.com/results?search_query=NTM+Nique+La+Police&amp;aq=f" target="_blank">Edith Piaf</a>
in einer, sagen wir sozialrealistischen Variante erklingt, wird das
aromatische Selbstverst&auml;ndnis der "egalit&auml;ren"
franz&ouml;sischen Gesellschaft ad absurdum gef&uuml;hrt, klatscht auf den
Beton der Realit&auml;t. Auch hier erleben wir die Bewohner "des
Ghettos" nicht als arme gescheiterte Gestalten, sondern als
kraftvolle Jugendliche mit eigenen Ideen und einem enormen Potential.
Meiner Auffassung nach distanziert sich "Hass"&nbsp; in
vielen Punkten ganz entschieden von den Filmen z.B. des tradierten
Sozialrealismus, oder des "deutschen Autorenfilms" in dem
den Deklassierten und Verarmten immer die Rolle des Opfers zugewiesen
wird, wir sehen sie dauernd im Elend am Elend zugrunde gehen, wir
sehen sie nicht mehr als normale Menschen, mir h&auml;ngt diese ewige
Opferstilisierung, dieser "Gutmenschenrassismus" zum Halse
raus, er bedeutet, dass man zwar helfen will, aber nur zu den Bedingungen, und auf der Grundlage mehr oder weniger traditioneller weisser, mitteleurop&auml;ischer Vorstellungen, das funktioniert nicht, und m&uuml;ndet bestenfalls in Erziehungssozialismus, schlimmstenfalls im BootCamp. Auch das engagierte "New British Cinema",
dass dann oft sehr ideologische und klare Rollenverteilungen w&auml;hlt
wird konterkariert, durch eine strikt entideologisierte Haltung. Ein
entscheidender Perspektivwechsel ist, dass das Ankommen in den
Lebenswelten der, selbst gescheiterten, b&uuml;rgerlichen Gesellschaft
nicht mehr das Ziel ist, vielmehr gilt es eben eigene Normen zu
entwickeln, dies aber bedeutet, jedenfalls in den franz&ouml;sischen
Vorst&auml;dten, den Konflikt mit der Normgesellschaft zu riskieren.</p>
<p><br />Schon sehr fr&uuml;h zeigt der
Film damit die Propaganda der jetzigen konservativen franz&ouml;sischen
Regierung auf, die die Unruhen in den Vorst&auml;dten dauernd als
ethnisch begr&uuml;ndet vorf&uuml;hrt, um damit von den sozialen Ursachen,
die in der neo-liberalen und fremdenfeindlichen Politik Nicolas
Sarkozys begr&uuml;ndet liegen, abzulenken.&nbsp; Nicolas Sarkozy war
w&auml;hrend der Unruhen, die in "Hass" thematisiert werden,
&uuml;brigens noch Innenminister. Im j&uuml;ngsten Eklat um die Abschiebungen
von Roma, konnte man dieses Verhalten Nicolas Sarkozys wiedereinmal
sehr anschaulich erleben. Doch eigentlich muss man Frankreichs Probleme eben auch vor der langen Kolonialgeschichte des Landes sehen. Die Menschen, die heute in den Elendsvierteln der Vorstadt wohnen sind Menschen, die in ihrer Heimat &uuml;ber mehr als einhundert Jahre die Folgen einer verbrecherrischen Kolonialpolitik ertragen mussten, wenn diese <a href="http://www.faz.net/-01ibq8" target="_blank">heute erneut stigmatisiert werden</a>, ist das eine Fortsetzung der Kolonialpolitik unter den Vorzeichen der Globalisierung. Wahrscheinlich spielt das Verdr&auml;ngen der eigenen Verantwortung hinsichtlich einer ausbeuterischen Politik gegen&uuml;ber den ehemaligen Kolonien, gegen&uuml;ber der Armut Afrikas und weiten Teilen der S&uuml;dhalbkugel, in der Diskussion um Immigration bewusst und unterbewusst eine gro&szlig;e Rolle. Es bleibt abzuwarten, ob die Industriel&auml;nder, die ihren Reichtum zu einem Gro&szlig;teil auch der Ausbeutung der S&uuml;dhalbkugel zu verdanken haben, sich hier ihrer <a href="http://www.faz.net/-01i6s4" target="_blank">Verantwortung </a>stellen werden. Als Illusion, als purer Popolismus, wird sich die Vorstellung herausstellen, man k&ouml;nne diese Menschen irgendwie loswerden, viel zu gro&szlig; ist der Druck auf die Wohlstandsgrenzen der EU. W&uuml;rde man diese Grenzen perspektivisch strikter handhaben, k&auml;me es zu einer Implosion, die die Wirtschaft innerhalb der EU gef&auml;hrden wird. Wer heute noch mit dem Gehabe einer Kolonialmacht auftritt, der riskiert die Exporte und den Welthandel von morgen. der Kolonialismus basierte auf einer Hierachie, die durch ein Wissengef&auml;lle entstand, dieses ist z.B. durch das Netz deutlich flacher geworden.Hinter der Politik Sarcozys verbirgt sich bodenlose Naivit&auml;t, und der Populismus des Machtpolitikers, der unbedingt wieder gew&auml;hlt werden will, um jeden Preis.</p>
<p>"Hass" zeigt auch, dass die Randale, solange sie in den
Vorst&auml;dten selbst stattfinden, wenig mehr bedeuten als eine weitere
Gewaltspirale innerhalb der Lebenswelt der Betroffenen. "Hass"
endet wie er begonnen hat, mit einer erneuten Eskalation, die klein
anf&auml;ngt. Wieder kommt eins zum anderen, die Zahnr&auml;der greifen
ineinander. Die vielen kleinen Situationen, die vielleicht zun&auml;chst privater
Natur sind, verketten sich anf&auml;nglich beinahe unbemerkt zu immer
gr&ouml;&szlig;erer Dynamik, die dann von Zeit zu Zeit ein Ventil braucht. Die
Kunst w&auml;re es schon die unterste Ebene der Aggregation des Elends zu
verhindern, diese findet im Intimraum der Betroffenen statt, greifen
diese Situationen in den &ouml;ffentlichen Bereich &uuml;ber, ist es meist zu
sp&auml;t, eine kritische Masse ist dann l&auml;ngst erreicht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><a href="http://www.netzeitung.de/entertainment/movie/366780.html" target="_blank">Interview mit O-T&ouml;nen von <em>Mathieu</em>  Kassovitz</a></em></p>
<p><em><a href="http://www.imdb.de/title/tt0113247/maindetails" target="_blank">Hass in der IMDb</a></em></p> ]]></description> <pubDate>Mon, 27 Sep 2010 20:44:20 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/la-Haine-Inlndisch-abgeschoben.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>&quot;Brooklyn's Finest&quot; und &quot;Precious&quot; - Updates aus den Ghettos</title> <link>http://www.swashmark.com/Brooklyns-Finest-und-Precious-Updates-aus-den-Ghettos.html</link> <description><![CDATA[ <p>Wahrscheinlich gibt es wenige so schlecht eingedeutschte Titel wie "Das Gesetz der Stra&szlig;e", den deutschen Titel von "Brooklyn's Finest" .<br />Im Englischen kann man den Titel nur als b&ouml;se Ironie, als bodenlosen Zynismus verstehen, denn was unter dem Titel "Brooklyn's Bestes" als ein Panotikum des Verrats an uns vorbeizieht ist nichts worauf man stolz sein k&ouml;nnte. <br /><br />Sicher, die Geschichten von Korruption, Verrat, institutionalisierter Heuchelei und L&uuml;gen auf der Ebene der Politik, im Zusammenhang mit dem Polizeiapparat, sind tausendmal erz&auml;hlt worden: "French Connection", "Q&amp;A - T&ouml;dliche Fragen", "Bad Lieutenant(Abel Ferrara)", doch "Brooklyn's Finest" gelingt eine Beschleunigung, die eine neue Hoffnungslosigkeit markiert, die die Grenzen zwischen Gut und B&ouml;se nicht nur verwischt, sondern kein Gut mehr zul&auml;sst. Im Gegensatz zu Abel Ferraras "Bad Lieutenant"geht es nicht mehr um den einzelnen durchgeknallten Cop, sondern um epidemische, institutionalisierte Probleme innerhalb der New Yorker Polizei, deren Ursachen auf der Ebene der Politik zu finden sind.</p>
