Christine S. Thon, 2005, In Plastikfolie Laminierte Inhalte wie Architekturfiguren, Modellbaumaterial, Fundstücke, Fragmente zerstörter Architekturmodelle, Je ein Objekt und ein Scan davon, ca 12x6, 6x12, bzw. Scans variabel.
Schlagworte (Tags) Intim/Öffentlich,Erinnerungsmuster,Sicherheitsarchitekturen, Erinnerung,Transformationen,Erinnerung/Raum,Gewächshaus der Erinnerung,Statistik,


erstmals: 01.11.2005 hier veröffentlicht: 20.09.2010 bearbeitet:14.11.2010

objects: object XIII: laminierte scanpacks für filmscanner


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Im Sinne einer Informationsgesellschaft lässt sich ›Instabilität‹ als positiver Wert begreifen: Sie steht für dynamische Übertragung, ungehinderte Zirkulationund an keinen realen Raum gebundene Kommunikation, für Virtualität als Erfahrbarkeit des Möglichen.

"Kontinuitäten und Differenzen zwischen
fotografischer und postfotografischer Medialität"
Susanne Holschbach
http://www.medienkunstnetz.de/themen/foto_byte/kontinuitaeten_differenzen/print/ - 21.09.2010

Für die Scan Packs gilt: Das Filigrane wird robust - das Bewegliche wird unverrückbar. Kleine Plastiktüten, gefüllt mit diversen Gimmiks, aber auch mit Staub und Abfällen ergeben Abzüge einer statischen, eindimensionalen Wirklichkeit. Die Tüten enthalten verschiedene Layer, die gemeinsam ein einheitliches Themenbild entwerfen können, oder aber auch ein scheinbar indifferentes Simulacrum. Die fotografierte weltliche Wirklichkeit ist niemals ohne Bewegung. Die Materie der Scan Packs nähert sich der absoluten Statik an. Scan Packs - Folgen des Durchleuchtens- Eingescannte Filme sind zweidimensionale Erinnerungen. Scan Packs sind zu scannende dreidimensionale Negative. Ihre Abbilder sind Simulacren. Sie zeigen diejenige schöpferische Wirklichkeit, welche  ausschließlich durch den Vorgang des Durchleuchtens zum Vorschein treten kann. Jeweils Pack und ein Scan des Packs mit Filmscanner bilden eine Einheit. Die momentane Schöpfung der Scan Packs ist in dem gewünschten Zustand vollendet - für den Moment des Durchleuchtens. Auch wenn das Durchleuchten selbst im Einfzelfall nur ein Test sein soll, so ist mein Pack während des Prozesses des Scannens genau so weit vollendet, wie notwendig für den Test. Dennoch, ein Unterschied zu unserer Wirklichkeit ist gewiss: beim Prozess des Duchleuchtens verändert sich das gebildete Sein des Packs nicht, es findet in der Momentaufnahme kein Fortschritt statt, dies ist der Unterschied zu den Abbildern unserer Fotografie, denn meine Scan Packs bilden einen Kosmos, den wir anhalten und zum Stillstand bringen können, unsere Wrklichkeit treibt sich jedoch voran. So zeigen die Scans der Scanpacks die "Wahrheit" der Fotografie, die Fotografie aber eine verzerrte, angehaltene Wirklichkeit, die der Angst vor der Bewegung entspringt, dem Wunsch nach einem Festhalten des Gestern, denn im Zerinnen der Zeit liegt die Urangst vor dem Tod geborgen -Illusion des Dokumentarischen, Illusion der Unsterblichkeit. Die Packs behaupten nichts ausser ohne Zeit zu sein, ihr einzig bewegter Teil ist der Schlitten, die Trommel des Scanners.


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Credits



(c) christine s. thon, lars h. beuse Bild/Kunst: Urhebernummer: 182 29 53