<p>W&auml;hrend in "Brooklyn's Finest" ein drastischer, extrem r&uuml;der Realismus dominiert, versucht sich "Precious" in poetischer Verdichtung von Grausamkeiten. Man kann sich vorstellen, dass w&auml;hrend ihr Vater Precious vergewaltigt, im Haus nebenan das NYPD irgendein CrackNest hochnimmt, nur damit sich einer der korrupten Cops das Geld der Dealer in die Tasche steckt, um ein neues Haus zu kaufen, weil in seinem alten der Schimmel in jeder Ritze steckt und die Gesundheit seiner asthmatischen Frau gef&auml;hrdert.&nbsp; "In der Lunge ihrer Frauen sind Spuren von Schimmelpilz gefunden wordern" er&ouml;ffnet der Arzt dem tiefkatholischen Polizisten Sal, der halb wahnsinnig zwischen religi&ouml;ser &Uuml;berzeugung und tats&auml;chlichem Handeln, tief in einen Sog der Hoffnungslosigkeit gerissen wird, hysterisch seinem Ende entgegen taumeld. <br /><br />Precious ist nicht kriminell, sie ist nicht einmal drogens&uuml;chtig, sie ist das vollkommene Opfer, entm&uuml;ndigt, entmachtet, gedem&uuml;tigt und missbraucht von der eigenen Mutter, dem eigenen Vater, die nichts anderes im Leben zu erwarten haben als den n&auml;chsten Scheck von der F&uuml;rsorge. Doch Precious hat auch Gl&uuml;ck, denn ihr Mathematiklehrer legt ein gutes Wort f&uuml;r sie ein, und als sie zum zweiten Mal von ihrem Vater schwanger wird, landet sie in einem alternativen Bildungsprojekt und erf&auml;hrt zum ersten Mal, dass sie etwas Wert ist, nur was?<br /><br />&nbsp;In "Brooklyns Finest" ist eine der Schl&uuml;sselszenen der Moment in dem der altgediente,&nbsp; ausgebrannte Cop Eddie in den Ruhestand versetzt wird - sein ganzes Berufsleben hat er im Dreck der anderen gew&uuml;hlt, ist wohl tausendmal auf Familien getroffen aus denen auch Precious stammt, er hat vielleicht sein Leben riskiert, und das ein- oder anderemal eines gerettet, oder gef&auml;hrdet. Seine Dienstakte ist nicht gut, nicht schlecht - ein normaler Cop in einem unterbezahlten, schlechten Job, in dem in jedem Moment aus einem Schokoriegeldiebstahl ein Raubmord werden kann. Nun war sein letzter Tag, alleine sitzt er einem Beamten gegen&uuml;ber, gibt seine Waffe, seine Dienstmarke ab, nichts bleibt, ausser Einsamkeit, ausser der letzten Kugel, die er sich selbst in den Kopf schie&szlig;en will. <br /><br />&nbsp;An dieser Stelle begegnen sich Cops und Sozialarbeiterinnen, denn &auml;ndern k&ouml;nnen sie mit ihren "Waffen" nichts, das Ghetto versinkt in beiden Filmen in tiefer Hoffnungslosigkeit, hin und wieder treibt ein Strohhlam vorbei, an den sich die Menschen f&uuml;r einen Moment klammern k&ouml;nnen, doch zu gross ist die normative Kraft des Faktischen - des Geldes und der Drogen, des Alkohols. So bedeutet in beiden Filmen Menschlichkeit stets beides: Ursache und Ausweg im Drama der Armut. Dies weiss auch Precious, wenn sie mit ihren beiden Kindern am Ende in eine ungewisse Zukunft zieht.<br /><br /><br /><span style="text-decoration: underline;"><strong>"Precious" Fazit:</strong></span><br /><br />Precious ist so ungef&auml;hr das Gegenteil des sozial ambitionierten "NewBritishCinema" - es ist kein realistisches politisches Drama ala Ken Loach, sondern, b&ouml;se formuliert, der poetisch verdichtete Traum einer besseren Welt duch Sozialarbeit. Viel zu leicht und einfach scheint Precious die Schicksalsschl&auml;ge zu ertragen, zu sich zu finden. Die Ursachen f&uuml;r Precious Elend werden ausschlie&szlig;lich im famili&auml;ren Umfeld und in mangelnder Bildung gesehen. Da sind die &uuml;blichen Verd&auml;chtigen von der engagierten Sozialarbeiterin bis zur idealistischen P&auml;dagogin in der Reformschule - das macht zwar Hoffnung und ist r&uuml;hrend, aber auch irgendwie vertr&auml;umt - so vertr&auml;umt und harmlos wie Precious selbst, jedenfalls wenn man nach den tats&auml;chlichen Konsequenzen einer solchen Bestandsanalyse fragt. Dennoch - Precious stellt wichtige Fragen, n&auml;mlich die nach der Zukunft in einer Gesellschaft, die immer dramatischer in Reich und Arm, ohne irgendetwas dazwischen, zerf&auml;llt. Dummerweise erinnert mich Precious an eine CharityGala f&uuml;r Superreiche - irgendwie entlastet der Film eher, als das er nach Konsequenzen fragt.</p>
<ul>
<li><em>Regisseur:&nbsp;&nbsp;&nbsp; Lee Daniels</em></li>
<li><em>Drehbuch: &nbsp;&nbsp;&nbsp; Geoffrey Fletcher Sapphire (Autor)</em></li>
<li><em>Mariah Carey&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mrs. Weiss</em></li>
<li><em>Lenny Kravitz&nbsp;&nbsp;&nbsp; John</em></li>
<li><em>Mo'Nique&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; Mary</em></li>
<li><em>Paula Patton&nbsp;&nbsp;&nbsp; Miss Rain</em></li>
<li><em>Sherri Shepherd&nbsp;&nbsp;&nbsp; Cornrows</em></li>
<li><em>Angelic Zambrana&nbsp;&nbsp;&nbsp; Consuelo</em></li>
<li><em>Stephanie Andujar&nbsp;&nbsp;&nbsp; Rita</em></li>
</ul>
<p><br /><br /><span style="text-decoration: underline;"><strong>"Brooklyns Finest" Fazit:</strong></span></p>
<p>"Brooklyn's Finest" erz&auml;hlt die Geschichte dreier Cops in Brooklyn: Eddie Dugan hat nur noch ein paar Tage bis zur Pensionierung, ausgerechnet in seiner letzten Woche muss er einen neuen anlernen. Tango ermittelt undercover in Brookylns Drogenszene. Sal ist Mitglied eines Spezialkommandos, welches die Umschlagpl&auml;tze &uuml;berwacht um das Drogengeld zu beschlagnahmen. <em><strong>Brooklyns Finest ist ein absolut sehenswerter Cop Film, der dieses Genre an seine momentan m&ouml;glichen Grenzen im Mainstream</strong></em><em><strong>Kino heranf&uuml;hrt.</strong></em> Kein anderer "MainstreamCopThriller" ist derart "rotten". Man hat den ganzen Film &uuml;ber das Gef&uuml;hl es werde niemals Tag, es sei immer Nacht. Dramaturgisch haben wir ein gleichberechtigtes Dreieck mit den Protagonisten Eddie, Sal, Tango, die sich ohne es selbst zu bemerken aufeinander zu bewegen, sich dann auch tats&auml;chlich r&auml;umlich begegnen. Dieses Dreieck entwickelt eigentlich einen Episodenfilm, dessen Zentrum irgendwo im NYPD liegen muss. Nicht "Pulp Fiction" sondern "Short Cuts" stand hier Pate. Insbesondere die verschachtelte Story, die ein namenloses R&auml;derwerk erzeugt, Kettenreaktion auf Kettenreaktion folgen l&auml;sst, beeindruckt hinsichtlich ihrer Stringenz, Dynamik und Pr&auml;zision. Gut und B&ouml;se existieren nicht mehr, gut &ouml;der b&ouml;se nivellieren sich vor dem Hintergrund des kapitalistischen Existenzkampfes, der nur Verlierer kennt.</p>
<p>"Brooklyn's Finest" - das ist wahrscheinlich der "Markenname" des reinsten Cracks in der Stadt, zu einem anderen Ergebnis kann man eigentlich nicht kommen.</p>
<ul>
<li><em>Regisseur&nbsp;&nbsp;&nbsp; : Antoine Fuqua</em></li>
<li><em>Drehbuch: Brad Kane, Michael C. Martin</em></li>
<li><em>Wesley Snipes&nbsp;&nbsp;&nbsp; Caz</em></li>
<li><em>Ethan Hawke&nbsp;&nbsp;&nbsp; Sal</em></li>
<li><em>Will Patton&nbsp;&nbsp;&nbsp; Lieutenant Bill Hobarts</em></li>
<li><em>Vincent D'Onofrio&nbsp;&nbsp;&nbsp; Carlo</em></li>
<li><em>Richard Gere&nbsp;&nbsp;&nbsp; Eddie Dugan</em></li>
<li><em>Don Cheadle&nbsp;&nbsp;&nbsp; Tango</em></li>
<li><em>Lili Taylor&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; Angela</em></li>
<li><em>Robert John Burke&nbsp;&nbsp;&nbsp; Trooper Scarborough</em></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p> ]]></description> <pubDate>Wed, 27 Oct 2010 02:33:36 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/Brooklyns-Finest-und-Precious-Updates-aus-den-Ghettos.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>Bread and Roses: 1. Mai Tag der Arbeit - Löhne an den DAX koppeln - Prohibido el Paso  - </title> <link>http://www.swashmark.com/1.-Mai-Tag-der-Arbeit-Loehne-an-den-DAX-koppeln-Prohibido-el-Paso.html</link> <description><![CDATA[ http://ggtmwtli.swashmark.com/1.-Mai-Tag-der-Arbeit-Loehne-an-den-DAX-koppeln-Prohibido-el-Paso.html ]]></description> <pubDate>Sat, 30 Apr 2011 03:35:27 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/1.-Mai-Tag-der-Arbeit-Loehne-an-den-DAX-koppeln-Prohibido-el-Paso.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>text objects: wetterbericht Freitag 01.09.1939 </title> <link>http://www.swashmark.com/text-objects-wetterbericht-freitag-01.09.1939.html</link> <description><![CDATA[ <br />Obejekt von Lars H. Beuse, 2009<br />
text objects: wetterbericht 01.09.1939:
<br />
Vorhersagegebieten mit Starkwind oder Sturm zu rechnen:<br />
Deutsche Bucht<br />
SÃ¼dwestliche Nordsee<br />
Fischer<br />
Utsira<br />
Skagerrak<br />
Kattegat<br />
Belte und Sund<br />
Westliche Ostsee<br />
SÃ¼dliche Ostsee<br />
BoddengewÃ¤sser Ost<br />
SÃ¼döstliche Ostsee<br />
Zentrale Ostsee<br />
Nördliche Ostsee<br />
Rigaischer Meerbusen<br />
Engl. Kanal Westteil<br />
Engl. Kanal Ostteil<br />
<br /><br />
Wetterlage von Freitag, dem 01.09.1939<br />
Hoch 1045 westlich der Hebriden wenig sÃ¼dwestwandernd. Keil<br />
1035 Schwarzes Meer abschwÃ¤chend. Sturmtief 971 Lofoten<br />
ostsÃ¼dostziehend, heute Abend 974 Mittelfinnland. Kaltfront<br />
1025 JÃ¼tland, 1036 Mittelengland sÃ¼dostschwenkend, heute Abend<br />
Mitteldeutschland. <br />
<br /><br /><br /> ]]></description> <pubDate>Thu, 03 Sep 2009 14:08:25 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/text-objects-wetterbericht-freitag-01.09.1939.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>objects: object II: Ulysses Head</title> <link>http://www.swashmark.com/objects-object-II-Ulysses-Head.html</link> <description><![CDATA[ Ulysses Head &ndash; der innere Monolog vermessen &uuml;ber die symbolischen, biologischen Basisdaten des Inneren - Temperatur, Herzfrequenz und des a&uuml;&szlig;eren ojektiven Lichtfaktors. Beeinflussbar durch einen bestimmten Druck auf den Drucksensor und bewusst dosierbar &uuml;ber das &quot;Ulysses - Zitate - Stellr&auml;dchen&quot; des Potentiometers.  ]]></description> <pubDate>Fri, 28 May 2010 21:00:43 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/objects-object-II-Ulysses-Head.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>&quot;Gewächshaus Erinnerung : Erinnerungsmuster &quot; Hildesheim Site Walks II</title> <link>http://www.swashmark.com/reaction-Erinnerungsmuster-Serpinski-kurosawa-Hildesheim-Site-Walks-II.html</link> <description><![CDATA[  ]]></description> <pubDate>Wed, 30 Jun 2010 01:47:03 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/reaction-Erinnerungsmuster-Serpinski-kurosawa-Hildesheim-Site-Walks-II.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>Emscher Videos 2 - EZB - die Gute Fee von Holzwickede bei Dortmund.</title> <link>http://www.swashmark.com/Emscher-Videos-2-EZB-die-Gute-Fee-von-Holzwickede-bei-Dortmund..html</link> <description><![CDATA[ http://ggtmwtli.swashmark.com/Emscher-Videos-2 ]]></description> <pubDate>Sat, 28 Jan 2012 03:37:11 +0100</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/Emscher-Videos-2-EZB-die-Gute-Fee-von-Holzwickede-bei-Dortmund..html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>Was sind soziale Netzwerke wirklich wert?  http:// ist auch nur Bernstein</title> <link>http://www.swashmark.com/Revolution-ohne-http-or-fast-ohne.html</link> <description><![CDATA[ http://ggtmwtli.swashmark.com/Revolution-ohne-http-or-fast-ohne.html ]]></description> <pubDate>Sun, 19 Jun 2011 01:20:34 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/Revolution-ohne-http-or-fast-ohne.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>This is the way things go - das ist der Lauf der Dinge (Falkenlust)</title> <link>http://www.swashmark.com/This-is-the-way-things-go-das-ist-der-Lauf-der-Dinge-Falkenlust.html</link> <description><![CDATA[ http://ggtmwtli.swashmark.com/This-is-the-way-things-go-das-ist-der-Lauf-der-Dinge-Falkenlust.html ]]></description> <pubDate>Fri, 23 Sep 2011 19:09:39 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/This-is-the-way-things-go-das-ist-der-Lauf-der-Dinge-Falkenlust.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>Fear and Loathing in Prag (was Bratislava): Metaphysik der großen Pleite - die letzte Gummizelle fürs Kapital  </title> <link>http://www.swashmark.com/Die-Metaphysik-der-groen-Pleite.html</link> <description><![CDATA[ http://ggtmwtli.swashmark.com/Die-Metaphysik-der-groen-Pleite.html ]]></description> <pubDate>Sun, 11 Sep 2011 18:45:15 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/Die-Metaphysik-der-groen-Pleite.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>:G:G:T:M:W:T:L:I: - Trümmerhaufen Kapitalismus</title> <link>http://www.swashmark.com/GGTMWTLI-Truemmerhaufen-Kapitalismus.html</link> <description><![CDATA[ http://ggtmwtli.swashmark.com/ ]]></description> <pubDate>Thu, 07 Oct 2010 17:45:13 +0200</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/GGTMWTLI-Truemmerhaufen-Kapitalismus.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> <item> <title>Fiktion und Konstruktion - die Narrationen des Verbotenen</title> <link>http://www.swashmark.com/Ordensburg-Vogelsang-Fiktion-Konstruktion-die-Narrationen-des-Verbotenen.html</link> <description><![CDATA[ <p style="text-align: right;"><em>"Die Ironisierung der Form greift also 
nach diesen &Auml;u&szlig;erungen dieselbe an, ohne sie zu zerst&ouml;ren, und auf diese
 Irritation soll die Illusionszerst&ouml;rung in der Kom&ouml;die es absehen. 
Dieses Verh&auml;ltnis zeigt eine auffalende Verwandtschaft mit der Kritik, 
welche unwiderruflich und ernsthaft die Form aufl&ouml;st, um das einzelne 
Werk ins absolute Kunstwerk zu verwandeln, zu romantisieren.</em></p>
<p style="text-align: right;"><em>"Ja, auch das Werk, das teuer erkaufte, es<br />bleibe Dir k&ouml;stlich;<br />Aber so Du es liebst, gib ihm Du selber den Tod,<br />Haltend im Auge das Werk, das der Sterb-<br />lichen keiner wohl endet:<br />Denn von des Einzelnen Tod bl&uuml;ht ja des <br />Ganzen Gebild"<br /></em><a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/go-get-the-money-where-they-lost-it-Literaturliste.html" target="_blank"><em>[Benjamin, Walter: 1973, S.78+79](17)</em></a></p>
<p style="text-align: right;"><em><br /></em></p>
<p style="text-align: right;"><em><br /></em></p>
<p style="text-align: right;"><em>"The documentary&rsquo;s uneasy alliance with scientific methodology<br />attempts to exploit the seeming power of science to stop the<br />drift of multifaceted interpretation. Justifiably or not, scientific<br />evidence is incontrovertible; it rests comfortably under<br />the sign of certitude. This is the authority that the documentary<br />attempts to claim for itself. Consequently, documentary<br />makers have always used authoritarian coding systems to<br />structure the documentary narrative."</em></p>
<p style="text-align: right;"><em><a href="http://www.critical-art.net/books/ted/ted3.pdf" target="_blank">Against Documentarys</a></em></p>
<p style="text-align: right;"><em>aus:<br /></em></p>
<div style="text-align: right;"><em><a href="http://www.critical-art.net/books/ted/">
</a></em></div>
<p><em>
</em></p>
<p style="text-align: right;"><em><a href="http://www.critical-art.net/books/ted/"><strong>The Electronic Disturbance, 1993</strong></a></em></p>
<p style="text-align: right;">(Die Quelle des CAE kann und soll frei kopiert und vervielf&auml;ltigt werden.)</p>
<p style="text-align: right;"><em>"Das Adjektiv "vor&uuml;berghend" kommentiert das Adjektiv "ewig", wie wir 
wissen dauerten die postulierten 1000 Jahre des "dritten reiches" "nur" 
12 Jahre, die aber vielen als eine Ewigkeit erschienen. Und Blicke? Wie 
leicht ist der kurze Augenblick im Vergleich zur Ewigkeit. Im 
Spannungsfeld dieses scheinbaren Widerspruchs - "vor&uuml;bergehend" - "ewig"
 - &ouml;ffnen sich die hochkomplexen Fragestellungen.  - <br /></em><a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/asche-III-31.07.01.08.2010.html" target="_blank"><em><strong>"getting work done -
 vor&uuml;bergehend""</strong></em></a></p>
<p style="text-align: right;"><em><strong>"In H&uuml;rtgen they just froze up hard; and it was so cold they froze up with ruddy faces,"</strong></em></p>
<p style="text-align: right;"><em>"a black-green ocean of forest, in
which Hansel and Gretel had lost their way". Hemingway called the
Eifel woods the "forest, where dragons live". Dragons' teeth, the
Siegfried line, the Green Hell - terms that remind one of old German
myths and fairy tales, of the Nibelungenlied, of the Nazi propaganda
about the "eternal forest", of stories of ghosts and evil witches in the
deep woods." </em></p>
<p style="text-align: right;"><em><a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/asche-III-24.07.25.07.-2010-vogelsang-konversion.html" target="_blank">Ernest Hemingway "Across the River an into the trees"</a><br /></em></p>
<p style="text-align: right;">&nbsp;</p>
<hr />
<hr />
<p>Hier gibts den Text <a href="http://www.swashmark.com/vogelsang-konversion.pdf" target="_blank">"Vogelsang Konversion &amp; Narrationen des Verbotenen"</a> als pdf - F&uuml;r die letzten Druckfanatiker der Menschheit, die in Deutschland offensichtlich ein Bio-Top gefunden haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>
<strong><em><em>Vorbemerkungen, auch zur Publikation, die Bezug nimmt auf die Ausstellung "Vogelsang Interventionen", wir sind dort mit <a href="http://www.swashmark.com/asche-2-reactor-vogelsang-konversion.html" target="_blank">:asche II:</a> vertreten:</em></em></strong></p>
<p><em><em><br />Im Bezug auf  die sogenannte "Ordensburg Vogelsang" teilen wir die vom ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrates der Juden, Paul Spiegel, angemerkten Einsch&auml;tzungen.&nbsp;</em></em></p>
<p><em><em> <a href="http://www.swashmark.com/asche-performative-installation-part-1-2-3.html" target="_blank">Unsere Performances</a> an dem Ort.&nbsp;</em></em></p>
<p><em><em> Die von der Kunsthochschule f&uuml;r Medien K&ouml;ln herausgegebene Publikation spiegelt, bis auf unseren Abschnitt, nicht unsere Meinung, oder Einsch&auml;tzung, wir halten sie f&uuml;r wenig sinnvoll, weil sie weiter dazu beitr&auml;gt den Ort zu "hypen", weshalb sich dort von uns lediglich ein Verweis auf Google findet, mit der Aufforderung den Begriff <a href="http://www.google.de/search?q=Vogelsang+Konversion" target="_blank">"Vogelsang Konversion"</a> einzugeben. So verweisen wir auf den letztlich relevanten prozessualen Aspekt, den der "Konversion" des Ortes, die Analyse der politischen Interessenslagen, die bei der Konversion dieses Ortes entscheidend sind vermag mehr &uuml;ber den Stand der NS-Aufbereitung zu sagen, als alles wof&uuml;r der Ort selbst theoretisch stehen k&ouml;nnte. </em></em><em><em>(das Land NRW - auch als Bildungstr&auml;ger - hat hier eine Schl&uuml;sselrolle)Auch die entscheidenden Landtagsbeschl&uuml;sse und Diskussionen finden sich mit Hilfe des Suchbegriffes "<a href="http://www.google.de/search?q=Vogelsang+Konversion" target="_blank">Vogelsang Konversion</a>" - oder <a href="http://www.google.de/search?q=Vogelsang+Landtag+NRW" target="_blank">"</a></em></em><a href="http://www.google.de/search?q=Vogelsang+Landtag+NRW" target="_blank">Ordensburg Vogelsang Landtag NRW</a><em><em><a href="http://www.google.de/search?q=Vogelsang+Landtag+NRW" target="_blank">" etc - Kilometerweise Akten.</a><br /></em></em></p>
<p><em>
</em></p>
<p><em><em>Die traditionelle Papierform ist unserer Meinung nach nicht geeignet um </em>prozessuale<em> Abl&auml;ufe in der Zeit horizontal und vertikal zu erschlie&szlig;en. Dies aber sind Prozesse die gerade im Hinblick auf Vogelsang relevant sind - der Wandel der Wahrnehmung bei gleichzeitig erhalten gebliebener "Wahrnehmunsmanipulation" des Bauwerkes - darauf gehen wir im anschlie&szlig;enden Text unten, nach diesen Vorbemerkungen weiter ein. Wenn man also verstehen will warum Publikationen zu dem Thema entstehen, warum Bildungstr&auml;ger dort &uuml;berhaupt aktiv werden, wie dies auch im Hinblick auf den Haushalt zu werten ist, wie also all die Dinge, Interessenlagen, zusammenh&auml;ngen, die letztlich auch uns erst dorthin gebracht haben, dann m&uuml;ssen diese politsichen und &ouml;konomischen Interessen, die im Zuge des moralischen NS-Gedenkens so gerne beiseite geschoben werden, thematisiert werden. Vogelsang steht heute also insbesondere auch f&uuml;r sehr widerspr&uuml;chliche Interessenslagen, die eher im Verborgenen virulent sind.<br /><br />Der Statik des Papieres entgehen wir, unter den gegebenen unzureichenden Bedingungen, behelfsm&auml;&szlig;ig, mit dem "Google Screenshot", und zeigen damit auch unsere strikte Ablehnung der Papierform - auch beigelegte Datentr&auml;ger o.&auml;. k&ouml;nnen die Statik der Publikation nicht &uuml;berwinden, sie sind nur Archive, die sich auf einen statischen Punkt beziehen, der nicht weiterentwickelt wird. Das Web dagegen ist in der Lage s&auml;mtliche relevanten Prozesse auch auf einer Zeitachse abzubilden - es ist kein "Freeze" - sondern eine hybride, systemische Matrix - also kein einzelner Punkt, der vorgibt er h&auml;tte mir allen anderen Punkten nichts gemein. </em></em></p>
<p><em><em>Der unten verlinkte Beitrag des ZDF zeigt, welche Probleme entstehen k&ouml;nnen, die mit der weihevollen NS-Aufbereitung korrespondieren, sie in der Realit&auml;t sogar konterkarieren - "Vogelsang" ein Ort voller Widerspr&uuml;che - statische Bestandsaufnahmen bringen hier nichts, es sei denn sie verweisen auf derart abstrakte &Uuml;berlegungen, dass sie sich vom Ort abkoppeln k&ouml;nnen, bzw. seine relevanten Bestandteile verallgemeinern:<br /></em></em></p>
<p><em><strong><a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1307250/Waldjugendheim-soll-verlegt-werden?bc=saz;saz7;kua436&amp;flash=off" target="_blank">Update:11.04.2011:
 Heute gab es einen interessanten Bericht in "WISO" beim ZDF. der zeigt 
zu welch seltsamen Verwicklungen die krampfhafte "Wiederbelebung" der 
ehem. sog. "Ordensburg" Vogelsang f&uuml;hren kann - Stichwort: Waldschule 
URFT.</a></strong></em></p>
<p><em><strong>Auch Suchbegriffe wie zum Beispiel: "<a href="http://www.google.de/search?q=Krimi+Hotel+Vogelsang" target="_blank">Krimi Hotel Vogelsang</a>" sind aufschlussreich. Hier allerdings reiht sich sowohl die Publikation der KHM, wie auch die Austellung selbst, m&ouml;gliche weitere Ausstellungen, nahtlos in ein unzureichend hinterfragtes Konzept der weiteren Nutzung ein (es handelt sich ja nicht um wissenschaftliche Arbeiten, sondern um eher k&uuml;nstlerisch-essayistisches),welches die vorhandenen Widerspr&uuml;che bei weitem nicht ausreichend thematisiert - damit sind sie Teil des "1. NS Vergn&uuml;gungsparks" - was in gewisser Weise auch f&uuml;r uns gilt, wobei auch gilt: <br /><br /></strong><em>Die ruin&ouml;sen Strukturen, die unsere Arbeiten dort kennzeichnen, wie auch unsere nur symbolische Pr&auml;senz in Publikationen,&nbsp; unterstreichen unsere Einsch&auml;tzung, dass man den Ort unbedingt verfallen lassen sollte, bzw. bewusst abreissen sollte - zur&uuml;ckbauen sollte, wir halten eine weitere "Bespielung" des Ortes f&uuml;r absolut falsch bzw. sie m&uuml;sste dazu beitragen den Ort in einen ruin&ouml;sen Zustand &uuml;bergehen zu lassen, wie unsere Arbeiten, deren zentraler Bestandteil ja eine "Hinfortnahme" des materiellen K&ouml;rpers der "Burg" war. Eine <strong>negative Bilanz</strong> - nach Abschluss unserer Arbeiten dort, war mehr weggenommen als wir zuvor eingebracht haben - die "Burg" wurde also "kleiner" - "weniger" - gerade ausschlie&szlig;lich aus dieser vorweg genommenen symbolischen (zeitlubenartigen) Sprengung entanden unsere Formen.</em></em></p>
<p><em><em>Insbesondere die Fenster, die hier noch minimalistischer, abstrakter und ausgereifter waren, als die simplere <a href="asche-2-reactor-vogelsang-konversion.html" target="_blank">":asche II:"</a> veranschaulichen dies - die Namen auf den Fenstern entstanden ausschlie&szlig;lich durch Zerst&ouml;rung der Oberfl&auml;che, dadurch ergaben sich Durchblicke, die durch eine zerst&ouml;rte Oberf&auml;che "wandern" mussten.&nbsp; Dennoch bemerkten wir, dass es einen Zwang zur "Einsortierung" gab - durch den Vermittlungsprozess, in zahlreichen Presseberichten zu der Aktion beispielsweise, wurde die "Ordnung" wieder betont - an einem Ort wie Vogelsang heisst NS-Gedenken dann meist "Mahnmal", so wird an derartigen Orten letztlich eine moralische Geschichtslinearit&auml;t erzeugt, die den Ort moralisch entlastet. Es war und ist auch unser Anliegen diesen Ordnungsaspekt zu zerst&ouml;ren,&nbsp; daneben entstand aus der Zerst&ouml;rung das lesbare T&auml;terdokument "Liste verbotene Autoren" - (<strong>Wenn es also ein Mahnmal sei - dann sagen wir klar - es ist ein Mahnmal gegen T&auml;ter und es ist kein weiteres Mahnmal des Opferkultes -&gt; die Liste erschien am 15.05.1933 im B&ouml;rsenblatt des deutschen Buchhandels - kann sie an Opfer erinnern? Nein - aber an Schreibtischt&auml;ter, und den Erstellungs- Satz- Druck- Auslieferungs- Verteilungsprozess, der das B&ouml;rsenblatt an jenem Tage massenhaft vervielf&auml;ltigte und unter die Leute brachte</strong>). So konnten wir gerade die gef&auml;hrliche Ordnungskonstitution dieses Ortes darstellen - genau dies ist auch der "Konversionsprozess" eine gef&auml;hrliche Ordnungskonstitution, und auch statische Publikationen sind statische Ordnungsprozesse. (Je gr&ouml;&szlig;er die Schrecken desto st&auml;rker unterliegen wir dem Zwang zur Einsortierung, geordnetes moralisches Zeigefinger-Erinnern - die Form ritualisieren - um ihren Schrecken zu bannen.)<br /><br /> </em></em>Die Zerst&ouml;rung der Ordnungskonstitution - die Hinfortnahme der "Burg":<br /><br />
<object width="400" height="300" data="http://www.swashmark.com/assets/videostandard-player/player.swf?file=http://www.swashmark.com/assets/video/scratch1.flv&amp;autoStart=true" type="application/x-shockwave-flash">
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</p>
<p><em><em>Dennoch es ist der richtige Weg eine "negative Bilanz" zu erzeugen, denn der Ort scheint geradezu eine Besessenheit zu erzeugen ihm etwas hinzuf&uuml;gen oder abringen zu wollen - und gerade diese Bessenheit ist einer der wichtigsten Aspekte, der diesen Ort &uuml;berhaupt hat entstehen lassen. Ein Zwang zum Hinzuf&uuml;gen, zum immer Mehr hat den finstren, monstr&ouml;sen Klotz in der Eifel entstehen lassen. Doch es waren die Nazis selbst, die an dieser Bessenssenheit des immer Mehr zugrunde gingen, so blieb Vogelsang vor allem "unfertig" - diesen "unfertigen" Charakter sollte man nicht durch "fertig" - "abgeschlossen" - sondern im Gegenteil durch "Hinfortnehmen" betonen. Was man also auch tut - selbst wenn es, wie im Rahmen der Ausstellung, eine vermeintlich kritische, dabei jedoch objektiv erratische Busreise ist - immer wird dem Ort etwas hinzugef&uuml;gt, steht er im Mittelpunkt einer krampfhaften Wiederbelebung, was dann wiederum zu allerlei historisch mehr als fragw&uuml;rdigen Verweisen einl&auml;dt, oder zu moralinsauren <a href="Mahnmal-des-Mahnmals-mind-the-gap.html" target="_blank">selbstzweckhaften Veranstaltungen wird</a>. </em></em></p>
<p><em><em>Damit ist eine abgeschlossene Papierform in die "Vogelsang Falle" getappt - sie feiert sich und "Vogelsang", ist allenfals gestisch kritisch. Ernstzunehmende, zeitgem&auml;&szlig;e "k&uuml;nstlerische" Formen k&ouml;nnen dort jedoch nur aus Zerst&ouml;rung entstehen, andernfalls wird der Ort sie inkorporieren, so sehr sie sich auch dagegen str&auml;uben m&ouml;gen, deshalb scheitern derartige Konzepte, soweit sie die Gelegenheit bieten den Ort zu einer Projektionsfl&auml;che zu machen - nochmal - L&ouml;sung f&uuml;r k&uuml;nstlerische Produktionen ist die <strong>"Negative Bilanz"</strong>- das Meiste andere wird eben zum "NS-Vergn&uuml;gungspark". Die Ursache hierf&uuml;r wiederum, da schlie&szlig;t sich der Kreis -die politisch-&ouml;konomische Interessenslage <a href="http://www.google.de/search?q=Vogelsang+Konversion" target="_blank">"Vogelsang Konversion" -</a> aus der sich dann viele weitere "Nutzungskonzepte ergeben" und neue andere Interessenslagen entstehen, die in letzter Konsequenz den Bau nicht nur erhalten - sondern vollenden - fatal&nbsp; -&gt; <a href="Mahnmal-des-Mahnmals-mind-the-gap.html" target="_blank">Mahnmal des Mahnmals<br /></a><br />(Das gilt nat&uuml;rlich nicht f&uuml;r wissenschaftliche Publikationen, diese suchen aber auch nach anderen Fragen - nach Fragen, die sich verallgemeinern und vergleichen lassen.) <br /></em></em></p>
<p><em>
</em></p>
<p><em><strong><em>S&auml;mtliche im Bezug zu unseren Arbeiten stehenden relevanten Texte finden sich also ausschlie&szlig;lich innerhalb unserer Website. Wir verstehen uns hier auch nicht als Teil einer Gruppe, oder einer Gruppenausstellung, wir sehen unsere Arbeiten als Einzelausstellungen/Einzelarbeiten.  </em></strong></em></p>
<p><em>
</em></p>
<p><em><strong>
</strong></em></p>
<p><em>
</em></p>
<p><em>
</em></p>
<p><em><strong>
</strong></em></p>
<p><em>
</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em><strong>von sab, lhb, cst</strong></em></p>
<p><em>
</em></p>
<p><em><strong>
</strong></em></p>
<p><em>
</em></p>
<p><em><strong>
</strong></em></p>
<p><em>
<strong>
</strong></em></p>
<hr />
<p><em><strong>
<em>
</em></strong></em></p>
<h1><em><strong><em><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Landschaft
&ndash; Erinnerung &ndash; Vogelsang Fr&uuml;jahr 2011</span></span></strong></em></strong></em></h1>
<p><em><strong><em>
</em>
</strong><strong>
</strong></em></p>
<h2 style="font-style: normal;"><em><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">1.
Vogelsang - Kristallisationspunkt und Symbol<br /></span></span></strong></em></h2>
<p><em><strong>
</strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><em><strong><br /></strong></em></p>
<p><em><strong>
</strong></em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="RIGHT"><em><strong><span style="color: #4c4c4c;">&bdquo;<span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><em>Landschaft
wird zudem als abstrakter Ausdruckswert einer komplexen</em></span></span></span></strong></em></p>
<p><em><strong>
</strong></em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="RIGHT"><em><strong><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><em><span style="color: #4c4c4c;">Ganzheit
aufgefasst, der sowohl als Schema des F&uuml;hlens und </span><span style="color: #6e6e6e;">E</span><span style="color: #4c4c4c;">rlebens
als</span></em></span></span></span></strong></em></p>
<p><em><strong>
</strong></em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="RIGHT"><em><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #4c4c4c;"><em>auch
als subjektiver Erlebnisraum gekennzeichnet wird.&ldquo;</em></span><span style="color: #4c4c4c;"><br /><br /></span></span></span></strong></em></p>
<p><em><strong>
</strong></em></p>
<p style="text-align: right;"><em><strong><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #444444;">Olaf
K&uuml;hne,</span></span></span></em></strong></em></p>
<p><em><strong>
</strong></em></p>
<p style="text-align: right;"><em><strong><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #444444;">&nbsp;</span><span style="color: #444444;"><span style="font-weight: normal;">&ldquo;Distinktion
&ndash; Macht &ndash;</span></span><span style="color: #5f5f5f;"><span style="font-weight: normal;">
</span></span><span style="color: #444444;"><span style="font-weight: normal;">Landschaft&ldquo;</span></span><span style="color: #444444;">&nbsp;</span></span></span></em></strong></em></p>
<p><em><strong>
</strong></em></p>
<p style="text-align: right;"><em><strong><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #444444;">&nbsp;</span><span style="color: #444444;">Zur
sozialen Definition von Landschaft</span><span style="color: #4c4c4c;">,
</span></span></span></em></strong></em></p>
<p><em><strong>
</strong></em></p>
<p style="text-align: right;"><em><strong><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #4c4c4c;">S.23, </span><span style="color: #525252;">VS, W</span><span style="color: #767676;">i</span><span style="color: #525252;">esbaden
2008</span></span></span></em></strong></em></p>
<p><em><strong>
</strong></em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="RIGHT"><em><strong><br /></strong></em></p>
<p><em><strong>
</strong></em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em><strong><br /></strong></em></p>
<p><em><strong>
</strong></em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Am
Anfang steht ein Tor, im neo-klassizistischen Stil, wir betreten eine
geschlossene Anlage, die den Anspruch erhebt ein gro&szlig;es Areal mit
den Mitteln der Landschaftskonzeption und Architektur zu definieren &ndash;
wir befinden uns in der ehem. sog. Ordensburg Vogelsang, dem heutigen
Internationalem Platz Vogelsang. </span></span>
</em></p>
<p><em><strong>
</strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><em><strong><img src="assets/images/alpensimulacrum/4pack_normal_scan_hz.jpg" alt="" width="525" height="220" /><br />Wahrnehmungsdesign - Komplexit&auml;t reduzieren, um einen k&uuml;nstlerischen-politischen-ideologischen-marktwirtschaftlichen "Wert" zu generieren.<span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">&nbsp;</span></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">&nbsp;</span></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">&nbsp;</span></span></strong></em></p>
<p><em><strong>
</strong></em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Der
Raumeindruck l&auml;sst keinen Zweifel aufkommen, hier war beabsichtigt
Macht in Stein und Landschaft zu transformieren. Man geht an
verschiedenen Geb&auml;uden vorbei und erreicht schlie&szlig;lich den
sogenannten Adlerhof, von hier erschlie&szlig;t sich das Konzept dieses
Teils der Anlage, der Blick geht von der ehemaligen Wandelhalle weit
&uuml;ber die Landschaft der Eifel, es stellt sich ein Gef&uuml;hl der
Erhabenheit ein. Die Natur wird zur Kulisse, zum beherrschbaren und
formbaren Teil einer Gesamtkonzeption, die sich der Natur und der
Architektur bedient, um eine politische Ideologie sichtbar und
erlebbar zu machen. Es
war beabsichtigt auf dem Gel&auml;nde der ehemaligen NS-&ldquo;Ordensburg&ldquo;
Vogelsang viele weitere Geb&auml;ude zu errichten. Ein Stadion, ein
gigantisches Haus des Wissens und andere Geb&auml;ude sollten das Areal
zu einem regelrechten Tempelberg der Nation ausbauen, sollten
inmitten der eher beschaulichen Eifel einen Ort der
Machtdemonstration des NS Regimes erzeugen. Hier bediente sich die
NS-Diktatur eines immer wiederkehrenden Konzeptes, welches die
Kombination aus Landschaft und speziell in sie hinein gebaute
Architektur als Kristallisationspunkt politischer Macht definiert. Es
handelt sich in der konkreten Ausformung zwar um die NS typische
Manifestation des F&uuml;hrerprinzips, der visuellen Allmacht, auch &uuml;ber
die Natur. Das Grundprinzip, aber Macht in Landschaftsformung und
Architektur zu &uuml;bersetzen, ist keineswegs NS typisch. Jeder kennt die
Akropolis in Athen, das Tal der K&ouml;nige in &Auml;gypten, oder die
Skylines und m&auml;chtigen Hochhausbauten der Moderne. Viele weitere
Beispiele lie&szlig;en sich auff&uuml;hren. Immer geht es darum, eine
vorgefundene Situation in einen weihevollen, beeindruckenden und
singul&auml;ren Eindruck zu verwandeln, der gleichsam das &bdquo;Antlitz der
M&auml;chtigen&ldquo; spiegelt. Die Aufgabe der b&uuml;rgerlichen Architektur und Kunst (Kunst am Bau) ist es in der Regel nicht solche Orte kritisch zu hinterfragen, sondern sie zu Illustrieren - auf Basis einer "&Auml;sthetik der Macht" "sch&ouml;n und attraktiv zu machen".<em><br /></em></span></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><br />Solche Orte verfolgen also einen &uuml;ber das
eigentliche Nutzungskonzept hinausweisendes Ziel. Sie &uuml;bersetzen
Landschaft und Architektur in einen imagin&auml;ren Kontext, der vor
allem emotionale Aspekte anspricht. Derartige Orte sollen in unserem
Unterbewusstsein wirken, sollen in einen imagin&auml;ren Kontext
&uuml;berf&uuml;hrt werden. Dies ist die Basis daf&uuml;r, dass derartige Orte zu
Symbolen ihrer Erbauer werden k&ouml;nnen, die &uuml;ber viele Jahrhunderte
ihre Wirkung entfalten. Nicht o</span></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">hne Grund sind solche Orte fast immer
f&uuml;r eine touristische Nutzung interessant. Im Falle der ehemaligen
Ordensburg Vogelsang wurde die touristische Nutzung von vornherein mit
eingeplant. So sollten die &bdquo;Volksgenosse&ldquo; aus allen &bdquo;Gauen&ldquo;
mit eigenen Augen sehen, wozu das NS Regime in der Lage war. Zumindest
was den fertig gestellten Anteil der Anlage betrifft, so ist dieser
Ort bis heute, so oder so, beeindruckend und somit auch ein Ort
touristischer Nutzung, ein Erlebnisraum dessen dunkle Vergangenheit
ihn gerade attraktiv macht.</span></span></span></span></em></p>
<p><em>
</em></p>
<h2 style="font-style: normal;"><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">2.
Landschaft und Architektur: Fiktion und Konstruktion von Wahrnehmung - Wahrnehmungsdesign<br /></span></span></em></h2>
<p><em>
</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-style: normal;"><em><br /></em></p>
<p><em>
</em></p>
<p align="LEFT"><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span style="font-style: normal;"><span style="font-weight: normal;">Wir
wollen das Areal der &bdquo;ehemaligen Ordensburg&ldquo; im Folgenden als
eine Raumkonstruktion begreifen, als einen Ort </span></span></span></span><img style="margin: 3px; float: right;" src="assets/images/alpensimulacrum/leiste1.jpg" alt="" width="200" height="1307" /><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span style="font-style: normal;"><span style="font-weight: normal;">also, der </span></span>nicht
objektiv gegeben, sondern sozial konstruiert ist und das auf zweierlei
Ebenen: Zum einen auf der Ebene der bewussten und zielgerichteten
Umgestaltung der nat&uuml;rlichen Umwelt und zum anderen auf der Ebene
der Wahrnehmung selbst. Ein voraussetzungsloses &bdquo;Wahrnehmen&ldquo; kann
es dabei nicht geben. Landschaft(s)Architektur ist immer Teil eines
Sozialisationsprozesses oder genauer Inkorporationsprozesses, eines
Vorgangs also der die konkrete Umgebung einem Essen gleich aufnimmt
und verdaut. Eine vorgefundene Umwelt wird also zur &bdquo;Landschaft&ldquo;
bereits durch den Prozess der Wahrnehmung, der wiederum sozial
erlernt ist. Das Gel&auml;nde der ehemaligen Ordensburg Vogelsang ist ein
Beispiel f&uuml;r eine hochgradig umgeformte und angepasste Situation,
die aber trotz ihrer K&uuml;nstlichkeit den Eindruck von Nat&uuml;rlichkeit
erzeugen soll, dies ist wichtig, da das Konzept der Anlage so dazu
taugt, scheinbar eine individuelle, nat&uuml;rliche Wahrnehmung zu
erzeugen, die tats&auml;chlich aber die Art und Weise, wie der
Inkorporationsprozess der Besucher oder Nutzer der Anlage abl&auml;uft,
sehr genau steuert. <br /><br />Bei der Wahrnehmung von Landschaft findet
immer eine Reduktion statt, eine bewusstseinsinterne Konstruktion
oder Essentialisierung von Landschaft(s)Architektur. Unsere
Wahrnehmung w&auml;re mit der Komplexit&auml;t einer Situation aus Landschaft
und Architektur &uuml;berfordert, bzw. es lie&szlig;e sich ohne bestimmte
Vereinfachungen kein klarer symbolischer-k&uuml;nstlerischer-politischer-ideologischer
&bdquo;Wert&ldquo; in die Situation hineingie&szlig;en, kein Wahrnehmungsdesign implementieren. Die Reduktion der
Komplexit&auml;t basiert dabei einerseits auf dem erlernten Erkennen von
Regelm&auml;&szlig;igkeiten und deren Kategorisierung und andererseits darauf,
dass in der Architektur, insbesondere der Nationalsozialisten, mit
dauernder Wiederholung einzelner Stilelemente und Baugruppen
gearbeitet wird. Es wird aber auch schon vorher, zum Beispiel in
Zeitschriften und Fotos oder Informationsschriften &uuml;ber einen
bestimmten Ort eine Reduzierung und Symbolwerdung betrieben, denn
neben den erw&auml;hnten Faktoren ist unsere Erwartungshaltung
entscheidend. Je genauer das was wir erwarten mit dem tats&auml;chlich
vorgefundenem Eindruck &uuml;bereinstimmt, umso effektiver kann eine 
Landschaft oder allgemeine Anordnungen im Raum zu einem Symbol
werden, was uns auch unterbewusst beeinflusst &ndash;
Landschaft(s)Architektur wird zur selbsterf&uuml;llenden Prophezeihung.
Dies ist den Nationalsozialisten im Falle der ehemaligen sogenannten
NS &bdquo;Ordensburg&ldquo; Vogelsang ganz vortrefflich gelungen - Landschaft
wird hier zu einem Repr&auml;sentationsobjekt, zu einem Sakralobjekt,
welches ein Bedeutungsgewebe aus Landschaft und Architektur ergibt.
Dieses Bedeutungsgewebe ist ein &bdquo;Code der Wahrnehmung&ldquo;, der nicht
nur visuell sondern auch narrativ wirkt. Landschaft und Architektur
scheint visuelles Erleben zu sein, erschlie&szlig;t sich also visuell,
aber auch narrativ. &Uuml;ber Mythen und Erz&auml;hlungen, mit denen
bestimmte Landschaftsformationen verbunden werden, wird der
Wahrnehmungscode eines bestimmten Raumes erschlossen.  Diese
Narrationen unterliegen den Blicken, werden immer schon beim Blicken,
Schauen und Erleben mitgedacht. Es ist dabei erschreckend, dass diese Narration mit der heutigen<a href="http://ggtmwtli.swashmark.com/Mahnmal-des-Mahnmals-mind-the-gap.html" target="_blank"><em><span style="text-decoration: underline;"> touristischen Nutzung</span></em></a> der ehem. sog. Ordensburg Vogelsang auf der Ebene der Wahrnehmung und des Erlebens beinahe ungebrochen fortgesetzt wird. Andererseits ist das wenig verwunderlich, denn diese deutsch-nationale Narration, welche die Nationalsozialisten benutzt haben, ist keineswegs durch die NS-Propaganda initiiert worden, so auch nicht an das NS-Regime gebunden, vielmehr nutzte das NS-Regime die national-romantisch-revolution&auml;re Deutscht&uuml;melei als spezifisch deutschen Aspekt der faschistischen Propaganda.&nbsp; <br /></span></span></em></p>
<p><em>
</em></p>
<p align="LEFT"><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">So ist es zuerst das Narrative, welches einen "leeren" - "wilden" Raum zu einer bestimmten Landschaft(s)Architektur werden l&auml;sst.
Erinnerungen sind dabei nichts anderes als solche scheinbar individualisierten Narrationen, die
den Blicken unterliegen, die durch das Blicken best&auml;tigt werden. Je passgenauer sie die zugrundeliegende Narration spiegeln, umso st&auml;rker funktionieren Landschaft(s)Architekturen als "Medien der Erinnerung". Hier ist im konkreten Falle der ehemaligen
NS-&ldquo;Ordensburg&ldquo; Vogelsang auch der Grund zu finden, warum dieser
Ort beispielsweise auch einfach als &bdquo;Burg Vogelsang&ldquo; bezeichnet wurde:
&bdquo;Ordensburgen&ldquo; sind zwar nicht zuerst optisch als
mittelalterliche Burgen direkt zu erkennen, wurden aber so
bezeichnet. Im NS Geschichtsbild stand die Burg f&uuml;r Wehrhaftigkeit, jede Architektur, die ihre Wehrhaftigkeit unmissverst&auml;ndlich  vor
Augen f&uuml;hrt, kann zur Burg werden. Diese Kombination aus Narration
und visuellem Eindruck erweckt die Vorstellung einer tief in der
Natur liegenden mythischen St&auml;tte der Nation, die zugleich
Kristallisationspunkt einer nationalen Sehnsucht ist. Ein mythischer und
machtvoller Ort, der zwar modern ist, aber doch in direkter Linie in
Bezug zu einer &bdquo;uralten&ldquo; &ndash; ewigen &bdquo;heiligen&ldquo; Geschichte
steht.</span></span></em></p>
<p><em>
</em></p>
<p align="LEFT"><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Dieser
narrative Ansatz, im Falle der &bdquo;Ordensburgen&ldquo;durch den R&uuml;ckbezug
auf den Geb&auml;udetyp einer &bdquo;Burg&ldquo;, gibt dem Regime, welches
derartige Geb&auml;ude errichtet hat, einerseits einen weit in die
Geschichte zur&uuml;ckreichenden Background, und andererseits eine aus
nicht n&auml;her spezifizierbaren mythischen Wurzeln entspringende
Rechtfertigung. ? Ewigkeit Eine Architektur und Landschaftsformung,
welche sich auf vielen Ebenen gegen ein kritisches Hinterfragen
abschottet. Im Falle der ehemaligen &bdquo;Ordensburg&ldquo; Vogelsang wurden
Landschaft und Architektur extrem eng miteinander verzahnt, um eine
besonders tiefgreifende Manifestation von Macht vorzunehmen. Gefragt
werden muss also immer nach der gesellschaftlichen Definition von
Landschaft (s) Architektur. Beides, Landschaft und Architektur, sind
auch Medien der Erinnerung, Medien des sogenannten kollektiven
Ged&auml;chtnisses, die sich tief in unser Bewusstsein eingraben.
Repr&auml;sentationen von Macht und Herrschaft, finden sich auf jedem
Flecken, auf jedem Schritt und Tritt. Einmal betreten, wird alles zu
einem Symbol von Herrschaft und Macht. Die Anlage umschlie&szlig;t alles
in ihr gelegene und alles sie umgebende, inkorporiert die sie umgebende
Landschaft bis zum Horizont.  </span></span>
</em></p>
<p><em>
</em></p>
<h2><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">3.
Fazit: Blicke brechen </span></span>die Narrationen des Verbotenen
</em></h2>
<p><em>
</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT"><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Auf
dem Adlerhof stehend geht der freie Blick Richtung Norden, Osten und
Westen &uuml;ber das Tal der Urft. Ein Panorama &ouml;ffnet sich den Blicken,
das als sch&ouml;n bezeichnet werden k&ouml;nnte, h&auml;tte es nicht
jede Unschuld und Unbefangenheit verloren. Die Landschaft hier, eine
besondere Sch&ouml;nheit, auch Erhabenheit und Sehnsucht verk&ouml;rpernd,
wird durch die in architektonische Formen gegossene
Machtdemonstration des NS-Regimes aus einem regional und heimatlich
aufgeladenen Kontext herausgel&ouml;st und zu einer Ikone der Nation, zu
einer &bdquo;bildreligi&ouml;sen Ideallandschaft&ldquo;. Landschaft und
Architektur verschmelzen zu einer idealtypischen Erz&auml;hlung im nationalsozialistischen Sinne, die eine immer schon
gewesene und immer seiende "Volksgemeinschaft" beschw&ouml;rt. F&uuml;r einen anderen, von der "volksgemeinschaftlichen" Erz&auml;hlung und damit "volksgemeinschaftlichen"
Identit&auml;t abweichenden Blick ist hier kaum Platz, soll bewusst kein
Freiraum gelassen werden.</span></span></em></p>
<p><em>
</em></p>
<p style="text-align: center;"><em><img src="assets/images/alpensimulacrum/vogelsang-tryptichon.jpg" alt="" width="580" height="339" /></em></p>
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<p style="text-align: center;"><em>vogelsang - "vor&uuml;bergehend" - folded space/time - thon&amp;beuse 2010 - ca. 220x140cm</em></p>
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<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT"><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Genau
an diesem Punkt setzt die Arbeit der beiden K&uuml;nstlerInnen an. Die
von ihnen bearbeiteten Fenster durchkreuzen das Konzept der
nationalsozialistischen Landschaft(s)Architektur, indem sie den
freien und ungest&ouml;rten Blick brechen. In einem mehrere Monate
dauernden Prozess wurde, im wahrsten Sinne der Worte, St&uuml;ck f&uuml;r
St&uuml;ck an dem Macht und Herrschaft symbolisierenden Idealbild aus Landschaft und Architektur
&bdquo;gekratzt&ldquo;. Dem eine &bdquo;erhabene Ordnung&ldquo; suggerierenden
Ensemble aus Landschaft und Architektur wurde so in einem ersten
Schritt der k&uuml;nstlerischen Arbeit Risse zugef&uuml;gt. Aus kleinen
Kratzern und Rissen wurden dann im Laufe der Zeit  Fl&auml;chen, bis die
Fenster so ausgef&uuml;llt waren, dass sie den freien Blick nicht mehr
zulassen. Mehr noch, sie erzwingen geradezu einen dissidenten Blick.
Die Ordnung ist gest&ouml;rt. Landschaft und Architektur bilden keine
unhinterfragbare Einheit mehr. Das Landschafts-Panorama kann nicht
mehr als Ganzes &uuml;berschaut, sondern nur mehr in kleinen Ausz&uuml;gen
betrachtet werden, mehr lassen die im Glas unbearbeiteten Stellen
nicht zu. Wer von Innen nach Au&szlig;en schauen m&ouml;chte, muss ganz nah an
die Fenster herantreten und sich eine die Blicke freigebende Stelle
suchen, aber auch dann bleibt der Ausblick getr&uuml;bt. Neben der
visuellen Wahrnehmung, dem visuellen Erleben brechen die
K&uuml;nstlerInnen die narrativen Strukturen auf. Wer weiter weg vor den Fenstern stehen bleibt, kann nicht
nach Drau&szlig;en schauen, beziehungsweise kann "das Drau&szlig;en" nur als
Licht, Farbe und Schatten wahrnehmen oder erahnen. Daf&uuml;r er&ouml;ffnet sich
eine andere Perspektive. Die frei gelassenen Stellen auf den Scheiben
werden als Buchstaben erkannt und die einzelnen Buchstaben werden zu
Namen zusammengesetzt, bekannter und weniger bekannter Personen,
deren Werke zur Zeit der Nationalsozialisten auf einen Index gesetzte
wurden. Die Namen erm&ouml;glichen eine andere Lesart der Geschichte,
eine andere Erz&auml;hlung von den Vorg&auml;ngen, die zur Errichtung der
&bdquo;Burg&ldquo; f&uuml;hrten. Das Narrative, welches uns vom kolossalen Bau
Vogelsang aufgezwungen wird, wird mit Hilfe des Index, der
genaugenommen ein T&auml;terdokument ist, in die Narrationen des
Verbotenen &uuml;berf&uuml;hrt. Die Kenntnis der wichtigsten Werke des Index
vorausgesetzt entsteht eine v&ouml;llig andere Narration des Ortes, der
es zu &bdquo;lauschen&ldquo; gilt.</span></span></em></p>
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<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT"><em><br /></em></p>
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<p style="margin-bottom: 0cm; text-align: center;"><em>************</em></p>
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<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT"><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><br /></span></span></em></p>
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<p style="margin-bottom: 0cm;" align="LEFT"><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><em>[In
 der Regel sind diese&nbsp; Ans&auml;tze dann auch psychologisierend und nicht 
materialistisch-analytisch, (Selbst)Therapie und P&auml;dagogik, auf 
"Traumbildern" basierend. </em></span></span><em>Michel Foucault</em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><em>
 - oder die ganze "Coolness", die "Imagination" und die 
"Traumbezogenheit/Psychologisierung/Subjektbezogenheit" des sp&auml;ten 
Kapitalismus</em><span><em>, womit sich der seltsamste "Vogegelsangkreis" 
gedanklich schlie&szlig;t, war es doch Foucault, der derartige Orte "Klinik" ,
 "Gef&auml;ngnis" - [Schule] beschrieben hat, er hat vergessen hinzuzuf&uuml;gen, 
dass seine Lehren ebensolche Monolithen der Geschlossenheit sind, die 
nur um den Preis der Abschottung gegen Kritik funktionieren. Wir - die </em><em>mediale Boh&egrave;me</em></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><em>
 entdeckten die "Seele" des Ortes, und ahlten uns dabei nur in dessen 
designter Essentialisierung, Assimilation statt Intervention, den Ort 
des Schreckens "heilen", dass man sich dort wohl f&uuml;hlen kann, dass man 
ihn endlich auch emotional "aufbricht", objektive Verbindungen und 
Kontinuit&auml;ten kappen, anstatt ihn in die Luft zu jagenm bzw. dem Verfall preiszugeben. (Wie einst in 
einer Landtagsdebatte und vom ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrates 
der Juden - <a href="http://www.klick-nach-rechts.de/ticker/2004/02/vogelsang.htm" target="_blank">Paul Spiegel</a> - gefordert - wie recht er doch hatte- 
wahrscheinlich wohl wissend, dass fast jede Bespielung, soweit sie nicht
 sich selbst thematisiert nur ablenken kann.), das 
faschistisch-kapitalistische "Trauma" "heilen",&nbsp; (die Wirtschaftsordnung
 des deutschen Faschismus war der brutalstm&ouml;gliche Kapitalismus { keine 
Sonderform, keine Staatswirtschaft einfach nur Kapitalismus ohne die 
Gew&auml;hrung der geringsten ArbeitnehmerInnenrechte. Liest man gar das <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.ghwk.de/deut/Dokumente/proto-6.pdf" target="_blank">Wannsee Protokoll</a></span>,
 f&auml;llt auf, dass selbst im Falle der industriellen Vernichtung von 
Millionen&nbsp; Menschen das&nbsp; typisch "Buchhalterische" eine gro&szlig;e Rolle 
gespielt hat } schon durch das bewusste "nicht Wahrnehmen" dieser 
Tatsache, wird jede Aufarbeitung zur Farce)&nbsp; durch die Verlagerung des 
Marktes in die "innersten Schichten des Erlebens und Wahrnehmens", das 
kapitalistische Zwangskollektiv ist privat-individualisierung "des" 
Konfliktpotentials, damit es sich gegen die Betroffenen wendet</em></span></span></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><em>.]</em>&nbsp; </span></span></span></span><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><br /></span></span></span></span></strong></em></p> ]]></description> <pubDate>Fri, 27 Jan 2012 17:44:14 +0100</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.swashmark.com/Ordensburg-Vogelsang-Fiktion-Konstruktion-die-Narrationen-des-Verbotenen.html</guid> <dc:creator>swashmark.com</dc:creator>  </item> 	</channel>
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